Konjunkturdaten Stellenabbau und Rezession dämpfen Konsumlaune

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Ein Neuwagenkauf ist ein teurer Spaß. Wirtschaftliche Sorgen verhageln da traditionell die Kauflaune. Nun wachsen in vielen Branchen die Konjunktursorgen – und den Käufern geht das Geld aus. Was Verbände und Prognosen derzeit sagen.

In deutschen Haushalten wird wieder gerechnet, das Geld sitzt nicht mehr locker. Für den Neuwagenverkauf sind das keine guten Aussichten.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
In deutschen Haushalten wird wieder gerechnet, das Geld sitzt nicht mehr locker. Für den Neuwagenverkauf sind das keine guten Aussichten.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Das Neuwagengeschäft hängt maßgeblich an der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung. Und die trübt sich zunehmend ein. Der Wirtschaft droht eine Abwärtsspirale, denn die Unternehmen beginnen, noch stärker als bisher auf ihre Kosten zu achten und stellen in diesem Zuge ihre Personalplanung auf den Prüfstand. Für die Metall- und Elektroindustrie rechnet etwa der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Stefan Wolf, mit einem Stellenabbau. „Die schlechte Auftragslage ist ein Grund dafür. Ein anderer: Für immer mehr Unternehmen ist es inzwischen deutlich attraktiver, die Produktion ins Ausland zu verlagern“, sagte Wolf der „Bild am Sonntag“.

Die deutsche Wirtschaft laufe auf eine echte Problemlage zu, sagte der Branchenvertreter: „Die deutsche Industrie erhält viel zu wenig Neuaufträge – und zwar nicht nur bei den Maschinenbauern, sondern auch in anderen Schlüsselindustrien wie Automobil und Chemie. Wir schlittern in eine Rezession, und ich sehe nicht, wie sich das unter den aktuellen Umständen 2024 ändern soll.“

Laut dem Ifo-Institut macht sich die Tendenz zum Sparen auch bei Neueinstellungen bemerkbar. „Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen in Deutschland hat einen Dämpfer erhalten“, hieß es kürzlich von den Münchner Wirtschaftsforschern. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer sank im September auf den niedrigsten Wert seit Februar 2021. Trotzdem ist die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland weiterhin sehr hoch, es fehlt vielerorts an Fachkräften. Die Zahl der offenen Stellen gab die Bundesagentur für Arbeit im September mit 761.000 an. Allerdings lässt die Nachfrage leicht nach.

Teuerung frisst Rücklagen auf

Gleichzeitig sind vom Konsum in Deutschland kaum Impulse zu erwarten. Es fehlt die Kaufkraft. Etwa jeder sechste Deutsche kann nach eigenen Angaben wegen der hohen Teuerung kaum seine Lebenshaltungskosten bezahlen. 17,2 Prozent von 2.059 Befragten wählten in einer am Montag veröffentlichten YouGov-Umfrage für die Postbank diese Antwortmöglichkeit auf die Frage, wie sie die Preissteigerungen wahrnehmen. In der Vergleichsumfrage aus dem Januar 2022 lag der Anteil derjenigen, die wegen der teils deutlich gestiegenen Preise für Lebensmittel und Energie an finanzielle Grenzen stoßen, noch bei 11 Prozent.

Insgesamt mehr als ein Drittel der für die aktuelle Erhebung vom 15. bis 18. September dieses Jahres Befragten greifen für alltägliche Ausgaben „stark“ (10 %) oder „etwas“ (28 %) auf Ersparnisse zurück. Jeder Sechste (18 %) gab an, nicht über Rücklagen zu verfügen. Etwa vier von zehn Befragten (39 %) haben nach eigenen Angaben genug regelmäßige Einkünfte, um die erhöhten Preise stemmen zu können.

Immerhin scheint die schlimmste Phase des Preisanstiegs vorüber zu sein: Im September sank die jährliche Teuerungsrate in Deutschland mit 4,5 Prozent vorläufigen Berechnungen zufolge auf den niedrigsten Stand seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Februar 2022. Volkswirte erwarten eine weitere Abschwächung der Inflation in den kommenden Monaten.

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