Steht die PSA-Gruppe vor dem nächsten Coup?

Autor Christoph Baeuchle

2017 überraschte die PSA-Gruppe mit der Übernahme von Opel, nun könnte der nächste Coup anstehen: Laut Medien sind die Gespräche zwischen dem französischen Konzern und Jaguar Land Rover bereits weit fortgeschritten.

(Bild: PSA)

Die PSA-Gruppe scheint vor dem nächsten großen Coup zu stehen: Der französische Automobilhersteller sei in fortgeschrittenen Gesprächen mit dem indischen Autobauer Tata Motors über die Akquisition von Jaguar Land Rover (JLR), berichten mehrere internationale Medien.

Die britische Nachrichtenagentur „The Press Association“ berief sich dabei auf ihr zugespielte Dokumente über die geplante Integration nach der Übernahme der britischen Premiummarken in die PSA-Gruppe. Neben den Kernmarken Peugeot und Citroën gehören auch DS Automobiles und Opel zum französischen Konzern.

Während die beiden Hersteller gegenüber Medien eine bevorstehende Übernahme offiziell verneinten, berichtete eine nicht näher genannte JLR-Quelle der Nachrichtenagentur, dass die „Dinge sich hinter verschlossenen Türen sehr schnell entwickeln“.

Tavares signalisiert Interesse an weiteren Übernahmen

PSA-Chef Carlos Tavares hatte sich in den vergangenen Monaten offen gegenüber weiteren Übernahmen gezeigt. Gegenüber „Autocar India“ sagte der Manager jüngst, dass im Konzern noch Platz für entsprechende Luxusmarken wäre – gegebenenfalls oberhalb von DS Automobiles. Er wies aber darauf hin, dass es mit Tata noch keine Gespräche gebe.

Die PSA-Gruppe hat mit der Opel-Übernahme bereits unter Beweis gestellt, dass sie große Marken in den Konzern integrieren kann. Zudem ist Jaguar Land Rover in schweren Zeiten und braucht Unterstützung, nachdem die britischen Marken im Tata-Konzern zunächst aufblühten.

Mittlerweile hat sich das Blatt für die britischen Traditionsmarken gedreht: Eigene Schwächen und schwierigere Rahmenbedingungen wie ein möglicher Brexit und eine eintrübende Wirtschaft setzen Jaguar Land Rover zu. Der Konzern steht auf der Kostenbremse und hat ein Sparprogramm mit Stellenstreichungen aufgelegt.

Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/2019 verkauften die beiden britischen Premiummarken Jaguar und Land Rover zusammen 579.000 Fahrzeuge. Zwölf Monate zuvor waren es noch mehr als 614.000 Automobile gewesen. Tendenz weiter sinkend.

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