Lenk-Technik

„Steer by wire“ – Eintrittskarte ins autonome Fahren

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Überhaupt spielt der Rennsport bei der Entwicklung von Steer by wire eine wichtige Rolle. „Zunächst hat man die Technik etwas abgewertet, weil sie aus dem Behinderten-Bereich kommt – und da wird ja sowieso nur langsam und vorsichtig gefahren“, erklärt Klaus Graf, Rennfahrer und mittlerweile Mitglied der Geschäftsführung bei Paravan. „Deshalb erproben wir unsere Technik im Rennsport unter härtesten Bedingungen. Wir wollen den Rennsport wieder zu einem Entwicklungs-Labor für die Serie machen.“

Die Lenkung ohne Lenksäule wird längst in diversen Rennserien eingesetzt. Sie hat das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring klaglos überstanden und in der höchsten Tourenwagen-Kategorie, in der DTM mit einem Podiumsplatz am Norisring im vergangenen Jahr ein Highlight gesetzt. Graf: „Wir sind konkurrenzfähig.“

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Und deshalb strebt man in Pfronstetten nach Höherem. Man denkt in einem nächsten Schritt an Le Mans und den großen Sportwagen-Rennsport. Und man arbeitet bereits an Rallye-Einsätzen, hat mit einem Ford Fiesta R5 und Armin Schwarz bei der Lausitz-Rallye bereits erste Erfahrungen gesammelt. Die nächsten Ziele sind 2023 die WRC und dann die Rallye Dakar.

Speziell im Rallye- und Off-Road-Sport könnte Steer by wire entscheidende Vorteile bringen. Da Lenkrad und Räder völlig entkoppelt sind, werden Antriebseinflüsse, vor allem aber Stöße und Schläge nicht mehr ins Lenkrad übertragen.

Was bringt die Technik für die Serie

Steer by wire ist quasi die Eintrittskarte ins autonome Fahren. Mit der neuen Technik lassen sich Innenräume künftig frei gestalten. Das Lenkrad kann man beispielsweise im Armaturenbrett verschwinden lassen, wenn man sich chauffieren lässt. Das Lenkrad könnte man auch problemlos von links nach rechts verschieben. Und man kann die Eingabe des Steuerbefehls frei wählen.

Bei Paravan hat man Erfahrungen mit verschiedenen Eingabegeräten: Kurbeln zum Lenken, Schieberegler für Gas und Bremse. Zwei Joysticks für links und rechts, einer für Gas und Bremse, einer für die Lenkfunktion. Oder den Vierwege-Stick für Gas und Bremse und das Lenken.

„Diese Joysticks sind noch nicht zu Ende gedacht“, verrät Uphoff. Und er macht klar: „Diese Joysticks haben nichts mit denen aus den Computer-Spielen zu tun.“ Der Weg, den ein Joystick vom linken zum rechten Anschlag macht, entspricht der Übersetzung. Aus der Mittellage heraus lässt sich der Joystick genauso sensibel abstimmen, wie das feinfühlige Anlenken mit einem normalen Lenkrad.

Für den Behinderten-Führerschein und den Umgang mit dem Joystick braucht man etwa eine bis eineinhalb Stunden Behinderten-Fahrschule. Und Uphoff versichert: „Mit dem Joystick kann man bereits nach wenigen Minuten einen Slalom fahren.“

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