Subaru: „Wir brauchen neue Ertragsfelder“

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Tatsächlich ist es erstaunlich, dass Subaru in Deutschland trotz der Diesel-Problematik im vergangenen Jahr gewachsen ist. Schließlich hat die Thematik den Importeur knallhart getroffen. Machten Dieselmodelle Anfang des vergangenen Jahres laut KBA um die 40 Prozent der Neuzulassungen der Japaner hierzulande aus, ging zuletzt gerade einmal noch gut jedes vierte neue Auto des Fabrikats mit einem Selbstzünder an den Kunden. Und bei den Bestelleingängen sieht es Amenda zufolge noch düsterer für den Diesel aus.

„Unsere Händler haben da einen hervorragenden Job gemacht und die Benziner sehr gut vermarktet“, sagte der Importeurschef. Im neuen Jahr erwartet der Geschäftsführer, dass „das Thema Diesel bei uns so langsam ausschleicht.“ Wirklich viel ist davon bei Subaru schließlich auch nicht mehr übrig geblieben.

Vermutlich nicht zuletzt aufgrund der Diesel-Affäre kommen derzeit mehr und mehr Fragen zum Thema Elektromobilität aus dem Subaru-Händlernetz auf. Amenda hat in der Vergangenheit mehrfach betont, sich in Japan dafür stark zu machen, dass auch Deutschland nicht ewig auf elektrifizierte Modelle warten muss. Jüngster Stand ist, dass es 2020 so weit sein soll, „ich kann mir aber auch vorstellen, dass es schneller geht“, sagte der Manager. Auch Aftersales-Chef Jörg Kracke sieht „ganz klare Anzeichen, dass schon 2019 etwas kommt.“ Noch ist nicht ganz klar, welche Elektrifizierungs-Variante bei Subaru das Rennen machen wird, Berichte über seriennahe reinelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride gab es zuletzt in Japan häufiger. Amenda kann sich aber auch gut vorstellen, „dass wir mit Mild-Hybriden als Brücken-Technologie beginnen werden.“

Trotz der vielen Zukunftsthemen steht 2018 aber auch bei Subaru „Autos verkaufen“ noch sehr weit oben auf der Agenda. Der Importeur plant, sein Niveau aus dem vergangenen Jahr zu halten. Dabei helfen sollen vor allem die neuen Modelle Impreza und XV. Letzteren präsentierte Subaru Deutschland der Auto-Presse bei einer Fahrveranstaltung in der Provence. Rund 2.000 Einheiten sollen die deutschen Subaru-Partner in diesem Jahr nach der Vorstellung des Importeurs von der zweiten Generation des Crossovers verkaufen.

XV auf neuer Plattform

Bei einer ersten Ausfahrt präsentierte sich der XV als echter Subaru. Im Gegensatz zu den ganzen Möchtegern-SUVs, die aktuell aus dem Boden sprießen, kommt der Japaner dank serienmäßigem Allrad und 22 Zentimeter Bodenfreiheit auch im Gelände gut zurecht. Bei den Antrieben stehen Kunden ein 1,6- (114 PS) und ein 2-Liter-Benziner (156 PS) zur Verfügung, beide Motoren sind serienmäßig an ein CVT-Getriebe gekoppelt. Diesel und Handschalter hat Subaru im neuen XV aus dem Programm gestrichen.

Der im Test gewählte größere Motor war beim Anfahren und unter Volllast recht deutlich zu hören, agierte insgesamt in Zusammenarbeit mit dem Getriebe aber souverän und sorgte für überraschend guten Vortrieb. Den Durchschnittsverbrauch gibt Subaru mit 6,4 bzw. 6,9 Litern an, wie gewohnt müssen Kunden aber mit ein wenig höheren Realwerten rechnen. Im Test gönnte sich der XV im Mittel um die neun Liter.

Subaru XV: Ein SUV gegen den Trend
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Das Cockpit dominieren ein großer Touchscreen in der Mittelkonsole und ein darüber positioniertes TFT-Display. Ansonsten schwimmt Subaru ein wenig gegen den Trend, alles zu digitalisieren, einige analoge Instrumente sind im XV zu finden. Das ist mittlerweile zwar fast ungewohnt, deswegen aber nicht unbedingt schlecht. Die Assistenzsysteme steuert im XV größtenteils die bereits erwähnte Eyesight-Technologie. Sie ermöglicht beispielsweise eine autonome Notbremsung und stellt einen Querverkehrs-Warner, aktiven Spurhalteassistenten oder Tempomaten mit adaptiver Steuerung zur Verfügung.

Insgesamt ist der XV eine angenehme Alternative zu den Pseudo-SUVs. Wem die Offroad-Kompetenz seines Hochbeiners wichtig ist, kommt bei dem Auto voll auf seine Kosten. Stichwort Kosten: In der Basisausstattung mit kleinem Motor startet der XV bei 22.980 Euro. Für ein Modell mit mehr Power werden laut Liste mindestens 27.980 Euro fällig. Damit ist die neue Generation rund 3.000 Euro teurer als ihr Vorgänger. Christian Amenda will aber nicht von einer Preiserhöhung sprechen. „Mit Eyesight und Lineatronic-Getriebe in Serie ist das Auto von vornherein besser ausgestattet als den alten XV“, erklärte der Chef von Subaru Deutschland.

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