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Das kann aber nicht der einzige Grund sein.
Das ist richtig. Einhergehend mit unserer neuen Preispositionierung haben wir uns von unrentablen Geschäften verabschiedet, wie beispielsweise vom einen oder anderen Autovermietgeschäft. Für uns ist es wichtig, dass unser Endkundengeschäft, das durch unsere Händler realisiert wird, weiter ausgebaut wird. Da sind wir auf einem guten Weg.
Die Händler müssen also damit leben, dass sich Subaru derzeit in einer Art Übergangsphase befindet?
Ja, aber dennoch bewerten wir unser Verhältnis zu den Händlern als ausgesprochen gut. Die Händler stehen zum Fabrikat und zum Importeur. Wir helfen den Partnern, wo wir können – auch monetär.
Die Händler klagen immer wieder über den fehlenden Kleinwagen in der Modellpalette. Wird es bei Subaru auch auf lange Sicht kein Modell mehr wie den Justy geben?
Natürlich ist für jeden Hersteller wichtig, im B-Segment vertreten zu sein. Dass wir dort kein Fahrzeug mehr haben, tut uns weh. Der Justy kam zu einem Zeitpunkt auf den Markt, als es im B-Segment so gut wie kein allradgetriebenes Fahrzeug gab. Wenn man aber die letzten beiden Jahre analysiert, in denen der Justy angeboten wurde, also 2009 und 2010, verkauften wir keine großen Stückzahlen mehr. Der Justy war ein Ladenhüter. Gleichzeitig brachte der Wettbewerb zu dem Zeitpunkt Konkurrenzprodukte auf den Markt.
Das kann aber nicht der einzige Grund sein, warum es keinen Kleinwagen von Subaru mehr gibt.
Bis 2013 verkauften wir den Trezia, welcher zusammen mit einem Kooperationspartner entwickelt und bei diesem produziert wurde. Subaru ist ein vergleichsweise kleiner Hersteller. Wie bereits erwähnt, stellt Subaru seit geraumer Zeit Jahr für Jahr einen neuen Produktionsrekord auf. Weitere Produktions- und Entwicklungskapazitäten werden derzeit geschaffen. Dann wird man weitersehen.
Eine weitere Modellreihe kann also nicht ohne weiteres eingeführt werden?
Ja. Das fängt schon bei der Kapazität an verfügbaren Ingenieuren an. In Zukunft wird sich die Modellpalette sicher verbreitern. Aber dies wird Schritt für Schritt kommen. Insofern entbehren Gerüchte über einen Rückzug Subarus vom deutschen und europäischen Markt jeder Grundlage. Die Idee gab es nie. Subaru wird immer bleiben. Fuji Heavy Industries hat sich ganz klar zu seiner Präsenz auf dem europäischen Markt bekannt. Die Produktionskapazitäten werden ausgebaut. Ab 2016 wird dies spürbar sein.
Woher kamen im vergangenen Jahr die Gerüchte über den vermeintlichen Rückzug Subarus?
Das ist schwer zu sagen, wir waren auch überrascht. In den vergangenen Jahren hatte sich Daihatsu aus Europa verabschiedet – ebenfalls ein Nischenhersteller. Dann kam der Rückzug von Chevrolet. Schließlich wurde über Subaru spekuliert. Von uns gab es nie Äußerungen, die in dieser Richtung hätten ausgelegt werden können, und ebenso wenig von Fuji Heavy Industries. Ein deutliches Bekenntnis ist auch die Modellpolitik des Herstellers. Dieser würde nie Modelle für den europäischen Markt entwickeln, wenn er dort nicht verkaufen, sondern sich zurückziehen wollte.
Neue Modelle sind ein Weg, um mehr Autos zu verkaufen. Eine weitere Möglichkeit besteht in einer Erweiterung des Händlernetzes. Ist ein solcher Schritt von Subaru zu erwarten?
Ja. Wir haben rund 30 Open Points in Deutschland. Dort brauchen wir Händler, da die Standorte bislang nicht besetzt sind. Und wir suchen auch Servicepartner an Standorten, an denen sich kein Händlerbetrieb rentieren würde. Ganz klar unterrepräsentiert sind wir in städtischen Gebieten. Hier wollen wir angreifen. Wir müssen dafür sorgen, dass wir ein flächendeckendes Netz bekommen. Das hat für uns oberste Priorität. Wir werden dafür aber einige Jahre brauchen. Wir wissen auf Grundlage von Marktforschungsdaten, dass es viele Interessenten gibt, die sich einen Subaru kaufen würden. Da das Netz aber nicht flächendeckend ist, sehen sie vom Kauf eines Fahrzeugs ab. Der nächste Service-Standort ist einfach zu weit weg.
Mit welchen Partnern wollen Sie dabei zusammenarbeiten?
Das Wichtigste für uns ist: Wir wollen im Gespräch spüren, dass ein Partner wirklich mit uns zusammenarbeiten will. Sein Herz muss für Subaru schlagen. Wir wollen nicht das fünfte Rad am Wagen sein. Wir sind uns natürlich klar darüber, dass wir bei Händlern mit vielen Marken im Portfolio ein Fabrikat neben anderen sein werden. Trotzdem möchten wir spüren, dass wir als vollwertige Marke wahrgenommen werden.
Wie die Händler und der Händlerverband die Aussichten für die Marke Subaru auf dem deutschen Markt in diesem Jahr und die derzeitige Situation bewerten, lesen Sie in Ausgabe 7 von »kfz-betrieb« (Erscheinungsdatum: 13.2.2015). Registrierte Nutzer finden den Plus-Fachartikel „Subaru: 2015 soll die Wende bringen“ auch auf unserer Website.
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