Neuzulassungen 2025 Starker Dezember verstärkt Hoffnung auf Absatzplus 2026

Von Andreas Grimm 4 min Lesedauer

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Das Autojahr 2025 hat sich im Dezember versöhnlich verabschiedet. Der ZDK erwartet derzeit einen Absatzanstieg für 2026, nicht zuletzt getragen von einer wachsenden E-Nachfrage. Doch die Situation ist nicht eindeutig.

Der deutsche Automarkt hat sich 2025 am Ende doch leicht erholt. Im neuen Jahr könnte es weiter aufwärts gehen.(Bild:  Grimm/VCG)
Der deutsche Automarkt hat sich 2025 am Ende doch leicht erholt. Im neuen Jahr könnte es weiter aufwärts gehen.
(Bild: Grimm/VCG)

Der deutsche Neuwagenmarkt hat sich mit einem starken Plus aus dem durchwachsenen Autojahr 2025 verabschiedet. Wie aus den am 6. Januar veröffentlichten Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts hervorgeht, wurden im Dezember 246.439 Pkw erstmals in Deutschland zugelassen. Das waren 9,7 Prozent mehr als im Schlussmonat des Vorjahres.

Damit hat sich das Neuwagenjahr 2025 unter dem Strich besser entwickelt als das Jahr 2024. Im Jahresvergleich kamen im abgelaufenen Jahr 2.857.591 Pkw zur Erstzulassung. Das waren 1,4 Prozent mehr als im Jahr 2024. Nach einer deutlich rückläufigen Absatzentwicklung im ersten Halbjahr (–4,7 % nach sechs Monaten) erholte sich der Markt im zweiten Halbjahr Schritt für Schritt – die Monatsbilanzen fielen seit Juli immer positiv aus.

Die Marktentwicklung im Dezember folgte der Logik der vorigen Monate. Größte prozentuale Gewinner waren einmal mehr die chinesischen Hersteller Leapmotor (+1.230 %) und BYD (+1.170 %), wobei BYD mit 4.100 Einheiten auf einen Marktanteil von 1,7 Prozent kommt. Auch MG legt weiter zu (+53,8 %; Marktanteil 1,2 %). Auffällig ist das starke Plus von Audi (+33,4 %). Am Ende der Erfolgsskala stehen einmal mehr Tesla (–48 %) sowie Porsche (–33,7 %) und Suzuki (–24,1 %).

Aufsteiger 2025: China und Elektro

Auf das Gesamtjahr gesehen ergibt sich ein ähnliches Bild. Ganz vorne im Ranking stehen – von verschiedenen Nischenfabrikaten abgesehen – die chinesischen Newcomer, neben Leapmotor, BYD und MG auch Lynk & Co sowie Xpeng. Bei Great Wall ist der Absatz dagegen im Gesamtjahr um ein Fünftel rückläufig und im Dezember fast völlig zum Erliegen gekommen (–93 %).

Erfolgreichste Volumenmarke des Jahres 2025 ist Skoda gewesen. Die Tschechen steigerten ihren Absatz um 10,2 Prozent auf 226.742 Einheiten. Dahinter folgen im Wachstumsranking Renault (+9,4 %) und BMW (+8,9 %). Erheblich an Absatz verloren haben dagegen Tesla (–48,4 %), Mitsubishi (–29,0 %) und Porsche (–17,7 %) – wobei deren Marktanteil inzwischen auf jeweils unter ein Prozent gesunken ist.

Besonders bitter ist das rückläufige Ergebnis weiterhin für die Elektromarke Tesla, da die batterieelektrische Antriebsart im Jahresverlauf – und nochmals im Dezember – deutlich zugelegt hat. Im Schlussmonat lag der Anteil der BEVs am Gesamtmarkt bei 22,2 Prozent. Es war das dritte Mal in Folge über der Marke von 20 Prozent. Auch im Gesamtjahr setzte sich der Aufwärtstrend fort: 19,1 % aller Pkw-Neuzulassungen – oder gut 545.000 Einheiten – entfielen 2025 auf BEVs. Das war ein Plus von 5,6 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr mit einem Elektro-Anteil an den Neuzulassungen von 13,5 Prozent.

ZDK sieht positive Tendenzen

„Die Neuzulassungen des Jahres 2025 senden ein klares Signal in Richtung Aufschwung der Elektromobilität: Wenn dieser Trend sich auch im Jahr 2026 fortsetzt, kann der Hochlauf der Elektromobilität dieses Jahr wirklich Fuß fassen, wenn die Weichen richtig gestellt werden“, kommentierte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn die Zahlen. „Sie bestätigen unsere optimistische Marktprognose für das neue Jahr.“

Der ZDK erwartet, dass sich der BEV-Anteil am Zulassungsniveau im Pkw-Gesamtmarkt 2026 zwischen 20 und 25 Prozent einpendeln wird. Für den Gesamtmarkt prognostiziert der ZDK für das Jahr 2026 einen spürbaren Anstieg um 3,5 bis 4 Prozent auf 2,95 Mio. Neuzulassungen, davon eine Million mit Stecker (BEV und PHEV) durch private und gewerbliche Halter. In einem ähnlichen Rahmen bewegt sich die Prognose des Verbands der Automobilindustrie.

Weniger optimistisch schätzt Branchenexperte Constantin Gall von der Unternehmensberatung EY die Situation ein. Im Vergleich zum Jahr 2023 sei die Elektromobilität nur um 4 Prozent gewachsen und der Gesamtmarkt liege deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau, gibt er zu bedenken. Er erwartet daher für das neue Jahr nur ein Mini-Wachstum des Gesamtmarktes bei einem deutlichen Anstieg der Elektrozulassungen aufgrund der neu aufgelegten staatlichen Förderung.

Elektroanteil reicht noch nicht

Ebenfalls nicht zufrieden mit der Gesamtsituation und der Elektro-Entwicklung äußerte sich der Importeursverband VDIK, auch wenn die Importeure „mit bezahlbaren BEVs und Plug-in-Hybriden überproportional zum Wachstum in diesen Segmenten beigetragen und den E-Auto-Markt mit einer starken Produktoffensive angeschoben“ hätten. Doch der Marktanteil der E-Modelle reiche noch nicht aus, „um die CO2-Flottengrenzwerte zu erreichen“, mahnte VDIK-Präsidentin Imelda Labbé. Ihr Verband hatte für das abgelaufene Jahr einen BEV-Absatz von 570.000 Einheiten prognostiziert.

Eine Erfolgsgeschichte waren dagegen zurückliegend die Verkäufe der Plug-in-Hybride. Deren Neuzulassungen kletterten im Vorjahresvergleich um 62,3 Prozent auf 311.398 Fahrzeuge. Das entspricht einem Marktanteil von 10,9 Prozent, der rund 4,1 Prozentpunkte höher liegt als im Vorjahr. Zum Vergleich: Der Anteil benzinbetriebener Pkw (777.641/–21,6 %) lag mit 27,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau (35,2 %); der Anteil dieselbetriebener Pkw (395.022/–18,3 %) wies in der Jahresbilanz 13,8 Prozent (Vorjahr: 17,2 %) aus.

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Der Verein Deutsche Umwelthilfe (DUH) nahm die steigenden Elektrozahlen zum Anlass, die Vorteile insbesondere von vollelektrischen Kleinwagen für den Klimaschutz darzulegen. Deren Reichweite decke den typischen täglichen Fahrbedarf bei Weitem ab: „Die durchschnittlich zurückgelegte Strecke pro Pkw liegt in Deutschland bei rund 34 Kilometern am Tag“, heißt es von der DUH. Elektroautos verursachten über ihren Lebenszyklus nur etwa ein Viertel der Treibhausgasemissionen eines Verbrenners. Kritik übte die Organisation an der rückwärtsgerichteten Politik der Bundesregierung, die „noch über die Zukunft des Verbrenners diskutiert“, obwohl die automobile Zukunft zunehmend elektrisch werde.

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