Siebener mit acht Gängen
Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen AG hat ein Automatikgetriebe mit acht Gängen entwickelt. Es kommt Ende 2009 mit dem neuen BMW-Spitzenmodell 760i auf den Markt.
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Die Luxuslimousine BMW 760i, die im Herbst 2009 auf den Markt kommt, ist serienmäßig mit dem neuen Achtgang-Automatikgetriebe 8 HP 70 von ZF ausgestattet. Die Schaltbox in Planetenbauweise mit Drehmomentwandler ermöglicht Schaltzeiten, die laut ZF unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsschwelle liegen. Durch die erhöhte Spreizung und die feinere Gangabstufung soll der Verbrauch im Vergleich zum bekannten Sechsganggetriebe um sechs Prozent sinken.
Weitere Einsparungen sind mit Hybridelementen möglich. So hat ZF eine elektrische Maschine entwickelt, die an der Stelle des Drehmomentwandlers installiert wird und alle Funktionen eines Mild- oder Vollhybrids abdecken kann. Damit sollen weitere 15 Prozent Verbrauchssenkung möglich sein.
Endlich Start-Stopp in der Automatik
Sollte BMW oder ein anderer Kunde dagegen eine Start-Stopp-Funktion wünschen, kann ZF nun ebenfalls helfen. Bislang ließ sich diese Technik in Automatikgetrieben nicht einsetzen. Der neue Porsche Panamera besitzt zwar ein Start-Stopp-System in Verbindung mit Automatik – diese ist aber ein Doppelkupplungsgetriebe (ebenfalls von ZF), das so wie ein Handschalter den eingelegten Gang hält, auch wenn der Motor nicht läuft.
Planetengetriebe benötigen aber einen konstanten Hydraulikdruck, um fahrbereit zu sein. Bei abgestelltem Motor läuft jedoch die Hydraulikpumpe nicht mehr. Startet der Verbrennungsmotor erneut, braucht die Pumpe eine gewisse Zeit, um im Getriebe wieder für Kraftschluss zu sorgen – zu lange für die Ansprüche moderner Kunden.
Mit einer neuen Entwicklung hat ZF diese Reaktionszeit auf 350 Millisekunden gekürzt. In das 8 HP 70 kann künftig ein hydraulischer Impulsspeicher integriert werden, der die zum Anfahren benötigten Schaltelemente des Getriebes mit Hydrauliköl versorgt.
Ölreserve sorgt für schnelle Start
Der Federkolbenspeicher füllt sich während des Fahrbetriebs mit Öl und spannt eine Feder. Die Feder befördert die etwa 100 Milliliter große „Ölreserve“ beim Motorstart blitzschnell wieder in die Hydraulik. Auf diese Weise ist das Fahrzeug bereits 350 Millisekunden nach dem Starten des Motors fahrfähig. Ohne Überbrückung durch den hydraulischen Impulsspeicher würde dies zirka 800 Millisekunden dauern und damit für den Fahrer einen spürbaren Verlust an Fahrdynamik bedeuten. Mit der Start-Stopp-Funktion durch den hydraulischen Impulsspeicher lässt sich zudem der Verbrauch laut ZF um weitere fünf Prozent senken.
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