Studie zeigt Sparpotenzial von Zahnriemen
Gegenüber Steuerketten sollen Zahnriemen bis zu 30 Prozent weniger Reibung verursachen. Das ergab eine Studie, die der Entwicklungsdienstleister FEV im Auftrag mehrerer Riemenhersteller durchführte.
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Der Entwicklungsdienstleister FEV GmbH hat im Auftrag der Zahnriemenhersteller Contitech, Dayco und Gates untersucht, wieviel innere Reibung riemen- bzw. kettengetriebene Ventilsteuerungen aufweisen. Die Ergebnisse der Studie zeigen Vorteile für den Zahnriemen: In einem Ottomotor mit 1,6 Litern Hubraum verringert er den Kraftstoffverbrauch um mehr als ein Prozent und spart bis zu 1,5 Gramm CO2 je Kilometer ein.
Auf dem Prüfstand ergab sich, dass der Riementrieb die Motorreibung um 30 Prozent reduziert. „Aus den Reibungsmessungen haben wir dann die Kraftstoffverbrauchsunterschiede für verschiedene Lastpunkte und für den NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) hochgerechnet“, erläuterte Christof Tiemann, Abteilungsleiter Konstruktion der FEV Aachen, bei seinem Vortrag auf dem 17. Aachener Kolloquium Fahrzeug- und Motorentechnik. Dort stellte er die Studienergebnisse Anfang Oktober vor.
30 Prozent weniger Reibung
Ein Beispiel für einen Zahnriemen, der Steuerketten im Motor ersetzen kann, ist der „Green Runner“ von Contitech. Nach Unternehmensangaben vermindert er den Kraftstoffverbrauch um bis zu 0,2 Liter auf 100 Kilometern und reduziert somit den CO2-Ausstoß je nach Motorgröße um bis zu drei Gramm je Kilometer.

Auch seine Lebensdauer soll der einer Steuerkette nicht mehr unterlegen sein. Contitech verspricht Laufleistungen von 240.000 Kilometern und mehr, was einer Motorlebensdauer entspricht. Gleichzeitig konnten die Entwickler die notwendige Riemenbreite reduzieren, was den prinzipbedingten Bauraumnachteil des Riemens im Vergleich zum Kettentrieb ausgleichen soll.
Kette oder Riemen im Trend?
Contitech rechnet damit, dass im Zuge der verstärkten Anstrengungen zur CO2-Reduzierung immer mehr europäische Automobilhersteller die nächste Motorengeneration mit Riemen anstatt mit Ketten ausstatten. Der Steuerkettenhersteller Iwis sieht allerdings einen gegenläufigen Trend. Gerade die größere Leistungsdichte und die immer noch höhere Lebensdauer der Kette veranlassten immer mehr Autohersteller, ihre Motoren auf Kettentrieb umzustellen. In Europa ist das Verhältnis beider Antriebsarten laut Iwis ausgeglichen, in Japan dagegen liege der Marktanteil der Kette bei 80 Prozent. Auch immer mehr chinesische und Koreanische OEM stiegen auf Kettenantrieb um.
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