Skoda Favorit: Anschluss an den Westen

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Beim Motor handelte es um den bewährten OHV-Vierzylinder mit einem Hubraum von 1289 Kubikzentimetern und einer Leistung von 43 kW/58 PS oder 46 kW/63 PS – zunächst mit Vergaser, ab 1993 mit Kraftstoffeinspritzung. Den neuen Abgasvorschriften und den hohen Ansprüchen der europäischen Kundschaft in puncto Zuverlässigkeit begegnete Skoda durch die Verwendung besonders haltbarer Werkstoffe für die Ventilsitze, Kolben mit Stahlkern, hochwertigeren Zylinderlaufbuchsen, steiferem Zylinder-und Kurbelgehäuse, einer gehärteten Kurbelwelle und vielen weiteren Optimierungen.

Weltpremiere 1987 – erstes Facelift 1991

Seine offizielle Weltpremiere feierte der Favorit am 16. September 1987 auf der 29. Internationalen Maschinenbaumesse in Brünn, wo Hunderttausende neugieriger Autofahrer und Fachjournalisten aus ganz Europa das neue Modell in Augenschein nahmen. Im Werk Vrchlabí entstand 1987 zunächst eine beschränkte Anzahl Fahrzeuge für die Homologation, in vollem Umfang startete die Serienproduktion Anfang Dezember 1987. Ab August 1988 lief die Modellreihe dann auch am Stammsitz in Mladá Boleslav vom Band. Die ersten Fahrzeuge vom Typ Favorit 136 L (de Luxe) rollten im vierten Quartal 1988 zu den Händlern und waren ab 84.600 Tschechoslowakischen Kronen erhältlich. Der auslaufende Skoda 120 L kostete 65.630 Kronen bei einem durchschnittlichen monatlichen Bruttolohn von 3.030 Kronen.

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Nach der Samtenen Revolution im November 1989 und dem Übergang zur Marktwirtschaft wurde schnell klar, dass nur der Einstieg eines starken ausländischen Partners die langfristige Konkurrenzfähigkeit von Skoda würde sichern können. Nach intensiven Verhandlungen mit mehreren Interessenten wurde der Autohersteller im Frühjahr 1991 Teil des Volkswagen-Konzerns. Der Favorit, eines der wenigen modern konstruierten Personenfahrzeuge im ehemaligen Ostblock erwies sich auch nach dem Einstieg bei Volkswagen als solide Basis. Nun wurde er technisch, optisch und qualitativ weiter aufgewertet. Das erste Facelift erfolgte 1991, als das asymmetrisch angebrachte Logo auf dem Kühlergrill in die Mitte verschoben wurde. Die umfassende Überarbeitung im Januar 1993 blieb vielen Autofahrern wegen der eindrucksvollen Werbekampagne im Gedächtnis: Skoda brachte 548 Flaggen am Auto an – eine für jede Verbesserung.

Dank der Modifizierungen hielt sich die Modellreihe. In Deutschland etwa konnte der Absatz zwischen 1990 und 1991 annähernd verdoppelt werden. Der Verkauf der Limousine und des Kombis Forman wurde durch Sonderversionen mit erweiterter Ausstattung – zum Beispiel Sport Line, Black Line, Marathon oder Excellent – zusätzlich angekurbelt. Zwischen August 1987 und September 1994 wurden rund 783.200 Favorit gebaut. Einschließlich Kombi und Pick-up sowie weiterer Nutzfahrzeugausführungen kam die Baureihe auf insgesamt 1.077.100 Einheiten, bevor sie durch den neuen Felicia abgelöst wurde.

Größte Erfolge bei der Rallye Monte Carlo

Mit dem Favorit stieg Skoda schon Ende 1989 in die Rallye-Weltmeisterschaft ein und knüpfte schnell an die Erfolge der Hecktriebler aus Mladá Boleslav an. 1990 startete das Auto noch bei ausgewählten Rallyes in der Weltmeisterschaft, der Europameisterschaft und der tschechoslowakischen Rallye-Meisterschaft. Schritt für Schritt bauten die Tschechen ihr Engagement aus, 1994 absolvierte der Favorit dann erstmals sämtliche WM-Läufe. Die größten Erfolge erreichte er bei der berühmtesten Rallye der Welt, der Rallye Monte Carlo. Das gut eingespielte Tandem Pavel Sibera und Petr Gross gewann dort mit dem Favorit 136 L zwischen 1991 und 1994 viermal in Folge seine Klasse. 1994 gelang der Traditionsmarke dann der ganz große Coup: Der Skoda Favorit holte den Weltcup-Titel in der Klasse F2 für Fahrzeuge bis 2,0 Liter Hubraum und mit einer angetriebenen Achse.

Skoda feiert den runden Geburtstag des für die Unternehmensgeschichte so bedeutsamen Fahrzeugs unter anderem mit einer Sonderausstellung im Skoda-Museum in Mladá Boleslav. Ab dem 18. September sind dort einzigartige Prototypen und Dokumente zu sehen. Bei einer Podiumsdiskussion am 26. September ab 17.30 Uhr sprechen dann führende Persönlichkeiten, die das Modell mit aus der Taufe hoben, über die Umbruchzeit vor 30 Jahren. Für den heutigen Vorstandsvorsitzenden Bernhard Meier ist und bleibt der Favorit „der Ausgangspunkt für die dynamische Entwicklung“ des Unternehmens. Das damals „progressive Konzept“ und die „Expertise und Erfahrung der Entwickler waren entscheidende Faktoren dafür, dass sich Volkswagen nach der Samtenen Revolution 1989 in der Tschechoslowakei für die Marke Skoda interessierte“, betont er.

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