Mit der ausgeweiteten Integration von Solarzellen in die Außenhaut, treibt Sono Motors die Grundidee auf die Spitze. Das Modell Sion liefert inzwischen Eigenstrom für 35 Kilometer Reichweite. Auf der Technikmesse CES verdeutlichte Sono Motors, dass die Technik noch weitere Einsatzchancen hat.
Das Münchener Unternehmen Sono Motors hat die CES als Plattform genutzt, um die neue Prototypen-Generation des E-Autos Sion vorzustellen.
(Bild Sono Motors)
Nach der erfolgreich verlaufenen Investorensuche im vergangenen Jahr hat der Münchener Elektroauto-Entwickler Sono Motors einen verbesserten Prototyp des Modells Sion auf der Technikmesse CES vorgestellt. Insbesondere zeigte Sono das Fahrzeug mit Bauteilen, die nun für die endgültige Serienfertigung vorgesehen sind. In die Produktion soll das SEV (Solar Electric Vehicle), das sich durch integrierte Solarzellen von anderen E-Autos unterscheidet, nach einigen Verzögerungen nun im Jahr 2022 starten.
Insgesamt ist der Prototyp deutlich an die Standards der Automobiltechnik angenähert. Das Auto selbst und die dazugehörige App wurden enger vernetzt, das Infotainment im Sion wurde ausgebaut. Die für die Serienfertigung vorgesehenen Bord-Kontrolleinheiten kommunizieren laut dem Hersteller mit der App und dem Infotainment. Das ermöglicht ein Livetracking der Solarenergie ebenso wie den schlüssellosen Zugang, das Öffnen der Ladeklappe, eine Temperaturkontrolle und eine Lichtstimmung im Innenraum. Weitere Highlights sollen die quasi integrierten Mobilitätsdienste wie Carsharing und Ridepooling sein.
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Weiter ausgebaut hat Sono Motors die Integration von Solarpaneelen in die Außenhaut des Autos. In alle geraden und gewölbten Außenteile des Fahrzeugs sind den Angaben zufolge nun die Solarzellen eben integriert. Die zentralen Bauteile – elektrische Antriebseinheit und das Fahrgestell – kommen von Serienzulieferern und sind im Modell nun serienreif integriert.
Ein zentraler Ansatz von Sono Motors ist der möglichst umfassende Einbau von polymerbasierten Solarmodulen in die Fahrzeughülle. Es soll dadurch seinen Strombedarf in vielen Anwendungsfällen über den Tag hinweg selbst decken, so dass auch zum Laden keine Ressourcen mehr nötig sind. Auf diese Weise soll der Sono bei optimaler Lichtausbeute täglich bis zu 35 Kilometer Reichweite tanken können.
Auf Basis dieser Technik präsentierte Sono auf der CES weitere Anwendungsmöglichkeiten. Die Münchener zeigten den ersten Prototyp eines Solar- bzw. Photovoltaik-Aufliegers für Lkw, der gemeinsam mit dem finnischen Solarhersteller Valoe hergestellt wurde. Er unterstreiche die vielzähligen Anwendungsmöglichkeiten der Technologie in der Mobilität „und stellt die historisch gewachsene Abhängigkeit der globalen Konsumenten von traditionellen Verbrennungsmotoren in Frage“.
Diese Solartechnologie sei preiswerter, leichter und effizienter als herkömmliche Glas-Solarzellen, sagte Jona Christians, Chief Executive Officer von Sono Motors. Die potenziellen Nutzungsmöglichkeiten seien vielfältig, da die Technik sehr flexibel einzusetzen sei.
Hinsichtlich Vertrieb und Service geht Sono Motors weiterhin den derzeit typischen Weg neuer Marken: ohne den zeit- und kostenintensiven Aufbau eines eigenen Netzes. Es werde keine herkömmlichen Verkaufsstellen geben, sagte Chief Operation Officer (COO) Thomas Hausch auf Nachfrage auf der CES. Für den Service werde Sono eine „feste Infrastruktur mit einem vertrauenswürdigen Partner haben, den die Leute kennen“. Zudem erneuerte er die Absicht, dass die Eigner das Modell mithilfe entsprechender Video-Tutorials bei nicht sicherheitsrelevanten Problemen selbst reparieren können.
Neue Zuversicht nach Reorganisation
Der Sono Sion sollte nach ursprünglichen Planungen bereits im Jahr 2020 in Produktion gehen, derzeit geht das Start-up von einem Start im Jahr 2022 aus. Zwischenzeitlich hatten Geldsorgen das gesamte Projekt in Frage gestellt und zu Verzögerungen geführt. Inzwischen haben institutionelle Investoren sowie Crowdfunding für frisches Kapital von 100 Millionen Euro gesorgt. Bislang haben 12.700 Interessenten den Sion reserviert oder angezahlt.
Wir entwickeln diese Technologie stetig weiter und freuen uns auf das, was wir damit zukünftig erreichen werden.
Jona Christians, CEO von Sono Motors
Die Münchener haben es sich nach eigenen Angaben zur Mission gemacht, ein Mobilitätssystem zu entwickeln, das die Vorteile des Sharing-Modells mit denen von Elektrofahrzeugen und der Solarzellentechnologie kombiniert. Neben den Gründern sind inzwischen verschiedene Branchenspezialisten am Werk, darunter Thomas Hausch (vormals Nissan) oder Finanzchef Torsten Kiedel (BMW, Flixbus).
Nach derzeitigem Stand wird der Sion 25.500 Euro vor Zahlung der E-Auto-Prämie kosten. Punkten will Sono Motors gegenüber der Konkurrenz unter anderem mit der „voraussichtlich geringsten Total Cost of Ownership (TCO, Gesamtkosten des Betriebs) in seiner Kategorie“. Dank der Solarzellen können die laufenden Kosten gegenüber anderen E-Autos stark sinken. Die Produktion übernimmt nach früheren Planungen der Auftragsfertiger NEVS in einem Ex-Saab-Werk im schwedischen Trollhättan.
Stand: 08.12.2025
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