Solarenergie Sono Motors testet Solartechnologie für Kühltransporte

Von Christian Otto

Die Kühlung von verderblichen Waren kostet bei klassischen Nutzfahrzeugen auch Kraftstoff und verschlechtert die CO2-Bilanz nochmals. Sono Motors kooperiert nun mit einem Kühlaufbauten-Spezialisten und will über seine Solarpanels die Kühlung ermöglichen.

Die Solarpanels von Sono Motors sollen die Energie für die Kühlung der Waren erbringen. Damit will das Unternehmen eine Lösung anbieten, die Kraftstoff und CO2 einspart.
Die Solarpanels von Sono Motors sollen die Energie für die Kühlung der Waren erbringen. Damit will das Unternehmen eine Lösung anbieten, die Kraftstoff und CO2 einspart.
(Bild: Sono Motors )

Sono Motors hat für seine in die Außenhaut von Fahrzeugen integrierte Solartechnologie einen neuen Partner gefunden. Die Münchner unterzeichneten hierzu einen Vertrag mit The Reefer Group, einem international aktiven Hersteller von Kühlaufbauten. Dessen französisches Tochterunternehmen Chereau stattet zusammen mit Sono einen ersten Kühlanhänger aus, um die technische und wirtschaftliche Machbarkeit einer Solarlösung für Serienfahrzeuge zu untersuchen und zu evaluieren.

Sono Motors hat derzeit ein eigenes Elektroauto in der Erprobung, das 2023 auf den Markt kommen soll. Das Sion genannte Pkw-Modell ist rundum mit Solarzellen in der Außenhaut verkleidet, die das Fahrzeug mit Strom versorgen. Bei durchschnittlicher Nutzung soll der Sion dadurch die Hälfte des jährlich nötigen Stroms selbst produzieren. Die Bereitstellung der Technologie an Partner hat Sono Motors inzwischen als wirtschaftliches Standbein klassifiziert. Unter anderem mit MAN und Ari Motors ist das Start-up im Gespräch.

Die Solar-Integration kann laut Sono das Kühlaggregat des Anhängers mit zusätzlich 9,8 Kilowatt versorgen. Dadurch sollen wiederum etwa 3.400 Litern Kraftstoff im Jahr eingespart werden. Unter Spitzenbedingungen erwarten die Firmen sogar eine Ersparnis von bis zu 8.475 Litern. Umgerechnet soll das die lokalen CO2-Emissionen um etwa 9 Tonnen pro Jahr und Fahrzeug reduzieren. Den Vergleich bilden hierbei Auflieger mit dieselbetriebenen Kühlungen.

Fast 60 Quadratmeter für Solarmodule

Sono Motors wird Dach- und Seitenflächen eines bestehenden Chereau-Aufliegers mit insgesamt 54 Solarmodulen ausstatten. Sono setzt hierfür den VaPV-Prozess (kurz für vehicle applied photovoltaic oder fahrzeugangewandte Photovoltaik) ein, der speziell für Fahrzeugaufbauten entwickelt wurde. Die hocheffizienten, speziell für den Einsatz auf Fahrzeugen entwickelten Solarmodule bedecken dabei eine Gesamtfläche von 58,9 Quadratmetern und erzeugen eine Spitzenleistung von bis zu 9,8 Kilowatt. Der erzeugte Solarstrom wird über die Ladung der Batterie zum Betrieb der Kühleinheit genutzt.

Der sogenannte CO2-Rucksack des Solaraufliegers – beispielsweise Emissionen, die in der Produktion verursacht werden – beträgt einmalig etwa 6,5 Tonnen CO2 und kann laut Sono nach einer kurzen Laufzeit von unter einem Jahr bereits ausgeglichen werden. Die erstmalige Vorstellung des Aufliegers ist für die IAA Transportation 2022 in Hannover geplant. Im Anschluss sollen eingehende Tests in einem mehrmonatigen Feldversuch bei einem Chereau-Kunden in Frankreich folgen. Mittels dieser Tests wollen die Partner auch die Zahlen zum Energieertrag und zur Kraftstoffeinsparung validieren. Derzeit basieren sie noch auf internen Berechnungen und Annahmen zu Wetter und Systemeffizienz.

Sono glaubt einen Wachstumsmarkt identifiziert zu haben, da es eine stetig wachsende Nachfrage nach Transportlösungen für medizinische Produkte, Tiefkühlartikel und Fast Food gibt und diese auch den Kühlaufliegermarkt positiv beeinflussen soll. Zudem sei die Branche steigenden Kraftstoffpreisen und sich verschärfendem Preisdruck ausgesetzt. Mit dem Solaransatz will Sono Motors den ansteigenden Kraftstoffpreisen und den zunehmenden CO2-Emissionen entgegensteuern.

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