Verbände warnen Spritspar-Dongles ohne Wirkung

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

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ADAC und ZDK warnen Autofahrer vor unseriösen Angeboten von angeblichen Effizienz-Steckern. Sogenannte Spritspar-Dongles seien wirkungslos.

Weil die Preise an den Tankstellen weiter steigen, suchen Autofahrer nach Möglichkeiten, Sprit zu sparen. Mit sogenannten Dongels klappt das jedoch nicht, warnen ZDK und ADAC.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Weil die Preise an den Tankstellen weiter steigen, suchen Autofahrer nach Möglichkeiten, Sprit zu sparen. Mit sogenannten Dongels klappt das jedoch nicht, warnen ZDK und ADAC.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Hohe Kraftstoffpreise machen Autofahrer empfänglich für vermeintliche Sparhilfen. Vor sogenannten „Spritspar-Dongles“ warnen jedoch sowohl der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) als auch der ADAC. Die teils mit bis zu 55 Prozent beworbene Kraftstoffersparnis – je nach Anbieter – sei technisch nicht nachweisbar.

Ihre Handhabung klingt einfach: Die Dongles werden in die OBD-Buchse (OBD = On-Board-Diagnose) im Fußraum des Fahrers gesteckt und sollen angeblich den Verbrauch des Motors beeinflussen. Angeboten werden sie in Geschäften und im Internet zu Preisen ab rund acht Euro pro Stück.

Technische Wirkung schließen Experten aus

Untersuchungen unabhängiger Stellen und Berichte aus Fachmedien zeigen laut ZDK übereinstimmend, dass die angebotenen OBD-Dongles keinerlei Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch haben. In vielen Fällen besteht gar keine Verbindung zur Motorsteuerung – eine technische Wirkung ist daher ausgeschlossen. „Moderne Fahrzeuge verfügen über hochkomplexe, exakt aufeinander abgestimmte Motormanagementsysteme. Eine pauschale Verbrauchsoptimierung durch ein simples Steckgerät ist daher schlicht nicht möglich“, stellt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn klar.

Solche Spritspar-Dongles werden Autofahrern vor allem im Internet angeboten. Sie sollen über den OBD-Anschluss auf den Motor kraftstoffsparend wirken. Laut Experten sind sie jedoch ohne Wirkung.(Bild:  KI-generiert)
Solche Spritspar-Dongles werden Autofahrern vor allem im Internet angeboten. Sie sollen über den OBD-Anschluss auf den Motor kraftstoffsparend wirken. Laut Experten sind sie jedoch ohne Wirkung.
(Bild: KI-generiert)

Auch der ADAC hat Spritspar-Dongles mehrfach untersucht. Ende 2024 nahm der Club gemeinsam mit der Computerzeitschrift c’t den Spritspar-Dongle „ecoOBD2“ des Herstellers Ecomac unter die Lupe. Zwar erweckten blinkende Leuchtdioden den Eindruck, aktiv mit der Fahrzeugelektronik zu kommunizieren – tatsächlich erfolgte keinerlei Signalübertragung über die OBD-Schnittstelle. Der Stecker sei daher wirkungslos, heißt es im ADAC-Testbericht. „Wäre die versprochene Wirkung tatsächlich erreichbar, hätten Automobilhersteller solche Systeme längst serienmäßig integriert. Die Behauptungen entbehren jeder technischen Logik“, so der ADAC.

Alte Idee, neues Gewand – aber null Wirkung

Der Ansatz ist nicht neu. Immer dann, wenn die Spritpreise steigen, tauchen Produkte wie Tankpillen, Magnete an der Kraftstoffleitung oder spezielle Ölzusätze auf, die angeblich Verbrauch und Emissionen senken sollen. Besonders problematisch: Viele Anbieter werben mit fragwürdigen Gutachten, angeblichen Zertifikaten oder positiven Erfahrungsberichten. Bisher konnte jedoch kein Produkt sein Versprechen einlösen.

Nur Fahrstil und Wartung helfen wirklich

ADAC und ZDK raten deshalb zur Vorsicht. Wer den Kraftstoffverbrauch seines Fahrzeugs nachhaltig senken möchte, sollte auf eine defensive, vorausschauende Fahrweise, regelmäßige Wartung und korrekten Reifendruck achten. „Spritsparwunder gibt es nicht“, betont ADAC-Technikexperte Markus Sippl.

ZDK-Präsident Thomas Peckruhn ergänzt: „Seriöse Einsparpotenziale lassen sich nicht per Steckdose aktivieren, sondern nur durch moderne Fahrzeugtechnik, fachgerechte Wartung und einen verantwortungsbewussten Fahrstil.“

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