Studie: Auto ist kein Statussymbol
Nach einer Umfrage des Beratungsunternehmens Progenium hat der eigene Pkw für die Deutschen als Statussymbol ausgedient. Allenfalls den Premiummarken schreiben die Befragten einen gewissen Statuswert zu.
Das Auto ist nicht das Ziel- und Wunschobjekt der Deutschen. Nach einer Umfrage des Beratungsunternehmens Progenium hat der eigene Pkw als Statussymbol ausgedient. Nachdem Progenium dies bereits in einer Umfrage vor sechs Monaten festgestellt hat, analysierte das Unternehmen die Einstellung der Deutschen zum Auto als Statussymbol nun genauer und befragte dafür über 1.000 Autofahrer.
Der Untersuchung zufolge gibt es bei den einzelnen Automarken deutliche Unterschiede. „Während dem Auto allgemein Status inzwischen abgesprochen wird, können einzelne Hersteller ihre Marken nach wie vor mit Status aufladen“, erläutert Progenium-Geschäftsführer Michael Mandat. Die Befragten bewerteten die Marken nach dem Schulnotensystem. Während Porsche, Mercedes-Benz, BMW und Audi gute Werte von 1,63 bis 1,9 erzielen, reißt die Bewertung anschließend ab. VW (2,3) und Alfa Romeo (2,49) liegen noch in der Mitte. Das Gros der Hersteller erhielt jedoch Status-Bewertungen über Note 3. Die meisten Marken würden von den Autofahrern in erster Linie funktional betrachtet, so Mandat. Insgesamt wurden 17 große Marken bewertet.
Progenium hat die Befragten in Gruppen aufgeteilt, die sich nach Einkommen (hoch-mittel-niedrig) und Wertorientierung (konservativ-fortschrittlich-visionär) gliedern. Dabei ergeben sich insgesamt deutliche Unterschiede in der Betrachtung des Autos als Statussymbol. So sind es durchweg Frauen, denen der statusorientierte Bezug zum Auto fehlt. Weiter gehen einzelne soziale Milieus anders mit dem Auto als Statussymbol um.
Konservative mit hohem Einkommen legen keinen Wert aufs Auto
Bei den Gruppen mit hohem Einkommen sind es insbesondere jene Menschen mit einer konservativen Wertehaltung, für die das Auto als Statussymbol ausgedient hat. „Für das Wunschauto Verzicht üben“ oder „mit dem Auto im Umfeld Eindruck hinterlassen“ kommt für diese Gruppe überhaupt nicht in Frage. Anders die visionären Gutverdiener. Bei ihnen blitzt bei den Themen „gutes Design“ und „leistungsstarke Autos“ noch der Zusammenhang mit Status auf. Auch sehen sie im Auto einen gewissen „Ausdruck ihrer Persönlichkeit“.
Wie die gut verdienenden Konservativen sehen auch die mittel- und niedrig verdienenden Konservativen einen sehr geringen Zusammenhang zwischen Auto und Status. Bei den Konservativen mit geringem Einkommen sind die eingefragten Werte durchgängig am niedrigsten. „In den konservativen unteren Einkommensschichten können Automobilunternehmen kaum noch mit Hochglanzbroschüren und auf den Bauch abzielender Werbung punkten“, erläutert Mandat. „Selbst wenn sich diese Gruppe ein luxuriöses Auto leisten könnte, würde sie es eher nicht kaufen.“
Gutverdiener gehen deutlicher auf Distanz
Bei den als fortschrittlich eingestuften Gruppen sind es vor allem die Mittelverdienenden, die dem Auto mehr Status zuordnen als die anderen Gruppen. Hier funktioniert das Auto noch als „Ausdruck meiner Persönlichkeit“, hier würde man sich ein Luxusauto kaufen, wenn man es sich leisten könnte. Aber schon die Gutverdiener unter den Menschen mit einer modernen Werthaltung zeigen eine deutliche Distanz zum Auto als Statussymbol.
Und selbst die gering und mittel verdienenden Menschen mit visionärer Lebensweise geben sich nur bedingt Auto-affin. Die Werte dieser beiden Gruppen bewegen sich im Durchschnitt. Diese Personen richteten sich zwar stark an statusbehafteten Gegenständen und Ereignissen aus, erläutert Mandat. „Diese Erfahrungen jedoch weit weg vom Auto suchen. Die Gleichung Vision = Auto funktioniert nicht mehr“, so der Berater.
(ID:373539)