Stahlgruber schluckt Teilehändler Rücker

Von Andreas Grimm

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Im Teilehandel verliert ein Mittelständler nach dem anderen die Selbstständigkeit. Jetzt hat es nach der Insolvenz die Karl Rücker GmbH erwischt. Sie geht im Stahlgruber-Konglomerat auf, das selbst erst vor kurzem geschluckt wurde.

Der nur regional aktive Teilehändler Rücker geht mutmaßlich in der Stahlgruber-Gruppe auf.(Bild:  Rücker)
Der nur regional aktive Teilehändler Rücker geht mutmaßlich in der Stahlgruber-Gruppe auf.
(Bild: Rücker)

Im Konzentrationsprozess des Teilehandels bahnt sich die nächste Übernahme an. Die insolvente Karl Rücker Kfz-Teile GmbH und Co. KG steht vor dem Verkauf an die Stahlgruber-Gruppe. Nach Angaben des Insolvenzverwalters Dietmar Haffa von der Kanzlei Schulte & Braun will der Großhändler den Geschäftsbetrieb mit Wirkung zum 1. März vollständig übernehmen und fortführen.

Zur Rücker GmbH, einem vor 85 Jahren gegründeten Familienbetrieb mit Sitz in Heilbronn, gehören drei Verkaufsniederlassungen in Crailsheim, Eppingen und Schwäbisch Hall. Die an den drei Verkaufsstellen operativ tätigen 30 Mitarbeiter will Stahlgruber laut einer Pressemitteilung übernehmen und die Niederlassungen fortführen. Rücker hatte sich den Angaben zufolge auf den Handel von hochwertigen Fahrzeugteilen in Erstausrüster-Qualität spezialisiert und erwirtschaftete zuletzt 4,6 Millionen Euro im Jahr.

Über Rücker wurde zum 1. Februar das Insolvenzverfahren eröffnet, nachdem der Teilehändler Anfang Dezember 2017 den Insolvenzantrag gestellt hatte. Das operative Geschäft lief seither ohne Unterbrechung weiter. Daran soll sich laut Stahlgruber-Plänen nichts ändern. Zur Versorgung mit Waren werden die Rücker-Verkaufsniederlassungen nach der Übernahme an die Logistik- und Vertriebskonzepte von Stahlgruber angeschlossen.

Ursächlich für die Insolvenz sind laut einem Bericht der „Heilbronner Stimme“ neben rückläufigen Umsätzen auch eine neue Software, die hohe Mehrkosten produziert habe, sowie das nicht näher beschriebene „Fehlverhalten eines früheren hochrangigen Mitarbeiters“.

Mit der angepeilten Übernahme würde zugleich die Stahlgruber AG weiter wachsen, die ihrerseits erst Ende 2017 vom US-Teileriesen LKQ Corporation geschluckt worden war. Die LKQ Corporation gehört zu den größten Autoteile-Distributoren im internationalen Kfz-Teilemarkt, war aber vor dem Stahlgruber-Deal noch nicht in Deutschland aktiv.

Bereits Mitte September hatte zudem der ebenfalls US-amerikanische Großhändler Genuine Parts Company die Alliance Automotive Group (AAG) gekauft. Diese wiederum steht hinter dem Teilegroßhändler Coler sowie zahlreichen ehemals selbstständigen mittelständischen deutschen Teilehändlern, die vor dem Verlust ihrer Selbstständigkeit eine ähnliche Größe wie Rücker hatten.

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