Stumpfe Lacke wegen fehlender Pflege
Salz, Insekten und UV-Strahlen setzen dem Lack von Autos und Motorrädern rund um die Uhr zu. Eine mangelnde Pflege des Lackes hinterlässt schnell Spuren in der Außenhaut.
Auto und Motorrad sind Sonnenbrand-gefährdet, da zu viel Sonne der Fahrzeugoberfläche schadet. Eingebrannter Schmutz, ein stumpfer Lack und die vorzeitige Alterung der Teile sind die Folge intensiver Sonneneinwirkung. Der Frühsommer ist daher ein günstiger Zeitpunkt, um Auto- und Motorradlacke zu pflegen, bevor Insektenreste, Vogeldreck und Baumharz die Farbschicht wieder unter Dauerbeschuss nehmen.
Der verblichene, stumpfe Lack auf Motorhaube und Dach zeigt an, dass ein Fahrzeug nicht richtig gepflegt wurde. „So wie im Winter Streusalz den Lack angreift, sind es im Sommer die UV-Strahlen. Regelmäßige Pflege ist also im Sommer unbedingt nötig“, erklärt Olaf Menzel, Pflegeexperte von Nigrin. Er rät zum „Tütentest“. Dieser helfe, winzige Verunreinigungen zu erkennen: „Einfach mit einer Zellophan-Tüte über den Lack fahren; alle Unebenheiten, die man spürt, sind Verschmutzungen.“
Die richtige Lackpflege wählen
Je nach Lackzustand eignen sich verschiedene Pflegemittel mit unterschiedlichem Schleifmittel- und Wachsanteil. „Aufschluss über den Zustand des Lacks gibt der Abperltest. Bilden sich nach der Wäsche oder nach dem Regen keine Wasserperlen auf dem Lack, sondern ein geschlossener Wasserfilm, dann ist es höchste Zeit für eine Lackpflege“, weiß Menzel. Die Schleifmittel sorgen für die Reinigung, das Wachs dient zur Konservierung.
Lackreiniger empfiehlt Menzel für den vollflächigen Einsatz mit Schleifmitteln. Sie enthalten kein Wachs, bereiten aber stark verwitterte und abgenutzte Lacke auf und entfernen abgestorbene Farbpartikel. Reinigungspolitur ist eine Mischung aus Schleifmittel und Wachs. Ihr Vorteil: Sie verbindet Lackpflege und -reinigung in einem Arbeitsgang, eignet sich für verwitterte und verblichene Lacke.
Ähnlich die Hartwachspolitur: Hier ist der Schleifmittelanteil geringer und der Wachsanteil größer, womit sie sich ideal für normal beanspruchte Lacke empfiehlt. Lackschutz enthält keinerlei Schleifmittel und ist für neue Lacke konzipiert. Er ist am besten in Verbindung mit einem Lackreiniger anzuwenden.
„Eine gute Polierarbeit braucht seine Zeit, mindestens zweieinhalb Stunden sollten eingeplant werden“, sagt Menzel. „Wichtig ist, sich die Oberfläche in Segmente einzuteilen, um nicht die Politur großflächig über den gesamten Lack zu verteilen, so dass sie vorschnell eintrocknet.“ Natürlich kann es vorkommen, dass versehentlich Zierleisten und Dichtungen mit poliert werden. Hier hilft ein Kunststoffreiniger, um Politurreste zu entfernen.
Sonnencreme fürs Fahrzeug
Klare Vorteile bieten Produkte auf Basis der Nanotechnologie: Winzig kleine Teilchen sogenannte „nanoskalische Wachse“ sorgen für eine Versiegelung der Oberfläche. Diese Nano-Partikel überziehen das Material quasi mit einer zweiten Haut und schützen es so perfekt vor Nässe, Schmutz und UV-Strahlen.
So ist es besonders jetzt im Sommer empfehlenswert, mit einer auf der Nanotechnologie basierenden Farbpolitur eine Schutzschicht aufzutragen. Dies konserviert den Lack und beugt der vorzeitigen Alterung durch Sonneneinstrahlung vor. Die Politur entfernt zusätzlich Kratzer, sorgt für einen Abperleffekt und somit für eine leichtere Reinigung. In der Regel hält eine solche Politur sechs Monate.
Eine Alternative zur klassischen Politur bietet eine Lackversiegelung. Sie sorgt für glänzenden Lack und versiegelt dauerhaft neue und grundgereinigte Lacke. Die Verarbeitung erfolgt ohne Polieren und hinterlässt keine Flecken auf unlackierten Kunststoffen. Zum Auftragen wird ein Microfasertuch verwendet.
Tipps für die richtige Pflege
Richtig polieren: Die fünf wichtigsten Tipps
- Wählen Sie für die Lackpflege einen schattigen Ort. Dies vereinfacht die Verarbeitung (optimale Temperatur 15° bis 25°C)
- Auf unlackierte Zierleisten vor der Politur Kunststoffpfleger auftragen - Politurreste lassen sich dann einfach abwischen.
- Der gewaschene Lack sollte trocken und nicht heiß sein.
- Die Politur sollte wohl dosiert mit kleinen kreisförmigen Bewegungen aufgetragen werden.
- Arbeiten Sie segmentweise: Ein Kotflügel, eine Tür etc.
- Poliertücher sorgen für das beste Ergebnis und erleichtern das Auspolieren.
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