„Skoda-SUV steht Anfang 2017 im Handel“
Gut 100 Tage ist Skoda-Vertriebschef Stefan Quary nun im Amt. Im Gespräch erläutert er, wie er mit dem Fabrikat und einem gesunden Wachstum die Zielmarke von 200.000 Einheiten erreichen will.
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Redaktion: Herr Quary, Sie sind quasi mit Beginn des VW-Abgasskandals zu Skoda gekommen. Hatten Sie Ihren Schritt kurzzeitig bereut?
Stefan Quary: Ganz und gar nicht. Es war die richtige Entscheidung, ein Schritt zu einer tollen Marke. Skoda hat enormes Potenzial.
Sie haben jahrelang als Chef der Dürkop-Gruppe gearbeitet. Fühlt sich der Chefsessel jetzt anders an?
So sehr unterscheiden sich die Aufgaben nicht. In beiden Positionen geht es darum, mit Menschen in Teams zu arbeiten, um gemeinsam die gesetzten Ziele zu erreichen. Das ist in einem Handelshaus nicht anders als bei einem Automobilhersteller – und fühlt sich auch nicht anders an.
Als Autohauschef haben Sie jahrelang die Vorgaben der Hersteller im Handel umgesetzt. Jetzt machen Sie die Vorgaben. Sehen Sie Ihre unternehmerische Geschichte als Vorteil?
Eine Herausforderung für die Zukunft ist sicherlich, neben den Interessen des Herstellers auch die Aspekte des Handels zu verstehen und aus beiden Anforderungen letztlich eine für beide Seiten gute Schnittmenge zu bilden. Insofern denke ich schon, dass ein Beweggrund für die Personalie Quary meine Engagements im Handel und für Hersteller waren.
Sie sind seit rund 100 Tagen Skoda-Vertriebschef. Mit wie vielen Händlern haben Sie seit Ihrem Amtsantritt persönlich gesprochen?
Es waren sehr viele. Bestimmt mehr als die Hälfte des Händlernetzes. Eine Roadshow gab ausreichend Gelegenheiten zu Kennenlerngesprächen, die ich jetzt vertiefe. Zudem bin ich in die Aktivitäten der Händlernetzentwicklung von Skoda eingebunden. Darüber haben sich viele positive Gespräche ergeben, in denen zu spüren war, wie stark der Handel hinter dem eingeschlagenen Weg von Skoda steht, an den Erfolg der Marke glaubt und ihn selbst mitgestaltet.
Bei Dürkop hatten Sie mit den VW-Konzernmarken nichts zu tun. Hilft Ihnen diese Unvoreingenommenheit?
Ganz so weit waren die Berührungspunkte nicht weg. Einerseits hatte ich Aufsichtsratsaufgaben bei Unternehmensbeteiligungen mit VW-Konzernmarken. Dazu kommt, dass es für den Chef einer Mehrmarkengruppe fahrlässig gewesen wäre, sich nicht mit den Marken des Volkswagen Konzerns auseinanderzusetzen. Skoda hat sich in den letzten Jahren im deutschen Markt hervorragend entwickelt. Insofern hatte ich die Marke fortlaufend im Blick.
Ihre Zwischenbilanz nach der Kennenlernphase: Wie beurteilen Sie die Aufstellung des Skoda-Netzes?
Positiv ist, dass es grundsätzlich keine großen Baustellen gibt. Der Dialog mit dem Händlerverband verläuft äußerst konstruktiv und zielgerichtet. Er wird daher eine elementare Säule der Zusammenarbeit bleiben. Ich sage ganz klar, dass der Verband weiterhin mit eingebunden sein muss. Skoda Auto Deutschland hat natürlich Vorstellungen für die Zukunft, die wir aber mit den Verbandsgremien im Vorfeld besprechen, um das Feedback der Händler zu berücksichtigen.
Wissen Sie bereits, welche Themenfelder Sie mit dem Netz dringend angehen wollen?
Die Digitalisierung steht ganz vorne auf der Liste. Handel wie Hersteller steht in diesem Punkt noch eine ungeheure Entwicklung bevor – auch im Kundenkontakt. Wir haben mit der Einführung unseres Leadmanagement-Systems auf diese Entwicklung reagiert. Jetzt erhält es in Zusammenarbeit mit dem Handel seinen Feinschliff. Wir wollen den Kunden schon bei seiner ersten Begegnung mit Skoda von unserer Marke begeistern, und das passiert heute meistens im Web. Digitalisierung ist ein dynamischer Prozess, der uns stets neu fordern wird.
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