Dass sich bei dieser Praxis „nebenbei“ noch einiges an Zusatzarbeiten ergibt, die im Vorhinein eher akzeptiert werden als im telefonischen Nachhinein, dürfte einleuchten. „Demnächst führen unsere Serviceberater die Direktannahme mithilfe eines iPads durch. Da dienen wir Mazda-Deutschland sogar als Pilotbetrieb“, ergänzt der Firmengründer. Stichwort iPad. Dieses schicke Instrument fungierte jüngst als perfekter E-Mail-Adressenfänger. Kochs schickten ein paar adrette Frauen mit eben diesen bestückt in ein benachbartes Einkaufscenter. Als Hauptgewinn eines Preisausschreibens konnte man das stylische Apple-Produkt gewinnen. Teilnehmer mussten lediglich ihre Kontaktdaten preisgeben. Der Lohn der Aktion: Von 300 Bestandskunden konnte das Autohaus die Adressdaten aktualisieren, von über 400 potenziellen Neukunden erhielt es sie – E-Mail-Adressen jeweils inklusive.
Eindrucksvolle Marketingideen
Wären andere mit diesem Erfolg zufrieden gewesen – das Koch-Team war es nicht. Denn als Trostpreise verschickten die pfiffigen Berliner an alle Nichtgewinner einen 25-Euro-Servicegutschein. Das Ergebnis: etliche neue Einträge im Kundenstamm. Die gab es auch im Rahmen einer weiteren Gutschein-Aktion. Dieses Mal im Internet. Auf dem Gutscheinportal „Groupon“ stellten die automobilen Marketing-Wiesel aus Berlin einen Räderwechsel inklusive Einlagerung zum absoluten Schnäppchenpreis ein. Einen Teil haben die Marzahner als Werkstattkunden fest hinzugewonnen.
Egal ob Wellness- oder Cabrio-Wochenende, Fußballtickets, Fahrsicherheitstraining oder Konzertbesuch: Mit subventionierten „Freizeitleckereien“ zieht die Mazda-Truppe kontinuierlich neue Servicefische an Land. „Wir sind nicht nur qualitätsbewusst, sondern dank hauseigener Kreativabteilung auch unheimlich einfallsreich“, erklärt Prokurist Torsten Walter. Und so verwundert es nicht, dass es bei Koch Automobile sogar einen hauseigenen Frisörsalon gibt. Dank ihm schlagen die Berliner zwei Fliegen mit einer Klappe: Wer eine neue Frisur braucht, bei dem weckt man unter Umständen auch Appetit auf einen neuen Wagen oder stellt einen Kontakt zum hauseigenen Servicemenü her. Und wer z. B. zum Kundendienst im Hause weilt, nutzt die Zeit vielleicht lieber praktisch, als sie totzuschlagen.
Doch nicht nur in Sachen Marketing nach außen, auch nach innen, sprich gegenüber ihren Mitarbeitern, ist die Firmenleitung kreativ und setzt Akzente – Stichwort Motivation. So erhält das Team, vom Monteur bis hin zur Serviceassistenz, für stetig wechselnde Ersatz- bzw. Zubehörteile bzw. Arbeiten Gruppen- bzw. Einzelprämien – „alles genau controlled“, erklärt der Geschäftsführer. Und wer dieses Mal „Mitarbeiter des Monats“ wurde, bleibt kein internes Geheimnis: Allen Internetaffinen teilt man das auch auf der Autohaus-Webseite mit – inklusive kurzem Personensteckbrief.
Auch beim Firmennachwuchs zeigt man sich einfallsreich und fördert fachliche wie soziale Kompetenz. Das Ergebnis: top Azubis, wie die Würdigung der Leistung durch den deutschen Bundestag als „bester Ostberliner Ausbildungsbetrieb 2010“ zeigte. Der langfristige Lohn: ein motiviertes und leistungsfähiges Team. Eines mit Leuten wie Daniel Eisold. Den Koch-Mitarbeiter ehrte man erst vor wenigen Tagen mit dem Titel „bester Mazda-Techniker Deutschlands“ – Respekt!
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