Suchen

US-Teileriese kauft Stahlgruber

Autor: Andreas Grimm

Die nächste Branchengröße im deutschen Autoteilehandel wechselt den Besitzer. Die Stahlgruber AG ist künftig Teil der global agierenden LKQ Corporation aus den USA. In Westeuropa und Großbritannien ist der neue Eigentümer bereits aktiv.

Firma zum Thema

(Bild: Stahlgruber)

Die Konzentration im Autoteile-Großhandel hat die nächste Stufe erreicht. Nach monatelangen Verhandlungen übernimmt der US-amerikanische Teileriese LKQ Corporation den deutschen Teilegroßhändler Stahlgruber, der bis zuletzt in der Hand verschiedener Gesellschafter war. Ziel des Verkaufs sei die langfristige Beibehaltung der erfolgreichen Positionierung der Stahlgruber AG, heißt es in einer Pressemitteilung vom Montag.

Nach „eingehender Prüfung der strategischen Optionen“ habe sich der Stahlgruber-Vorstand für einen Verkauf entschieden, heißt es in der Mitteilung. Der Kaufvertrag sei am Sonntag unterzeichnet worden. Die Transaktion steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Behörden.

Die LKQ Corporation gehört zu den größten Autoteile-Distributoren im internationalen Kfz-Teilemarkt. Bislang ist das Unternehmen vor allem in Nordamerika und Taiwan, aber auch in verschiedenen Märkten Europas aktiv. Weitere Informationen zu den Zielen des Teilehandelskonzerns könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geben, sagte Pressesprecher Elmar Voltz auf Anfrage von »kfz-betrieb«.

Auch zum Kaufpreis schweigt der Teilegroßhändler. Er entspreche aber „einem Unternehmenswert von rund 1,5 Milliarden Euro“, heißt es etwas verklausuliert. Die Entscheidung für LKQ war letztlich das Ergebnis einer intensiven Prüfung mehrerer Kaufangebote. Über die Zukunft von Stahlgruber war seit August spekuliert worden, als die Unternehmensführung selbst verkündet hatte, verschiedene strategische Optionen zu prüfen. Bereits damals war die LKQ Corporation als möglicher Käufer genannt worden.

Ergänzung der Europa-Aktivitäten von LKQ

Der Käufer wird von Stahlgruber als langfristiger Investor beschrieben. Für die Auswahl habe das Wohl der Mitarbeiter eine tragende Rolle gespielt. „Durch den Zusammenschluss mit LKQ Corp. kann Stahlgruber seine herausragende Marktposition im europäischen Kfz-Teilemarkt halten und weiter ausbauen“, wird Vorstandschef Heinz Reiner Reiff in der Mitteilung zitiert.

Tatsächlich ergänzen sich der Käufer und Stahlgruber laut Voltz in der bisherigen Marktpräsenz in Europa. Der bayerische Teilegroßhändler ist bislang neben Deutschland in Tschechien, Österreich, Slowenien und Italien aktiv. LKQ ist über die Sator Holding mit Sitz in den Niederlanden in verschiedenen Märkten Westeuropas aktiv sowie mit Euro Car Parts in Großbritannien.

Bereits Mitte September hatte es im europäischen Großhandel eine milliardenschwere Übernahme gegeben. Damals hatte der ebenfalls US-amerikanische Großhändler Genuine Parts Company die Alliance Automotive Group (AAG) gekauft, zu der wiederum seit Ende 2015 der deutsche Teilegroßhändler Coler gehört.

(ID:45053685)

Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«