Fahrbericht Skoda Octavia RS – Dauerbrenner im Sportgewand

Von sp-x 4 min Lesedauer

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Er rollt seit 1996 als Inkarnation der Zuverlässigkeit über Europas Straßen – seit 2019 in vierter Generation. Im Frühjahr wurde der Skoda Octavia noch einmal überarbeitet, jetzt kommt auch die dynamische Version RS auf den Markt. Eine Testfahrt mit dem Bestseller im Sportgewand.

Die Limousinen-Variante des RS ist in Deutschland eher ein eleganter Exot.(Bild:  Skoda)
Die Limousinen-Variante des RS ist in Deutschland eher ein eleganter Exot.
(Bild: Skoda)

Gut ein Viertel aller bis einschließlich September zugelassenen Skodas in Deutschland waren Octavias. Von den rund 40.000 verkauften Exemplaren wiederum wurden rund 20 Prozent in der Sportvariante RS verkauft. Die Zahlen scheinen stabil. Im Gesamtjahr 2023 gab es hierzulande 9.691 RS-Käufer, was 23,2 Prozent aller Octavia-Neuzulassungen entspricht.

Den RS gibt’s ab 47.770 Euro (Limousine) und 48.570 (Kombi). Er ist ein beliebtes Sportgerät – vor allem für diejenigen, die mit einem reinrassigen Sportwagen fremdeln und lieber auf Understatement und Alltagstauglichkeit setzen. Ein Sportwagen mit Familienanschluss sozusagen. Und das bei uns fast ausschließlich als Kombi – da mag die Limousine noch so elegant aussehen. Es ist ein Rassemodell mit 250 km/h Höchstgeschwindigkeit, das aber auch in der Tempo-30-Zone vor der Schule was hermacht.

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Optimale Kontrolle

Der 2,0 Liter TSI-Motor holt aus seinen 195 kW/265 PS ein Drehmoment von 370 Nm. Und er tut das auf wirklich dezente Art. Natürlich lässt sich die Kraft mit dem 7-Gang-Direktschaltgetriebe auch rasant-ruppig entfalten – für geübte Menschen am Steuer hält der RS eine Menge Spaß bereit – doch, Stichwort Familienauto, er lässt sich auch betulich über idyllische Landstraßen schieben, um allen Insassen die Schönheit des deutschen Herbstes zu präsentieren. Sport, Komfort und Eco werden angeboten. Und in der Tat: Bei Eco oder Komfort sinkt der Verbrauchswert schon mal unter sieben Liter, was wieder ein Beleg für die Alltagsaffinität des Octavia RS ist.

Wenn man aber einmal die Pferdchen galoppieren lassen möchte, die Schaltwippen am Steuerrad zu rabiaten Gangwechseln nutzt, und dazu bösartig und vorsätzlich sowie mit hohem Tempo das rechte Reifenpaar in der Kurve auf nasses Laub lenkt, während das linke auf die mittlerweile abgetrocknete Asphaltdecke gezwungen wird, dann passiert – nichts. Minimal scheint der Wagen nach vorn zu schieben, doch bevor man’s wahrgenommen hat, schicken einen ESC, ABS, MSR, ASR, XDS+ sanft, aber bestimmt wieder in die Spur. Da bedarf es keines Allradantriebes, den manche bei dem RS vielleicht vermissen, der sich aber bei dem Motor des RS nicht auf der VW-Plattform MQB Evo realisieren lässt. Egal, er fehlt bei all den elektronischen Helfern wirklich nicht, der Octavia RS fährt sich wirklich auch so makellos.

Äußerlich neu sind die schwarzen Auspuffendrohre, natürlich der neue Skoda-Schriftzug, der prominent am Heck prangt; auch Octavia ist in der neuen Haustypographie gehalten. Ebenfalls schwarz, als Akzentfarbe des RS ist das neue Skoda-Logo, der geflügelte Pfeil. Schwarz sind die Spiegelkappen und unterschiedlichste Designelemente wie der Kühlergrill. Neu ist zudem das RS-Logo. Das rote V für „Velocity“ ist wie eine mathematische Wurzel designt, die das silberfarbene RS gleichermaßen als Formel für Agilität überspannt. Den Octavia RS gibt es wahlweise mit 18- und 19-Zoll-Felgen – in schwarz natürlich. Schwarz mit rotem Logo und Ziernähten sind auch die Sportsitze, die in allen Fahr- und Reisesituationen guten Halt geben.

Sportliches Ambiente mit zahlreichen Extras

Schwarz sind ebenfalls die Doppelendrohre des Auspuffs, denen Skoda ein dezent krawalliges Röhren hinzu komponiert hat. Man muss ja wenigstens hören dürfen, dass da ein Sportler unterwegs ist. Ab Werk gibt es Matrix-LED-Hauptscheinwerfer und Heckleuchten in Kristallglasdesign. Beheizbare Vordersitze, Zweizonen-Klimaanlage und Ambientebeleuchtung sind fürs Wohlfühlen hinterm Volant gedacht, die hinteren Seitenscheiben und die Heckscheibe sind dunkel getönt. Zentrales Steuerelement ist das 13-Zoll-Infotainmentdisplay im Zentrum der Konsole.

Serienmäßig sind auch die Sportsitze mit integrierten Kopfstützen. Das Sportlederlenkrad verfügt wie bei VW über Multifunktionstasten, die zum Beispiel schnellen Zugriff auf die Sprachsteuerung bieten. Die Dekorleisten tragen die schwarze Vielfalt weiter in den Innenraum: in Dark-Carbon und Piano-Schwarz. Dazu gibt es in der Spitzenausstattung RS Lounge, die wir gefahren haben und darüber hinaus ungezählte Möglichkeiten, den Octavia RS aufzuwerten. Das reicht vom Canton-Soundsystem über ein Head-Up Display, Glasschiebedach bis zur schwenkbaren Anhängerzugvorrichtung, inklusive Gespannstabilisierung sowie Adapter und Anhängerrangierassistent.

Kombi und Limousine sind 4,71 Meter lang, 1,83 Meter breit und 1,46 Meter lang. Selbst beim Kofferraum nehmen sich die beiden Varianten recht wenig. Die Limousine bietet zwischen 600 und unglaublichen 1.555 Litern bei umgeklappter Rückbank, der Kombi schafft zwischen 640 und 1.700 Litern. Sprachassistentin Laura beherrscht nun ChatGPT. Das mag schon ganz clever sein – „simply clever“ sind aber die berühmten Gadgets von Skoda, etwa der Tablet- und Telefonhalter in der Mittelarmlehne hinten, die Kühlung für Mobiltelefone beim drahtlosen Laden oder der Stauraum für die Kofferraumabdeckung. Und natürlich hält auch der RS den sprichwörtlichen Regenschirm in der Fahrertür verborgen. Als nächstes RS-Produkt kommt demnächst übrigens der Kodiaq RS auf den Markt.

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