BKA-Statistik So viele Kfz-Diebstähle wie vor der Pandemie

Von Doris S. Pfaff

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In Zeiten des Lockdowns und der Grenzschließungen sank auch die Zahl der Autodiebstähle. Die aktuelle Statistik des Bundeskriminalamts (BKA) zeigt für 2021 wieder einen Anstieg der Taten auf das Vor-Pandemie-Niveau. Am liebsten stehlen die Täter Verbrenner.

Das BKA verzeichnet in seinem Bundeslagebild „Kfz-Kriminalität“ für 2021 wieder einen Anstieg der Diebstähle auf das Niveau von 2019.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Das BKA verzeichnet in seinem Bundeslagebild „Kfz-Kriminalität“ für 2021 wieder einen Anstieg der Diebstähle auf das Niveau von 2019.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Der Rückgang bei den Fahrzeugdiebstählen im Jahr 2020 war wohl der Pandemie und ihren Folgen geschuldet. Diese Vermutung des Bundeskriminalamts wird durch die aktuelle Statistik zur Kfz-Kriminalität für das Jahr 2021 gestärkt.

Nach dem deutlichen Rückgang im Jahr 2020 um gut 17 Prozent bei den dauerhaft gestohlenen Fahrzeugen liegt die Zahl nun wieder auf dem Vorkrisenniveau. 2021 wurden 16.486 Fahrzeuge als dauerhaft abhandengekommen gemeldet. Gefahndet wurde in dem Jahr nach 30.952 Fahrzeugen, knapp 3.000 weniger als 2019.

Als dauerhaft abhandengekommen definiert das BKA solche Fahrzeuge, die gestohlen oder anderweitig betrügerisch entwendet und nicht mehr aufgefunden wurden. Gut 13 Prozent dieser Kfz wurden unterschlagen, beispielsweise nach Probefahrten, oder als Miet- und Leasingfahrzeuge nicht mehr zurückgebracht. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Kfz, die durch Unterschlagung verschwanden, um 4,7 Prozent.

Weiterhin stark von Diebstählen betroffen sind die Autos der deutschen Hersteller VW, Audi, Mercedes und BMW mit einem Gesamtanteil von knapp 37 Prozent. Allerdings ist der Anteil um rund 10 Prozentpunkte deutlich gesunken.

Dafür stieg laut BKA das Interesse der Diebe insbesondere an den Fahrzeugen der koreanischen Hersteller sowie an Wohnmobilen, deren Aufbauten sich vorrangig auf italienischen und französischen Fahrgestellen befinden. Bei den Tätern insgesamt am beliebtesten waren die Fahrzeuge von Land Rover, Jeep, Porsche und Mazda.

Die Statistik des Bundeskriminalamts (BKA) zu den Kfz-Diebstählen zeigt, welche Autohersteller am meisten betroffen waren. Die Zahl der dauerhaft abhandengekommenen Pkw (gem. Informationssystem der Polizei) steht für je 100.000 Pkw des jeweiligen Herstellers im laufenden Fahrzeugbestand (KBA).(Bild:  Screenshot BKA)
Die Statistik des Bundeskriminalamts (BKA) zu den Kfz-Diebstählen zeigt, welche Autohersteller am meisten betroffen waren. Die Zahl der dauerhaft abhandengekommenen Pkw (gem. Informationssystem der Polizei) steht für je 100.000 Pkw des jeweiligen Herstellers im laufenden Fahrzeugbestand (KBA).
(Bild: Screenshot BKA)

Ein Rückgang zeigte sich bei den (dauerhaft) gestohlenen Lkw und Mietfahrzeugen um 7,7 Prozent auf 588 Fälle gegenüber dem Vorjahr. Aber: Insgesamt konnten 85,7 Prozent aller entwendeten Mietfahrzeuge sichergestellt werden, so das BKA.

Bei der Verschiebung der in Deutschland entwendeten Fahrzeuge spielt laut BKA Osteuropa weiterhin eine wichtige Rolle, auch für gestohlene Fahrzeugteile. Diese werden zumeist von dort über den Landweg nach Zentralasien oder über den Seeweg in den Nahen Osten transportiert und dort weiterverkauft.

Die Nähe zu den Grenzen der osteuropäischen Länder spiegelt sich deshalb auch in der regionalen Verteilung der Straftaten nach Bundesländern wider: So liegt die Zahl der Kfz-Kriminalität in den ostdeutschen Bundesländern wegen ihrer Nähe zu den osteuropäischen Absatzmärkten deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Hybrid- und Elektroautos bei Dieben nicht beliebt

Bei den Diebstählen haben die Täter vor allem Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren im Blick. Das BKA konnte trotz des deutlichen Anstiegs der Zulassungszahlen bei den E-Fahrzeugen kein entsprechend gesteigertes Interesse bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen feststellen. Diese Antriebsarten spielten beim Kfz-Diebstahl weiterhin kaum eine Rolle.

Weiterhin im Fokus der Täter steht auch der Diebstahl von Fahrzeugteilen, insbesondere von hochwertigen Einzelteilen wie beispielsweise Navigationssystemen, aber auch Einzelteilen aus landwirtschaftlichen Maschinen.

Auch das Thema „Salvage Cars“ hat in der Kfz-Kriminalität nach wie vor eine große Bedeutung. Dabei werden im Prinzip schrottreife Unfallautos aus den USA in Osteuropa mit Fahrzeugteilen, die in Deutschland oder anderen europäischen Ländern gestohlen wurden, wieder hergerichtet – in der Regel nicht nach Herstellervorgaben – und dann auf dem europäischen Markt mit viel Gewinn verkauft.

Bei der Bekämpfung dieser zumeist international agierenden Tätergruppierungen ist ein gemeinsames, eng abgestimmtes Vorgehen der internationalen Strafverfolgungsbehörden gefragt, das vom BKA koordiniert wird.

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