Smiles AG stellt Insolvenzantrag
Klagen verhindern die bei der letzten Hauptversammlung beschlossene Kapitalerhöhung. Nun droht die Zahlungsunfähigkeit des Elektroauto-Spezialisten.
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Hartmut Friedrichs, Vorstand der Smiles AG, hat am 24. Februar 2012 einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim zuständigen Amtsgericht Würzburg gestellt. Dieser Schritt war aus Sicht des Vorstands des Anbieters von Elektrofahrzeugen notwendig geworden, da die in der letzten Hauptversammlung genehmigte Kapitalerhöhung nicht möglich ist.
Als Gründe führt die Smiles AG in einer Pressemeldung Folgendes an: "Aufgrund zweier Klagen von Berufsklägern gegen wesentliche Beschlüsse der letzten Hauptversammlung ist es nicht möglich, die beschlossene Kapitalerhöhung in das Handelsregister einzutragen. Dies ist umso bedauerlicher, da in der Hauptversammlung mit 100-prozentiger Zustimmung die Kapitalherabsetzung genehmigt wurde. Dies war der Grundstein für die bereits genehmigte und notwendige Kapitalerhöhung."
Aus Sicht des Vorstands ist die laufende Kapitalerhöhung damit gescheitert. Dies ist für das Unternehmen insofern bitter, da die Kapitalerhöhung bereits deutlich mehr als eine halbe Million Euro Mittelzufluss eingebracht hatte und weitere Investoren Aktien zeichnen wollten. "Da durch den Vorstand kein Abruf der bereits eingezahlten Barmittel erfolgt, werden diese an die entsprechenden Aktionäre und Investoren zurückgeführt", heißt es vom Smiles-Vorstand.
Erschwert hat die Lage des Elektoauto-Spezialisten laut der Mitteilung das Verhalten des Gründers und ehemaligen Vorstands des Unternehmens, Karl Nestmeier. Er habe sein mittelfristig ausgerichtetes Darlehen für sofort fällig erklärt. In der Folge habe er ein Insolvenzantragsverfahren gegen die Smiles AG beim Amtsgericht beantragt, "obwohl nach Auffassung der Gesellschaft dessen Darlehen nicht fällig war", heißt es in der Mitteilung weiter.
Trotz der Darlehensrückforderung und des Insolvenzantrags geht der Smiles-Vorstand von einer Weiterführung des Unternehmens aus. Wesentliche Aktionäre glaubten an das Konzept, in Deutschland und später in Europa ein Vertriebs- und Servicenetzwerk für Elektrofahrzeuge zu schaffen, welches nicht von den konventionellen Fahrzeugherstellern kommt, heißt es in der Mitteilung. Vorgesehen sei nun die Gründung einer Auffanggesellschaft, die dann "ohne Altlasten mit bewährten und neuen Fahrzeugherstellern den Vertrieb von Elektrofahrzeugen vorantreiben" soll.
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