Leitzinssenkung Mehr Rücklagen für Pensionen der Mitarbeiter einplanen

Von Silvia Lulei 3 min Lesedauer

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Je niedriger die Zinsen, desto höher die finanziellen Aufwendungen, um Pensionszusagen für Mitarbeiter abzudecken. Unternehmen müssten im Fall einer Leitzinssenkung mehr Rückstellungen bilden. Aber Achtung: Das kann zu bilanzieller Überschuldung führen.

Angesichts drohender Leitzinssenkungen ist die Liquidität vieler Unternehmen bedroht; allein schon wegen der höheren Rückstellungen für Pensionszusagen ihrer Mitarbeiter.(Bild:  Bild von kues1 auf Freepik)
Angesichts drohender Leitzinssenkungen ist die Liquidität vieler Unternehmen bedroht; allein schon wegen der höheren Rückstellungen für Pensionszusagen ihrer Mitarbeiter.
(Bild: Bild von kues1 auf Freepik)

Am 6. Juni 2024 hat der Rat der Europäischen Zentralbank den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Der ersten Leitzinssenkung seit zwei Jahren könnten weitere folgen – mit Auswirkungen auf die Pensionsverpflichtungen und den Handlungsbedarf von Unternehmen. „Nachdem die EZB den Leitzins zuletzt fünf Mal in Folge unverändert gelassen hat, ist es gut möglich, dass zur Jahresmitte eine Zeit der sinkenden Zinsen anbricht“, sagt Alexander von Saenger, Fachanwalt für Arbeitsrecht der Kanzlei Schultze & Braun. „Diese Änderung kann für Unternehmen wirtschaftlich von Nachteil sein. Denn durch niedrigere Zinsen steigen die finanziellen Aufwendungen für die Verpflichtungen, mit denen sie die Pensionszusagen für ihre Mitarbeitenden abdecken – eine Entwicklung, die wir bereits aus der Niedrigzinsphase zwischen 2008 und 2022 kennen.“

Mehr Rückstellungen notwendig

Die wahrscheinliche(n) Leitzinssenkung(en) der EZB und wahrscheinlich auch der US-amerikanischen Zentralbank FED sind mit Blick auf die Pensionsverpflichtungen von besonderer Bedeutung. Beim sogenannten Rechnungszins, anhand dem die notwendigen Rückstellungen für die Pensionszusagen berechnet werden, spielt der durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre eine wichtige Rolle. „Der Großteil des Zehnjahres-Zeitraums war geprägt von niedrigen Zinsen, die Leitzinserhöhungen der letzten zwei Jahre fallen dabei nur wenig ins Gewicht, und nun dürfte der kurze Zinsanstieg auch schon wieder vorbei sein“, ordnet von Saenger ein.