Shell macht mittels GTL-Verfahren Öl aus Gas

Redakteur: Steffen Dominsky

Mit einer alten Idee, über Jahrzehnte weiterentwickelt und perfektioniert, möchte Shell den Markt für hochwertige Motorenöle revolutionieren. Dabei „zaubern“ die Techniker der Muschelmarke: Sie machen aus Gas Öl.

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Die in Rohöl enthaltenen Schmutzstoffe machen „normale“ Grundöle (linkes Glas) stets „farbig“. Die neuen Grundöle der Shell-Helix-Familie hingegen sind frei von jeglichen Partikeln und deshalb glasklar (rechtes Glas). Beiden gemeinsam: die weiteren Zutaten in Form von Additiven.
Die in Rohöl enthaltenen Schmutzstoffe machen „normale“ Grundöle (linkes Glas) stets „farbig“. Die neuen Grundöle der Shell-Helix-Familie hingegen sind frei von jeglichen Partikeln und deshalb glasklar (rechtes Glas). Beiden gemeinsam: die weiteren Zutaten in Form von Additiven.
(Foto: Shell)

Keine Angst: Dieses Mal lautet die Antwort auf die Frage „Wer hat’s erfunden?“ nicht „die Schweizer“. Nein, die Deutschen waren’s! Genauer gesagt Franz Fischer und Hans Tropsch. Anno 1925 entwickelten die beiden die „Fischer-Tropsch-Synthese“ (FTS). Die macht aus schnöder Steinkohle über die Zwischenstation eines Synthesegases reinen Kohlenwasserstoff. Mit anderen Worten: Öl, Kraftstoffe und sogar Speisefette. Das Verfahren machte sich das Deutsche Reich bis 1945 zunutze, um unabhängig (er) vom Erdöl zu sein.

Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet das Verfahren mehr oder weniger in Vergessenheit – die Kosten machten es gegenüber dem immer umfangreicheren Rohölangebot uninteressant. Im Zuge der Ölkrise 1973/74 entdeckte Shell FTS für sich wieder und steckte seit dem viel Geld, Zeit und Know-how in das Verfahren, um es a) zu verbessern und b) leicht zu modifizieren. Die findigen Holländer erkannten, dass man nicht zwingend Kohle als Ausgangsprodukt benötigt. Stehen einem z. B. große Mengen „billiges“ Erdgas zur Verfügung, kann man auch dieses prima in alles das verwandeln, was man aus Erdöl auch bekommt: Paraffin, Rohbenzin („Naphta“), Kerosin, Diesel usw.