Innung Mittelfranken Söder: „Ich bin ein Autoministerpräsident“

Von Steffen Dominsky 3 min Lesedauer

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Mit automobilen Anekdoten der Familie und der eigenen Jugend sorgte der bayerische Ministerpräsident Söder für manchen Schmunzler. Doch nicht nur aufgrund dieses Promi-Gasts war die Stimmung auf der 90-Jahre-Party der Innung Mittelfranken prächtig.

Stolz auf 90 Jahre  Kfz-Innung Mittelfranken: Karl-Heinz Breitschwert (Obermeister, li.) und Stefan Schaller (Geschäftsfürher, re.) von der Kfz-Innung Mittelfranken sowie der Ehrengast und bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder (mitte) im Rahmen der Jubiläumsfeier.(Bild:  Birgit Eiblmaier)
Stolz auf 90 Jahre Kfz-Innung Mittelfranken: Karl-Heinz Breitschwert (Obermeister, li.) und Stefan Schaller (Geschäftsfürher, re.) von der Kfz-Innung Mittelfranken sowie der Ehrengast und bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder (mitte) im Rahmen der Jubiläumsfeier.
(Bild: Birgit Eiblmaier)

Zugegeben: Sie ist nicht die älteste Innung. Aber mit 90 Jahren gehört sie zweifelsohne zu denen mit einer großen Geschichte. Das feierten die Mittelfranken in Nürnberg am 13. September zusammen mit ihren Mitgliedern. Und zur Geschichte gehörten auch jede Menge Geschichten. Die gab unter anderem der bayerische Ministerpräsident Markus Söder als „Special Guest“ zum Besten. Dabei war es keineswegs nur die räumliche Nähe, die den Nürnberger animiert hatte, auf einem Kfz-Fest eine ebensolche Rede in bester Bierzeltmanier zu halten, sondern die Nähe zum Kraftfahrzeug im Besonderen.

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So erfuhren die versammelten Auto- und Werkstattvertreter, dass Söders Großvater einer der ersten Peugeot-Händler Bayerns war. Folglich trug das erste Auto, in dessen Lenkrad der junge Markus nach Erlangen seiner Fahrerlaubnis griff, auch stolz einen Löwen im Signet – wenn auch nicht den bayerischen. Einem immerhin deutschen Produkt, einem Audi 80 im einst beliebten Manila-Grün, folgten nach einem kurzen Ausflug in die Welt der US-Geländewagen dann ausschließlich bayerische Fabrikate, versicherte Bayerns oberster Food-Influencer. „Bayern ist Autoland und ich bin ein Autoministerpräsident. Für mich ist das Auto seit jeher auch der Ausdruck von Freiheit und Emanzipation“, outete sich Söder und sprach sich für eine individuelle Mobilität aus, die künftig auch Verbrenner berücksichtigen müsse.

Innung Mittelfranken aktuell

Im vergangenen Jahr haben 3.722 Auszubildende einen „ÜLU-Kurs“ in der Innung Mittelfranken absolviert – in Summe 349 Kurs-Wochen. Bei den Weiterbildungskursen für AU, SP, Gas, Klima, Airbag, Hochvolt und Oldtimer hat die Einrichtung an 144 Tagen 1.312 Personen geschult. Hinzu kommen die Meisterkurse: Aktuell führen die Mittelfranken drei Meisterkurse pro Jahr durch, zwei Vollzeitkurse und einen Abendkurs.

Stolze Geschichte

Ebenfalls mit von der Partie bei der 90-Jahr-Feier der Innung Mittelfranken waren der Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König, Markus Pirner, Präsident der Handwerkskammer für Mittelfranken, sowie Günter Friedl, Präsident und Landesinnungsmeister des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern. Karl-Heinz Breitschwert, Obermeister der Innung Mittelfranken, führte durch den Abend und umriss die stolze Geschichte der Innung. Und die begann offiziell 1935, als die Handwerkskammer das Kraftfahrzeug-Reparaturgewerbe als eigenständiges Handwerk anerkannte. Doch bereits 1927 hatte sich eine Interessengemeinschaft um den Nürnberger Hans Kropf zusammengeschlossen. Diese Interessengruppe umfasste die Handwerksgruppen Fahrrad, Nähmaschine, Kraftfahrzeug und Büromaschine. Und so wurde Kropf auch zum ersten Obermeister benannt, und mit ihm waren bald über 130 Betriebe in und um Nürnberg organisiert.

Kurz vor Kriegsende im März 1945 wurde das Innungsgebäude schwer beschädigt. 1946 wählte man Anton Bauer zum Obermeister und in der Nachkriegszeit ging es steil aufwärts: Gesellenprüfung, Meisterprüfung, Kfz-Elektriker – all dies musste organisiert werden. 1971 gründete der Großvater des heutigen Obermeisters eine der ersten Schiedsstellen. 1986 eröffnete die Innung ihren umfangreichen und 9 Millionen DM teuren Neubau in der Hermannstraße, der bis heute kontinuierlich umgebaut und erweitert wurde. „Heute sind wir mit über 800 Mitgliedsbetrieben die drittgrößte Innung Bayerns und damit eine der größten Deutschlands. Unser Ausbildungszentrum beschäftigt 14 festangestellte Trainer, die Geschäftsstelle 6 feste Mitarbeiter. Und gegen den Trend haben wir seit drei Jahren wieder steigende Ausbildungszahlen: hierfür meinen herzlichen Dank an alle Mitgliedsbetriebe“, resümierte Karl-Heinz Breitschwert nicht ohne Stolz.

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