Sono Motors Investitionen treiben Jahresverlust auf Rekordhöhe

Von Andreas Grimm

Sono Motors wird sein solarelektrisches Fahrzeug anders als geplant erst 2023 zur Auslieferung bringen. Die Verzögerungen zehren am Kapital aus dem Börsengang. Nun soll ein neues Geschäftsfeld etwas finanziellen Spielraum schaffen.

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Corona-Krise, Ausfall des Auftragsfertigers und hohe Verluste – für Sono Motors lief es 2021 nicht ganz so rund, wie es das Logo suggeriert.
Corona-Krise, Ausfall des Auftragsfertigers und hohe Verluste – für Sono Motors lief es 2021 nicht ganz so rund, wie es das Logo suggeriert.
(Bild: Sono Motors)

Der Elektroautobauer Sono Motors hat im vergangenen Jahr den Bilanzverlust im Vergleich zum Jahr 2020 nochmals vergrößert. Wie aus den Daten der Sono Group N.V. hervorgeht (die Firmenholding hat ihren Sitz in den Niederlanden), verlor das Unternehmen 2021 rund 64 Millionen Euro. Damit ist ein wesentlicher Teil der Einnahmen des Börsengangs im Herbst 2021 bereits verbraucht. Damals flossen 142 Millionen Euro in die Kassen des Unternehmens.

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Bereits für das Jahr 2020 wies Sono Motors einen Verlust von 56 Millionen Euro aus, 2019 waren es erst rund 10 Millionen Euro. Sono Motors entwickelt nach eigenen Angaben das erste Auto mit Solarzellen in der gesamten Karosserie (Solar Electric Vehicle / SEV), das ab 2023 bei Valmet in Finnland gebaut werden soll. Erschwert hat die finanzielle Lage, dass der ursprünglich ausgewählte Produktionspartner NEVS aus Schweden wegen der Turbulenzen der chinesischen Muttergesellschaft Evergrande ersetzt werden musste.

Generell investiert das Unternehmen mit seinem operativen Sitz in München kräftig. Neben der weiteren Entwicklung des Modells Sion hat Sono Motors im letzten Jahr die Belegschaft mehr als verdoppelt. Zum Jahreswechsel beschäftigten die Münchener 231 Personen. Ende März waren es sogar 267 Menschen. Da das Modell Sion noch nicht verkauft wird, hatte Sono bislang keine Einnahmen, abgesehen von den Reservierungsgebühren der Sion-Interessenten. Inzwischen liegen nach Unternehmensangaben gut 17.000 Reservierungen vor, die Einlagen der Interessenten summieren sich auf rund 4 Millionen Euro.

Zudem hat Sono Motors die selbst entwickelte Solartechnologie für die Karosserie-Außenhaut als „strategische geschäftliche Säule neben unserem Solar-Elektroauto Sion“ identifiziert. Mit der Auslieferung entsprechender Solarpanele an interessierte Geschäftskunden wurden im Jahr 2021 etwa 16.000 Euro Einnahmen erzielt. Zu den Abnehmern gehören beispielsweise MAN, der Kleinfahrzeughersteller Ari Motors und die Münchener Verkehrsbetriebe (MVG). Die Zahl der B2B-Projekte im Bereich der Solar-Integration sei binnen eines Jahres von 2 auf 17 gestiegen. Gleichwohl liegt der Schwerpunkt der Tätigkeiten für das laufende Jahr aber „auf der Verbesserung der Qualität, der Tests und der Geschwindigkeit des Sion-Entwicklungsprogramms“.

Mit dem neuen Auftragsfertiger Valmet will Sono Motors über einen Zeitraum von sieben Jahren 257.000 Fahrzeuge bauen. Mit einer Flotte von 37 Serien-Validierungsfahrzeugen und Rohkarosserien soll das finale Testprogramm starten und über die letzten Designanpassungen entschieden werden. Die Flotte wird dabei für die Serien-Validierung, Optimierung, Homologation und Crashtests eingesetzt.

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