Die Neuauflage einer Kleinstwagenfamilie von VW, Seat und Skoda wird es nicht geben. Nach den Spaniern wollen auch die Tschechen nicht mit Elektromodellen in dieses Segment einsteigen. Preissensible Kunden können stattdessen mit Skoda-Modellklassikern mobil bleiben.
Alle neuen Skoda-Modelle bekommen als Erkennungsmerkmal nicht mehr den gefiederten Pfeil. Auf einem Elektro-Mini wird die Wortmarke vorerst nicht kommen. Skoda will keinen Mini-BEV bauen.
(Bild: Ivo Hercik/Skoda)
Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ will Skoda keinen elektrischen Kleinstwagen mehr bauen. Ein entsprechendes Modell unterhalb des für 2026 angekündigten, rein elektrischen Epiq sollte ursprünglich zum erschwinglichen elektrischen Einstiegsmodell werden – und das Fabrikat gegen die sich abzeichnende Konkurrenz in diesem Segment wappnen. Renault etwa hat zum Jahresstart den elektrischen Twingo präsentiert, der in eine größer werdende Marktlücke stoßen soll.
Das Kleinstwagensegment wird von den Herstellern schon seit Längerem vernachlässigt. Selbst unter Verbrennerfahrzeugen gibt es kaum noch Modellauswahl – die Verkaufszahlen gehen steil nach unten. Dagegen hatte die elektrifizierte Kleinstwagenfamilie aus VW Up, Skoda Citigo und Seat Mii in den 2010er Jahren zunächst mit konventionellem Antrieb, dann in der BEV-Version, großen Anklang beim Publikum gefunden. Auch der Handel sprach sich immer wieder für einen elektrischen Einstiegswagen aus.
Nun also die Absage – ausgerechnet von Skoda, haben die Tschechen doch im Volkswagenkonzern die Rolle des Fabrikats für die preissensiblere Kundschaft. Andererseits hatte auch schon Seat/Cupra von Beginn an abgewunken. Der Einstieg in die elektrische Welt von Seat/Cupra und Skoda wird dennoch künftig günstiger. Denn im kommenden Jahr werden der Skoda Epiq sowie der Cupra Raval auf Kundenfang gehen. Die elektrischen Geschwister des künftigen ID-2 stromern dann zum Preis von rund 25.000 Euro in der Größenklasse von Skoda Kamiq und Skoda Fabia.
Fabia, Kamiq und Scala bleiben noch lange
„Obwohl Skoda nicht am 20.000-Euro-EV-Projekt teilnimmt, ist Skoda bestrebt, sein EV-Portfolio zu erweitern, um der wachsenden Kundennachfrage gerecht zu werden“, schreibt nun Skoda Auto Deutschland auf Anfrage von »kfz-betrieb«. Das Thema Preis spielt möglicherweise zweifach eine Rolle für die Entscheidung. Einmal Richtung Kunde: Denn im Zuge der Absage an ein Mini-BEV bekräftigen die Tschechen, dass der Kleinwagen Fabia als Einstiegsmodell über das Jahr 2030 hinaus weitergebaut werden soll. „Dieses Modell, zusammen mit Kamiq und Scala, wird über 2030 hinaus fortgeführt und bietet effiziente und zugängliche Optionen mit Verbrennungsmotor“, informiert Skoda.
Zum zweiten aus bilanziellen Gründen: Skoda soll laut „Spiegel“ ein Verlustgeschäft befürchten. Bereits mit der Kleinstwagenfamilie Up, Citigo und Mii soll der Konzern pro ausgeliefertem Modell hohe Verluste geschrieben haben. Bestätigt hat der Konzern das offiziell allerdings nie. Da VW traditionell etwas höhere Summen in die Preislisten schreibt, könnte sich ein Mini-BEV für die Wolfsburger dennoch rechnen. Näheres will VW Anfang März verkünden. Die Wolfsburger arbeiten bei dem für 2027 erwarteten Modell mit Rivian zusammen. Das US-Unternehmen hatte die Elektronikarchitektur mitentwickelt. Gebaut wird das Auto voraussichtlich im VW-Werk Palmela (Portugal).
Skoda jedenfalls „ist fest davon überzeugt, dass die Einführung eines Elektrofahrzeugs für 20.000 Euro durch die Brand Group Core (Anm. d. Red.: das sind VW, Seat/Cupra und Skoda) eine ausgezeichnete und wirtschaftlich optimierte Option für Kunden darstellt“. Damit werde sichergestellt, dass es zumindest innerhalb der Gruppe ein geeignetes Fahrzeug für jede Kundenpräferenz gibt. Wenn auch eben nicht (mehr) in jeder Größe.
Was in Sachen Elektro als nächstes kommt
Skoda hatte in der Vergangenheit mit dem Enyaq und dem Enyaq Coupé einen unerwarteten Erfolg im Elektromarkt verbucht. Diesen ersten rein elektrischen Modellen ist jetzt zum Jahresstart der Elroq zu einem Einstiegspreis von 33.000 Euro gefolgt. Mit dem Epiq im Jahr 2026 und einem großen elektrifizierten Familienauto (im Skoda-Sprech: „Space-BEV“) mit bis zu sieben Sitzen, dessen Start noch nicht öffentlich terminiert ist, wird das Fabrikat sein Elektroangebot perspektivisch weiter ausbauen. Im Raum steht zudem auch noch ein elektrifizierter Kombi – quasi das Gegenstück zum Octavia. „Wir sind zuversichtlich, dass diese vielfältige Palette von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEVs) eine breite Palette von Kundensegmenten anspricht und die Elektromobilität zugänglicher macht“, heißt es in einem Skoda-Statement.
Was dann übersetzt heißen mag (auch wenn es von einer anderen Marke geklaut wäre): Nichts ist langfristig unmöglich. Denn eine Hintertür lässt sich die Skoda-Kommunikation offen: „Natürlich überwachen und bewerten wir angesichts der sich schnell entwickelnden Kundenbedürfnisse kontinuierlich die Marktbedingungen und unser Produktangebot.“
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.