Studie: Auto ist Prestigeobjekt Nummer eins
Von Auto-Verdrossenheit kann in Deutschland keine Rede sein. Drei Viertel der jungen Erwachsenen wollen sich ein Fahrzeug kaufen. Dabei spielt die Mediennutzung im Auto eine wesentliche Rolle.

Allen Diskussionen zum Trotz: Das Auto ist für die Deutschen noch immer das wichtigste Prestigeobjekt. Drei von vier Bundesbürgern sehen in einem teuren Auto ein größeres Statussymbol als in jedem anderen Luxusgut. Zu diesem Ergebnis kommt eine McKinsey-Studie, für die die Unternehmensberater mehr als 3.400 Deutsche zwischen 18 und 69 Jahren befragten.
Die Faszination übt das Prestigesymbol sowohl auf ältere als auch auf jüngere Jahrgänge aus. Zwar ging laut Studie die Zahl der Autobesitzer im Alter zwischen 18 und 29 Jahren kräftig zurück, doch dies hat andere Gründe: „Die Eigentümerschaft des Autos ist in vielen Fällen von der Möglichkeit entkoppelt, das Auto zu nutzen“, erläuterte Detlev Mohr, Autoexperte und Chef des Stuttgarter McKinsey-Büros. Wohnen die jungen Erwachsenen noch bei ihren Eltern, so können sie zum Beispiel häufig auf ein Auto aus der Familie zurückgreifen.
Doch diesen Zustand wollen die jungen Menschen ändern: Knapp drei Viertel der Befragten der jüngeren Altersgruppe (18 bis 39 Jahre) gehen davon aus, in zehn Jahren ein eigenes Auto zu besitzen. Lediglich fünf Prozent sagen zu einem eigenen Fahrzeug kategorisch „Nein“.
Junge Autofahrer wollen mobile Daten nutzen
Unter diesen jungen Autofahrer finden sich viele, die zur Gruppe der „Mobile Communicators“ gehören. Kennzeichnend für die Kundengruppe, die rund 20 Prozent der Verbraucher umfasst, ist die Nutzung neuer Medien. Überproportional viele besitzen ein Smartphone und nutzen dies auch im Fahrzeug. Hier wollen sie auf die eigenen Daten, wie Musik oder E-Mails, zurückgreifen. Entsprechend erwarten zwei Drittel der jüngeren Altersgruppe, dass dies in zehn Jahren möglich ist.
Die mobilen Daten bieten für Automobilhersteller neue Chancen. Vor allem in zwei Bereichen sieht McKinsey-Experte Andreas Cornet Möglichkeiten:
- Dienstleistungen rund um das Auto oder die Fahrt, zum Beispiel Auskünfte über Verkehr, Zielorte oder Routen.
- Dienste, die nichts mit dem Fahrzeug direkt zu tun haben, aber durch den OEM integriert werden können. Dazu zählt Cornet die Möglichkeit, SMS oder E-Mails vorgelesen zu bekommen.
Diese Trends wirken sich aus Sicht der Experten auch auf den Vertrieb der Fahrzeuge aus. „Künftig werden Kunden wesentlich häufiger Fragen zur Konnektivität und zur Mediennutzung im Auto stellen“, prognostiziert Mohr. Darauf müssten sich die Verkäufer entsprechend einstellen. Das Thema gewinne gerade für die Kaufentscheidung wesentlich an Bedeutung.
Zudem werden die Hersteller verstärkt auf die Kunden zu gehen. Bislang seien die Kontakte meist auf den Autoverkauf und den Service beschränkt gewesen, künftig werden „OEMs sehr viel häufiger und in kürzeren Abständen mit Kunden kommunizieren“, so Cornet.
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