Skoda-Partner erhalten neues Gebrauchtwagen-Siegel

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Im Netz und bei den Produkten des tschechischen Importeurs hat sich viel verändert, doch im Geschäft mit Gebrauchten blieb die Marge gering. Nun wird das entsprechende Konzept renoviert.

(Foto: Grimm)

Skoda renoviert seine Gebrauchtwagenmarke. Fahrzeuge mit Gütesiegel erhalten die Käufer gebrauchter Skoda-Fahrzeuge künftig nicht mehr unter dem Siegel „Skoda 1+“, sondern bei den „Skoda Plus“-Händlern. Verbunden mit dem neuen Label sind diverse Qualitätsversprechen, dahinter stehen aber zugleich Standards, die der teilnehmende Handel erfüllen muss.

Laut einer Skoda-Mitteilung vom Montag erhalten die Käufer von „Skoda Plus“-Fahrzeugen automatisch eine Gebrauchtwagen- und Mobilitätsgarantie sowie das Versprechen, Käufer und Gebrauchtwagen langfristig und bestmöglich zu betreuen. Interessant aus Käufersicht ist dabei sicherlich das Rückgaberecht binnen zehn Werktagen, in denen für den Kunden lediglich die Kosten für den Wertverlust und die gefahrenen Kilometer anfallen. Zudem verpflichten sich alle Skoda-Plus-Partner, den verkauften Gebrauchtwagen „jederzeit zu einem fairen Preis“ wieder in Zahlung zu nehmen.

Damit aus einem Skoda-Händler ein Skoda-Plus-Betrieb wird, muss er zunächst in Vorleistung gehen. Alle Interessenten durchlaufende entsprechende Audits. Sie müssen unter anderem nachweisen, dass sie stets mindestens 30 Skoda-Plus-Gebrauchtwagen auf einer speziell gekennzeichneten Außenfläche ausstellen können, die außerhalb der Geschäftszeiten zugänglich ist. Schließlich muss der Betrieb einen Mitarbeiter zum Skoda-Plus-Verantwortlichen qualifizieren, der die Kaufinteressenten vom Erstkontakt bis zur Vertragsunterzeichnung begleitet und berät.

Trotz der Standards steht der Skoda-Partnerverband hinter der neuen Gebrauchtwagenmarke. „Das alte Programm brauchte eine Auffrischung“, ist Präsident Thomas Peckruhn überzeugt. Während sich Modelle verändern und die CI der Handelsbetriebe komplett erneuert wurde, blieb Skoda 1+ auf dem alten Stand. Zudem ist die neue Marke ein guter Anlass für den Handel, sich intensiver mit dem Gebrauchtwagengeschäft zu befassen. „Um es ertragreicher zu gestalten, mussten wir es aber auch professionalisieren.“

Das Skoda-Netz sei bisher auf dieses Geschäftsfeld zu wenig fokussiert gewesen. Nun könnten die betrieblichen Prozesse gezielt verbessert, das Geschäft ausgeweitet und die Margen erhöht werden. Für Skoda-Partner wird das Gebrauchtwagengeschäft schließlich durch die steigende Präsenz von Skoda-Fahrzeugen im Markt und das wachsende Flottengeschäft immer bedeutsamer. Durch die Teilnahme möglichst vieler Händler sollen die Leasing- und Firmenkundenrückläufer künftig breiter im Vertriebsnetz gestreut werden. „Unter dem Strich ist Skoda Plus auch für kleinere Händler lohnenswert und machbar“, ist Peckruhn überzeugt.

Dass der Handel mit Gebrauchtwagen mehr Rendite erwirtschaften könnte, hatte auch der Importeur erkannt und arbeitete schon länger an einer Überarbeitung des Programms. Ein Ansatz war zunächst, dass die Händler das VW-System „Das Weltauto“ übernehmen sollten, ausgehend von der Tatsache, dass viele Skoda-Händler auch VW-Partner sind und sowieso bereits „Das Weltauto“ nutzen. Das stieß aber bei Skoda-Exklusivpartnern auf wenig Gegenliebe.

Bereits Anfang des Jahres hatte Skoda-Importeurschef Frank Jürgens daher im Gespräch mit »kfz-betrieb« eine eigene Marke für die Exklusivpartner angekündigt. Nun kooperiert „Skoda Plus“ mit „Das Weltauto“ und kann auf die Erfahrungen und die Technologie des VW-Systems zurückgreifen. Mehrmarkenpartner können Skoda-Modelle zudem unter dem Label „Das Weltauto“ vermarkten.

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