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Subaru: „Wir brauchen neue Ertragsfelder“

Autor: Christoph Seyerlein

7.440 Autos hat Subaru 2017 in Deutschland neu zugelassen. Importeurschef Christian Amenda würde gerne in Richtung 10.000 Einheiten gehen, der Hersteller bremst ihn dabei jedoch aus. Mit Blick auf das Subaru-Händlernetz bereitet Amenda das einige Kopfschmerzen.

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(Bild: Seyerlein / »kfz-betrieb«)

Subaru löst in den Köpfen der meisten Auto-Interessierten vermutlich reflexartig zwei Gedanken aus: Boxermotor und Allrad. Christian Amenda, Geschäftsführer von Subaru Deutschland, kann sich darüber einerseits freuen: ein Problem, die eigenen Markenwerte herauszuheben, haben die Japaner definitiv nicht. Zu Jubelarien ist dem Importeurschef jedoch aus mehreren Gründen nicht zu Mute.

Verschiedene Experten bescheinigen kleinen Herstellern nur dann eine Zukunft, wenn sie mit anderen Autobauern kooperieren. Zu groß erscheinen die Herausforderungen wie Digitalisierung, alternative Antriebe und autonomes Fahren, die die Branche meistern muss. Aufgrund der eigenen Strategie steht Subaru hinsichtlich Fusionen und Kooperationen aber etwas im Abseits. Christian Amenda sagte »kfz-betrieb« am Rande einer Presseveranstaltung: „Wir sind kaum mit anderen Herstellern kompatibel. Boxermotor und Lineatronic-Getriebe serienmäßig – das hat niemand außer uns.“ Entsprechend schwer wäre es, mit anderen Autobauern Synergien zu finden.

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Auf dem Papier lesen sich die jüngsten Zahlen von Subaru erst einmal gut. In Deutschland hat die Marke 2017 mit 7.440 Neuzulassungen im Vergleich zu 2016 ein Plus von 6,9 Prozent erzielt. Wichtig ist Amenda, „dass das alles saubere Geschäfte sind“. Der eine oder andere wird bei dem Satz zucken, war doch zuletzt in vielen Medien zu lesen, dass Subaru im vergangenen Jahr die Marke mit dem höchsten Eigenzulassungsanteil in Deutschland gewesen ist. Fast die Hälfte der Subaru-Neuzulassungen (48,52 %) entfielen laut Kraftfahrt-Bundesamt auf die eigene Organisation. Wie passt das mit „sauberen Geschäften“ zusammen?

Christian Amenda erklärt die Zahlen damit, dass Subaru zum Ende des Jahres mit dem Impreza und dem XV zwei neue Modelle bekommen hat. „Wenn dann die Händler ihre Kontingente bestellen, gehen bei uns dadurch automatisch die Eigenzulassungen ganz anders in die Höhe als bei größeren Fabrikaten. Aber das hat rein gar nichts mit Geschäften mit Vermietern oder Ähnlichem zu tun“, so der Importeurschef.

Tatsächlich würde Amenda den Absatz gerne mehr pushen. Wenn er könnte, würde er in Richtung 10.000 Einheiten im Jahr gehen. Doch dabei bremst ihn der Hersteller in Japan aus, der an seiner strengen Kontingentierung festhält. Die Devise lautet: America first, der Rest bekommt nur wenige Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. Schließlich verkauft Subaru fast 70 Prozent seiner rund eine Million Neuwagen im Jahr in den USA.

Weniger Unfälle, weniger Service-Umsätze

Amendas Wunsch nach mehr Subaru-Autos auf deutschen Straßen hat dabei wenig mit schönen Zahlen zu tun, die sich der Geschäftsführer als Erfolge an die Wand pinnen will. Vielmehr treibt den Manager eine Sorge um: „Unser Bestand ist seit Jahren leicht sinkend. Perspektivisch wird es so schwer für uns, unser Händlernetz auszulasten, gerade im Servicebereich.“ Ein wenig sägt der Importeur an dieser für Autohäuser existenziell wichtigen Säule auch selbst, indem er fast alle neuen Modelle mit dem Sicherheitssystem Eyesight ausstattet. „Dadurch gibt es in Zukunft weniger Unfälle“, gibt Amenda zu bedenken. Hinzu komme, dass Subaru keine Qualitätsprobleme hat. Klingt für Kunden super, für Händler dagegen nach wenig rosigen Aussichten.

Deshalb mahnt Amenda: „Wir brauchen neue Ertragsfelder. Nur noch Autos verkaufen reicht nicht mehr lange.“ Gerade Händler könnten dabei ihre Kontakte zu Kunden nutzen, „um das ganze Thema Mobilität ein bisschen weiter zu denken“. Prinzipiell bricht der Importeurschef aber eine Lanze für seine Partner in Deutschland: „Wir haben unseren Händlern zuletzt einige weniger tolle Botschaften überbringen müssen“, sagte Amenda mit Blick auf das Aus für den WRX STi und den Diesel-Antrieb im neuen XV. „Aber das hat das Netz bemerkenswert unaufgeregt weggesteckt“, lobte Amenda.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«