Sieben Batteriekiller – sieben Anlässe für den Kundenkontakt

Werkstätten, die nicht wollen, dass ihre Kunden beim Pannendienst eine Batterie kaufen, sollten mit Rat und Tat auf ihre Kunden zugehen.

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Klassiker im Straßenverkehr: Batterie leer, ADAC hilft.
Klassiker im Straßenverkehr: Batterie leer, ADAC hilft.
(Foto: ADAC)

Laut ADAC-Pannenstatistik sind defekte oder entladene Batterien für 32 Prozent aller Liegenbleiber verantwortlich. Damit ist der Stromspeicher mit Abstand die Nummer 1 unter den Pannenursachen. Und mit den sinkenden Temperaturen dürften die Fallzahlen in den nächsten Wochen wieder steigen, weil die Leistungsfähigkeit von Bleibatterien bei Kälte bekanntlich nachlässt.

Der ADAC verweist allerdings auch darauf, dass ein Batterieausfall oft selbst nur die Folge eines tieferliegenden Problems in der Fahrzeugelektrik ist. Auf einem Workshop in seinem Stammsitz im österreichischen Linz hat nun der Batteriehersteller Banner sieben solcher „Batteriekiller“ genannt, die einen Stromspeicher in die Knie zwingen können:

  • 1. Der massiv erhöhte Energiebedarf von modernen Autos
  • 2. Zu schwach oder zu klein ausgelegte Originalbatterien
  • 3. Nachträglich eingebaute Zusatzverbraucher wie Standheizung oder leistungsstarke Hifi-Anlagen
  • 4. Falsche Batteriewahl durch Konzentration auf den Kaltstartstrom
  • 5. Zu starke Entladung der Batterie
  • 6. Unregelmäßiges Fahrprofil, lange Standzeiten und Kurzstreckenverkehr
  • 7. Betrieb bei tiefen Temperaturen

Die richtige Batterie muss erst gefunden werden

Viele dieser Punkte lassen sich durch Beratung des Käufers in den Kfz-Betrieben vermeiden – außer natürlich der Winterfrost. So rät Banner dazu, immer die Ersatzbatterie mit der größtmöglichen Kapazität zu verbauen – auf keinen Fall jedoch eine „kleinere“ als vorgesehen.

Ganz wichtig für Fahrzeuge mit Start-Stopp-System ist es, die vorgeschriebenen Batterietypen zu verwenden. Moderne Autos sind nämlich mit sogenannten AGM- (Absorbent Glass Mat) oder EFB- (Enhanced Flooded Battery)-Konstruktionen ausgestattet, die beim Ersatz auch unbedingt wieder eingebaut werden müssen. Das Problem dabei: Viele Fahrzeugtypen sind heute je nach Ausstattung mit unterschiedlichen Akkus ausgerüstet – der richtige Typ für das jeweilige Auto muss also erst identifiziert werden. Banner bietet hierzu ein Onlinetool und ein Handheld-Diagnosegerät an.

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Werkstätten, die Standheizungen oder andere leistungsstarke Stromfresser nachrüsten, sollten ihre Kunden auf die zusätzliche Batteriebelastung hinweisen und ein stärkeres Produkt anbieten. Für Wenigfahrer oder Saisonautos ist ein Erhaltungsgerät Pflicht, wenn eine Garage oder ein Carport vorhanden ist.

Händler sollten ihren Bestand regelmäßig überprüfen

Eine Batterie kann aber nicht nur im Fahrzeugbetrieb kaputtgehen, sondern schon im Regal des Händlers. Bei einer Entladung auf unter 12,5 Volt bilden sich bereits Sulfate, die das Laden erschweren und dafür sorgen, dass das Exemplar seine vorgesehene Leistung nicht mehr erreicht. Händler und Kfz-Betriebe sollten ihren Bestand also regelmäßig überprüfen und nach der Devise „first in, first out“ abverkaufen.

Übrigens: Banner prüft alle wegen angeblicher Schäden reklamierten Starterbatterien. Nur fünf Prozent sind wirklich defekt – in allen anderen Fällen war der Akku nicht schuld an der Panne.

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