Reifentest Eine Wagenlänge Unterschied beim Bremsweg

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 2 min Lesedauer

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Beim Reifentest von GTÜ, ACE und ARBÖ setzte sich der Continental Premium-Contact 7 an die Spitze, während die Vertreter von Billigmarken erneut schwächelten.

Testfahrzeug für die Objektivtests beim GTÜ-Reifentest war ein Opel Astra Sportstourer.(Bild:  Konstantin Tschovikov)
Testfahrzeug für die Objektivtests beim GTÜ-Reifentest war ein Opel Astra Sportstourer.
(Bild: Konstantin Tschovikov)

Ein exotischer Markenname sowie die Herkunft aus Fernost müssen nicht mehr zwangsläufig auf einen schlechten Reifen hindeuten – das zeigte etwa jüngst der ADAC-Sommerreifentest. Doch natürlich bleibt die Gefahr, eine Niete zu ziehen, in dieser Produktkategorie am höchsten.

Diesen Schluss muss man aus den Ergebnissen des Reifentests ziehen, den der Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreich (ARBÖ), der Auto Club Europa (ACE) und die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) gemeinsam durchgeführt haben. In der Prüfung standen Sommerreifen der Dimension 225/45 R 17 von Premiumherstellern wie Continental oder Michelin, aber auch preisgünstigere Produkte von Austone, Milestone und Berlin Tires.

Schon beim Bremstest auf trockener Fahrbahn aus Tempo 100 km/h zeigten die Reifen deutliche Leistungsunterschiede: Während der spätere Testsieger Premium-Contact 7 von Continental bereits nach 33,7 Metern zum Stehen kam, brauchte der Austone Athema SP-701 38,2 Meter.

Auf Nässe geht es ans Eingemachte

Noch schwieriger ist für die Reifenentwickler, einen möglichst kurzen Bremsweg auf nasser Straße zu erreichen. Das zeigt sich auch an den schlechten Werten der Billigmarken: Während der Continental bereits nach 27,4 Metern stand (Anfangsgeschwindigkeit: 80 km/h) und die Werte der anderen Testreifen eng dahinter lagen, benötigten die beiden Modelle von Milestone und Austone rund vier Meter mehr Bremsweg.

Auch bei der Fahrt auf dem bewässerten Handling-Parcours zeigten sich große Unterschiede. Während der Continental durch starken Grip, ausgewogenes Lenkverhalten und gute Rückmeldung an Fahrerin oder Fahrer überzeugte, bewertete Testfahrer Henning Renner die Produkte von Austone, Milestone und Berlin Tires so: „Sie fahren sich unsicher, führen teils zu viel Übersteuern, sind vom Lenkverhalten unpräzise, mit deutlich weniger Grip, und man hat während des Beschleunigungsvorgangs mit erhöhtem Untersteuern zu kämpfen.“ Sein Urteil ist klar: „Diese Reifen können in einer Notsituation ein Sicherheitsrisiko für die Normalfahrenden darstellen.“

Mit 130 bis 143 Punkten liegen alle Testreifen nah beieinander – Ausreißer sind lediglich die Billigmarken.(Bild:  GTÜ)
Mit 130 bis 143 Punkten liegen alle Testreifen nah beieinander – Ausreißer sind lediglich die Billigmarken.
(Bild: GTÜ)

Beim Aquaplaning-Test dreht sich so manche Platzierung. Lag Maxxis beim Nassbremsen noch auf Platz zwei, rutschte der Pneu beim Aquaplaning in der Kurve auf den letzten Platz. Vredestein rückte vom Mittelfeld auf Platz eins und liegt mit deutlichem Abstand sogar vor dem Continental. Milestone, beim Bremsen immer auf dem vorletzten Platz, schaffte es hier ins Mittelfeld.

Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig Reifentests nach wie vor sind. Denn auch unter chinesischen Reifen gibt es mittlerweile große Leistungsunterschiede. Gesamtsieger Continental überzeugt in allen Disziplinen der Verkehrssicherheit und bietet im Testfeld die größte Sicherheit. Einziger Makel: Er ist von allen Reifen der lauteste – und er ist der teuerste. Sehr empfehlenswert sind zudem Vredestein, Michelin und Pirelli.

Durchgefallen und damit nicht empfehlenswert ist der Austone. Milestone und Berlin sind in der Gesamtwertung nur bedingt empfehlenswert. Doch in den Disziplinen der Verkehrssicherheit fallen auch sie durch: Die Ergebnisse beim Bremsen und Nasshandling sind eindeutig. Sie könnten ein Sicherheitsrisiko für Normalfahrerinnen und -fahrer darstellen und somit auch andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringen, warnt die GTÜ.

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