Stuttgart: OB muss Zulassungen zur Chefsache machen

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Außerdem bekämen auch die Käufer durch verzögerte Auslieferungen Schwierigkeiten, ergänzt Geschäftsführer Christan Reher: „Leasingfahrzeuge müssen abgegeben werden, und wenn kein Ersatzwagen da ist, macht das Probleme. Wir haben auch Fälle, wo Privatkunden händeringend auf ihren Wagen warten, weil der alte einen Motorschaden hatte, und die für tägliche Erledigungen wie den Einkauf sowie für den Weg zur Arbeit oder zum Arzt auf ein Auto angewiesen sind.“ Zusammengefasst: „Die Zulassungsstelle Stuttgart wirkt für uns wie eine große Blackbox. Wir sind natürlich für den Gesundheitsschutz der Beschäftigten. Wir würden ja gerne helfen, den Ablauf zu optimieren, beispielsweise durch kontaktlose Übergabe der Unterlagen, aber im Moment haben unsere Betriebe den Eindruck, die Stadt lässt sie links liegen.“

Test: Fünf bekamen einen Termin, fünf keinen

Am Freitagvormittag testeten zehn Autohäuser auf Bitten der Innung bis 12 Uhr die Zulassungsstellen. Das Ergebnis: Fünf konnten telefonisch einen Termin für Zulassungen vereinbaren, fünf erhielten keinen. Die Wartezeit betrage zwischen drei und sieben Werktagen. Insgesamt können rund 20 Autos zugelassen werden. „Der Aufwand, einen Termin zu kommen, ist immens“, sagt Christian Reher. Der Zulassungsstau bleibe weiter ein Problem. Termine per E-Mail ausmachen zu können, würde helfen.

Die Stadtverwaltung reagierte inzwischen auf die Vorwürfe und erklärte, die Situation in der Stuttgarter Zulassungsstelle werde sich in absehbarer Zeit weiter verbessern. „In Kürze werden zusätzliche Sicherheitseinrichtungen zur Eindämmung des Coronavirus angebracht (Glasscheiben als sogenannter „Spuckschutz“). Fahrzeuge werden weiterhin zugelassen. So haben wir seit einigen Tagen 180 Neuzulassungen und 170 Abmeldungen eines namenhaften Autoherstellers in Arbeit. Bis Juni werden circa 120 Erprobungsfahrzeuge eines anderen Herstellers zur Zulassung kommen. Uns gegenüber reagieren die Autohäuser mit Verständnis für die ergriffenen, notwendigen Maßnahmen", zitierte die Innung Stuttgart aus einem Schreiben der Stadt.

(ID:46492805)