Lademarkt-Report Steigende Zahl an Ladestationen und Ladevorgängen

Von sp-x 3 min Lesedauer

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Die wachsende Zahl an Elektrofahrzeugen schlägt sich de facto in einem Ausbau der Ladeinfrastruktur nieder. Vor allem wächst die Zahl der Schnelllader mit mindestens 130 kW Ladeleistung, hat der Dienstleister Elvah als bundesweiten Trend ermittelt.

Der Ausbau der HPC-Ladeinfrastruktur in Deutschland hat auch im zweiten Halbjahr 2025 deutlich zugelegt.(Bild:  EnBW)
Der Ausbau der HPC-Ladeinfrastruktur in Deutschland hat auch im zweiten Halbjahr 2025 deutlich zugelegt.
(Bild: EnBW)

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur ist Teil des Forderungskatalogs der Industrie, um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen. Manchmal drängt sich allerdings das Gefühl auf, dass die Stromversorgung unnötig schlecht geredet wird. Der Elektromobilitäts-Dienstleister Elvah hat für das zweite Halbjahr 2025 einen neuen Höchststand für den deutschen Lademarkt ausgewiesen. Bei rund 35,8 Millionen Ladevorgängen seien hochgerechnet 909 GWh Energie in die Elektroautos geflossen, heißt es im Lademarktreport II/2025 des Unternehmens. Im Vergleich zum ersten Halbjahr entspricht das einem Plus von 24 bzw. 32 Prozent.

Dabei scheint es sich nicht um irgendwelche Ladespitzen zu handeln, denn das wöchentliche Ladevolumen sei von 983.000 Vorgängen Ende Juni auf 1,67 Millionen Ladevorgänge zum Jahresende gestiegen. „Getragen wird diese Entwicklung sowohl vom wachsenden E-Fahrzeugbestand als auch vom voranschreitenden Ausbau der Ladeinfrastruktur“, heißt es von Elvah.

Die Zahl der aktiven Ladepunkte stieg im gleichen Zeitraum um 18,8 Prozent, wobei der Bestand an HPC-Schnellladern prozentual am stärksten wuchs. Trotzdem erhöhte sich deren Auslastung. HPC-Ladepunkte verzeichneten im Schnitt 92 Ladevorgänge je Ladepunkt und Monat, ihre Auslastung sei im Jahresverlauf von durchschnittlich 7,10 Prozent auf 9,44 Prozent gestiegen. Am gesamten Ladeaufkommen entfallen 48 Prozent auf HPC- und 44 Prozent auf AC-Ladepunkte, während DC-Säulen, die Ladeleistung von 50 bis 100 kW bereitstellen, mit acht Prozent eine nachgeordnete Rolle spielen.

Interessant ist der Befund, dass der Anteil der öffentlich ladenden Autofahrer zuzunehmen scheint. „Das heißt, mittelfristig sollten die Zahl der Lade-Sessions etwas stärker wachsen als die Zahl der E-Fahrzeuge“, heißt es in dem Bericht.

Im Bundesdurchschnitt steigt die Nutzung der öffentlichen Ladeinfrastruktur von rund 0,30 Ladevorgängen pro Kopf im ersten Halbjahr auf 0,39. Hamburg hebt sich mit 0,67 Sessions pro Kopf erneut deutlich vom übrigen Bundesgebiet ab. Ebenfalls über dem Durchschnitt liegen Bayern, Baden-Württemberg, Hessen sowie Schleswig-Holstein. Nordrhein-Westfalen weist mit rund 7,1 Mio. Sessions das höchste absolute Ladevolumen auf, liegt bei der Nutzung pro Kopf mit 0,40 Ladevorgängen jedoch im Durchschnitt. Am unteren Ende liegen das Saarland, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Trio dominiert Schnellladen

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur erfolgt generell vor allem über die AC-Ladepunkte mit maximal 22 kW Ladeleistung. Doch der Zubau von HPC-Ladesäulen mit einer Leistung von mindestens 130 kW wächst prozentual am stärksten: Elvah hat ein Plus von 18,8 Prozent errechnet. Getrieben wird dieser Ausbau in Deutschland dabei von den bekannten großen Energieversorgern, allen voran EnBW.

Der Energiekonzern und Ladesäulenbetreiber EnBW dominiert das deutsche Schnellladenetz. Laut dem Lademarkt-Report wurden im zweiten Halbjahr 2025 knapp 31 Prozent aller HPC-Ladevorgänge an einer Säule von EnBW durchgeführt. Auf den Plätzen folgten Aral Pulse und Ionity mit jeweils rund 11 Prozent. EWE Go (8,1 %) und Shell Recharge (4,5 %) liegen dann schon deutlich zurück. Die drei Marktführer zusammen kommen somit auf einen Anteil von mehr als 50 Prozent bei allen Schnellladevorgängern. Berücksichtigt wurden lediglich Säulen mit mehr als 130 kW Ladeleistung, Tesla fand aufgrund mangelnder Datenverfügbarkeit keinen Eingang in die Statistik.

Beim Normalladen ist der Markt stark zersplittert. Selbst Marktführer Vaylens kommt nur auf 6,5 Prozent, die Hamburger Energiewerke auf 3,8 Prozent und der Ladeverbund+ auf 3,4 Prozent, gefolgt von den Stadtwerken in Düsseldorf (3,2 %) und Berlin (2,9 %). Selbst noch der Betreiber Tank-E auf Rang zehn hat einen Marktanteil von knapp 2,1 Prozent.

In den vergangenen Jahren seien kontinuierlich neue Marktteilnehmer hinzugekommen, schreibt Elvah. „Für die nahe bis mittlere Zukunft erwarten wir jedoch eine beschleunigte Konsolidierung. Insbesondere für kleinere Betreiber ohne Skaleneffekte wird es herausfordernd sein, nachhaltige Wirtschaftlichkeit zu erreichen“, schreibt die Elvah-Analystin Jennifer Carrasco. Dies gelte vor allem dort, wo Netzwerke und einzelne Ladepunkte strukturell unterausgelastet bleiben.

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