Studie sieht bezahlte Probefahrt kritisch
Beim Händler fahren und woanders kaufen – dieser Trend sorgt für Ärger in den Kfz-Betrieben. Doch kann der Handel Geld für die Probefahrt verlangen, um den „Beratungsdiebstahl“ zu kompensieren?

Die Probefahrt ist ein wesentliches Kriterium für die Kaufentscheidung. Das bestätigen die Ergebnisse der Lease-Trend-Befragung „Was Kunden wirklich wollen“. 45 Prozent der Befragten würden demnach das Auto gerne in Begleitung eines Verkäufers testen, um sich alle Funktionen des Fahrzeugs erklären zu lassen. 43 Prozent würden lieber alleine fahren.
Was die Dauer der Probefahrt angeht, ist weniger mehr: 51 Prozent reichen 30 Minuten, ein Drittel würde den Wagen gerne ein bis zwei Stunden fahren, aber nur vier Prozent verlangen den Testwagen übers Wochenende.
Handel verärgert
So weit, so gut. Doch immer häufiger kommen potenzielle Kunden zur Beratung und Probefahrt ins Autohaus; gekauft wird aber nach intensiver Onlinerecherche ganz woanders. Das verärgert die Händler, wie Gerhard Fischer, Vorstand der Lease Trend AG, aus vielen Gesprächen mit dem Handel weiß: „Ein Verkäufer ist mit Beratung und Probefahrt zwei Stunden gebunden, der potenzielle Kunde kauft den Wagen dann aber beispielsweise als Reimport in Dänemark.“ Beim Handel spürt Fischer den Bedarf, für Probefahrten Geld zu verlangen.
Um herauszufinden, ob Verbraucher bereit sind, für die Probefahrt Geld zu zahlen, hat Lease Trend in der Studie explizit nach der Zahlungsbereitschaft gefragt: 59 Prozent lehnen das katogorisch ab, zwölf Prozent würden bis zu 50 Euro zahlen und nur acht Prozent würden mehr als 100 Euro zahlen. 62 Prozent geben übrigens an, das bis zu 100 eingeschlossene Kilometer ausreichen würden. Lediglich drei Prozent möchten so weit fahren, wie sie wollen.
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