Alternativ-Kraftstoffe Shell gibt Gas in Sachen LNG

Von Steffen Dominsky 2 min Lesedauer

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Die Transformation bei der Mobilität und den künftigen Energieträgern vollzieht sich nirgends so deutlich wahrnehmbar wie bei einem Ölkonzern. Deshalb baut Shell seinen „Energy and Chemicals Park Rheinland“ massiv um.

Gregor Golland (MdL CDU-NRW), Michael Kellner (MdB, Staatssekretär BMWD) sowie István Kapitany, Felix Faber und Jan-Peter Groot-Wassink (Shell) haben kürzlich im Shell  „Energy and Chemicals Park Rheinland“ eine neue Anlage zur Produktion von Bio-LNG in Betrieb genommen. (Bild:  Shell)
Gregor Golland (MdL CDU-NRW), Michael Kellner (MdB, Staatssekretär BMWD) sowie István Kapitany, Felix Faber und Jan-Peter Groot-Wassink (Shell) haben kürzlich im Shell „Energy and Chemicals Park Rheinland“ eine neue Anlage zur Produktion von Bio-LNG in Betrieb genommen.
(Bild: Shell)

Die Shell Deutschland GmbH hat in ihrem „Energy and Chemicals Park Rheinland“ eine neue Anlage zur Produktion von Bio-LNG (verflüssigtes Biomethan) in Betrieb genommen. Die Anlage ist die größte ihrer Art in Deutschland und kann jährlich rund 100.000 Tonnen des Kraftstoffs herstellen. Damit könnten jährlich 4.000 bis 5.000 LNG-Lkw betankt und so bis zu eine Million Tonnen CO2 vermieden werden. Mit der Inbetriebnahme der Anlage im Kölner Süden möchte der Konzern zur Dekarbonisierung im Schwerlastverkehr beitragen.

Shell Rheinland

Der Shell Energy and Chemicals Park Rheinland liegt im Kölner Süden. Bis zu 3.000 Menschen produzieren hier rund 10 Prozent des in Deutschland verbrauchten Diesel- und Ottokraftstoffes, rund 15 Prozent des Kerosins sowie Produkte für die chemische Industrie. Shell stellt derzeit an dem Standort im Rheinischen Revier Weichen für zukunftsweisende Energiewendeprojekte. Dazu zählen der Betrieb einer Anlage für die Herstellung von Grünem Wasserstoff, eine Bio-LNG-Anlage für CO2-armen Lkw-Treibstoff sowie die Umwandlung der bisherigen Rohölverarbeitung im Werksteil Wesseling in eine hochmoderne Grundölanlage ab 2025.

Bio-Methan als ein Teil der Lösung

Biomethan ist ein Gas, das aus landwirtschaftlichen Abfällen (Mist, Gülle oder organischen Reststoffen) gewonnen wird. In der neuen Anlage im Rheinland wird das Gas verflüssigt und an die Shell-LNG-Stationen geliefert. Ziel von Shell ist es nach eigenen Angaben, bis 2050 ein Netto-Null-CO2-Unternehmen zu werden. Dabei möchte das Unternehmen auf Aktivitäten setzen, die Treibhausgasemissionen verringern oder vermeiden. Dazu investiert es in CO2-arme und -freie Produkte sowie Angebote wie etwa Grünen Wasserstoff, Wind- und Solarstrom, den Aufbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge und Biokraftstoffe. Dabei gilt es, das Trilemma Energiesicherheit – Energiekosten – Übergang zu klimaschonender Energie zu managen.

Der Straßengüterverkehr ist für rund neun Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich und wird sich bis 2050 voraussichtlich verdreifachen. Allerdings ist der gesamte Transportsektor schwer zu dekarbonisieren. Deshalb baut Shell seine Stärken bei CO2-ärmeren Molekülen aus, wie in Bio-LNG für Lkw-Kraftstoffe. Schon heute bietet der Ölmulti für den Transportsektor neben herkömmlichem Diesel Shell Renewable Diesel, Shell GTL Fuel, Shell LNG sowie Shell Wasserstoff und elektrische Ladelösungen. Mit diesem Kraftstoff-Mosaik möchte er Kunden helfen, die Energiewende voranzutreiben.

Der Energy and Chemicals Rheinland ist für Shell einer der Motoren der Energiewende. So wird bereits Grüner Wasserstoff in dem vor drei Jahren in Betrieb genommenen Elektrolyseur Refhyne 1 produziert. Erst im Januar hatten die Verantwortlichen die Entscheidung getroffen, ab 2025 am Standort Wesseling kein Rohöl mehr zu Treibstoffen zu verarbeiten. Stattdessen soll hier von 2026 bis 2028 eine Produktionsanlage für hochwertige Schmierstoffe, genauer gesagt Grundölanlage der Klasse R3 entstehen. Hintergrund: die wachsende Nachfrage nach E-Fluids für die Autoindustrie, vor allem aber auch für Rechenzentren, sowie nach sogenannten Weißölen, die in der Pharmaindustrie und in der Kosmetik zum Einsatz kommen. Die Anlage soll künftig 40 Prozent des deutschen Bedarfs decken.

Mit der Transformation in der Produktion der Schmierstoffe und Fluide wird Shell Arbeitsplätze abbauen. Wie viele der aktuell 3.000 Stellen betroffen sind, will der Konzern noch nicht verraten. Eine klassische Rohölverarbeitung wird dann nur noch am Standort Köln/Godorf erfolgen.

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