Stoßdämpferprüfung bringt Gewinne
Mit einem Stoßdämpferprüfstand kann ein Kfz-Betrieb seine Werkstattauslastung und somit seinen Umsatz steigern.
Anbieter zum Thema
Die Stoßdämpfer gehören zu den wichtigsten aktiven Sicherheitskomponenten im Auto. Verschlissene Dämpfer beeinträchtigen die Fahrsicherheit erheblich: Bei Fahrzeugen mit mangelhaften Stoßdämpfern und ohne ABS verlängert sich der Bremsweg gegenüber einem Pkw mit intakten Dämpfern bei Tempo 80 km/h um etwa zwei Meter, das sind 4,3 Prozent. Fahrzeuge mit ABS benötigen sogar über fünf Meter, also 14,1 Prozent mehr. Auch elektronische Stabilitätsprogramme büßen durch Stoßdämpfer mit reduzierter Wirksamkeit erheblich an Leistungsfähigkeit ein: Bei Fahrzeugen ohne ESP verlängert sich der Bremsweg um etwa drei Meter (+ 9,1 Prozent), bei Pkw mit ESP sogar um rund sechs Meter, was einer Steigerung von 20,1 Prozent entspricht. Zusätzlich können abgenutzte Stoßdämpfer die Reaktionszeit des Fahrers um bis zu 26 Prozent verlängern, eine Fehleinstellung der Scheinwerfer verursachen – wodurch entgegenkommende Fahrer geblendet werden können – und das Risiko des Aquaplanings um nahezu zehn Prozent erhöhen.
Defekte klar erkennen
Eine Untersuchung des TÜV Nord und des ADAC hat ergeben, dass in Deutschland etwa 2,25 Millionen zugelassene Fahrzeuge mit defekten Stoßdämpfern unterwegs sind. Das entspricht einer Defektrate von fünf Prozent.
Nach Angaben des Stoßdämpferherstellers KYB sind es sogar noch mehr: durchschnittlich 14,5 Prozent der Fahrzeuge mit einer Laufleistung von 100.000 Kilometern oder einem Durchschnittsalter von über fünf Jahren haben defekte Stoßdämpfer. Das Unternehmen schätzt, dass mehr als zehn Millionen Autos betroffen sind und dass Werkstätten bei jedem vierten Pkw fündig werden können, wenn sie genau hinsehen.
Für die Dämpferleistung spielen Alter und Laufleistung eine einscheidende Rolle: Ab etwa 100.000 Kilometern lässt die Dämpfung deutlich nach. Fahrzeuge, die älter als acht Jahre sind, sind davon besonders betroffen. Hinzu kommen bei diesen Pkw weitere verschlissene und ausgeschlagene Dämpfungskomponenten wie Gummilager. Diese leisten einen zusätzlichen negativen Beitrag zu einer schlechteren Achsdämpfung.
Erfahrungsgemäß sollten Stoßdämpfer alle 80.000 Kilometer erneuert werden, abhängig von der jeweiligen Fahrleistung und dem Straßenzustand.
Schwierige Prüfung
Es gibt einige Mängel an Stoßdämpfern, die von außen nicht sichtbar und durch eine Funktionsprüfung zu erkennen sind. Andere Verschleißfolgen fallen im Rahmen einer Sichtprüfung auf, beispielsweise Beschädigungen der Aufhängung, der Kolbenstange oder gravierende Undichtigkeiten.
Allerdings ist gerade die Prüfung der Dichtheit in der Praxis problematisch. Während ein undichter Dämpfer eindeutig defekt ist, kann ein lediglich ölfeuchter Dämpfer noch völlig intakt sein. Diese beiden Befunde kann der Kfz-Mechaniker nur dann zuverlässig voneinander unterscheiden, wenn er eine Funktionsprüfung durchführt.
Dem Kunden jedoch zu erklären, warum ausgerechnet sein Fahrzeug einen Satz neuer Dämpfer benötigt, fällt oft schwer. Ein schlichtes Wippen am Fahrzeug führt sicher nicht zu der Einsicht, mehrere hundert Euro in Material- und Arbeitskosten investieren zu müssen.
Bessere, vor allem professionellere Argumente bringt eine aussagekräftige Diagnose auf einem Stoßdämpferprüfstand. Der Test sollte schnell gehen und vor allem Messergebnisse liefern, die korrekt und in ihrer Interpretation eindeutig sind.
Amortisiert sich selbst
Laut dem Unternehmen Maha sind bundesweit etwa 30.000 Prüfstände nötig, um die defekten Fahrzeuge flächendeckend untersuchen zu können. Die Investitionen, die sich durch die Anschaffung eines Stoßdämpfertesters ergeben, amortisieren sich über die Einnahmen der Testgebühren sowie den Austausch der Dämpfer.
Um Stoßdämpfer unter die Lupe nehmen zu können, bietet Maha den Achsdämpfungsprüfstand Typ MSD 3000 an. Er arbeitet nach der Resonanzmethode und analysiert während der Resonanzfrequenz die vorliegenden Energien am Schwingungssystem (Räder, Achse und Karosserie).
Durch den vollautomatischen Prüfablauf ist er sehr leicht zu handhaben. Mit dem Ausdruck der Messwerte mit Datum, Uhrzeit und Firmenanschrift kann die Werkstatt dem Kunden ein aussagekräftiges Dokument präsentieren.
Prüfgerät ausleihen
Auch ZF Trading empfiehlt seinen Werkstattpartnern, regelmäßig Stoßdämpferprüfaktionen für die Kunden durchzuführen. Dazu bietet das Unternehmen den Kfz-Betrieben an, einen mobilen Shocktester kostenlos zu leihen. Interessenten können den Shocktester in Schweinfurt abholen und wieder zurückbringen. Bei Bedarf erhält der Nutzer eine entsprechende Einweisung, wie er den Tester aufbaut und bedient. Die mobilen Stoßdämpferprüfstände sind von März bis Oktober bei den Kunden im Einsatz.
Als weitere unterstützende Maßnahme stellt Zf Trading umfangreiches Material zur Verfügung, das die Autofahrer auf die Aktion aufmerksam machen soll, zum Beispiel Wurfzettel, Flyer, Poster oder Spannbänder. Wichtiger als alle Showelemente sind am Ende jedoch überzeugende Argumente wie die höhere Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer, ein spürbar gestiegener Fahrkomfort sowie sinkende Unterhaltskosten. Förderlich ist es, wenn die Autofahrer den Service eines Stoßdämpfer- und Fahrwerkstests im Aktionszeitraum kostenlos erhalten.
Mit dem Fahrwerktester wird in nur wenigen Minuten das Dämpfungsverhalten des gesamten Fahrzeugs ermittelt und auf einem Prüfprotokoll mit präzisem Testdiagramm dokumentiert. Da auch das Umfeld des Stoßdämpfers für dessen optimale Funktion eine wichtige Rolle spielt, führt der Werkstattfachmann anschließend eine Sichtprüfung des kompletten Fahrwerks durch.
Er kontrolliert neben Stützlager, Lenker, Streben und Spurstangen auch Lagerungen und Achsgelenke. Die Werkstatt kann den Terminwunsch für den Fahrwerktester mit ihrem betreuenden Großhändler abstimmen
Kunden ansprechen
Das Angebot von ZF Trading nutzte in den vergangenen Jahren auch der Bosch-Service Müller in Buxtehude. Er führte zweimal im Jahr einen 14-tägigen Stoßdämpfertest durch. Matthias Müller informierte seine Kunden mit Anschreiben, Mailingaktionen und Annoncen in der lokalen Tageszeitung über die Stoßdämpfertestwochen. In diesem Zeitraum bot der Bosch-Service Stoßdämpfer zu Sonderpreisen an. „Das macht die Kunden neugierig, und sie nehmen die Testaktion offener an“, erklärt der Inhaber und ergänzt: „Denn mittlerweile wissen auch viele Autofahrer, dass die Stoßdämpfer Verschleißteile sind, sich abnützen und auch ausgetauscht werden müssen.“
Während der Testwochen wurde jeder Pkw, der zu Müller in die Werkstatt kam, auf den Stoßdämpferprüfstand gefahren. Sind die Dämpfer verschlissen, informiert Müller den Kunden per Telefon und weist ihn auf die Sonderpreise hin. Während der 14 Tage verkauft der Bosch-Service durchschnittlich sechs bis sieben Stoßdämpfersätze. Fachbetriebe, die eine Stoßdämpferprüfung anbieten, werten nicht nur ihr Image auf, sie erhöhen auch ihre Werkstattauslastung.
(ID:304194)