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Subaru stellt den Diesel aufs Abstellgleis

Autor: Christoph Seyerlein

Subaru bringt den neuen XV aller Voraussicht nach ohne Dieselantrieb auf den Markt. Auch weitere neue Modelle der Marke werden zunächst ohne Selbstzünder kommen. Die Händler reagieren darauf unterschiedlich.

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(Bild: Jakob Ebrey)

Der Diesel steht bei Subaru zunehmend auf dem Abstellgleis. Wie »kfz-betrieb« aus Händlerkreisen erfuhr, kommt der neue XV, der vermutlich Ende Januar 2018 bei den Händlern stehen soll, aller Voraussicht nach ohne Selbstzünder auf den Markt. Das habe der Importeur den Partnern im Rahmen von regionalen Tagungen unterbreitet. Auch die kommenden Generationen des Impreza und des Outback werden zunächst nur noch mit Benzinmotoren zu haben sein. Einzig beim Forester bleibt der Selbstzünder bis auf Weiteres im Spiel.

Subaru Deutschland selbst verwies auf Nachfrage auf laufende Gespräche mit dem Hersteller in Japan. Eine endgültige Entscheidung stehe noch aus. Geschäftsführer Christian Amenda sagte: „Wir befinden uns noch in der Diskussion mit dem Hersteller, ob es sinnvoll ist, weiter auf den Diesel zu setzen.“ Technisch und logistisch wäre es demnach kein Problem neben den fest eingeplanten 1,6- und 2-Liter-Benzinern auch einen 2-Liter-Diesel im neuen XV anzubieten. Aktuell habe Subaru in Deutschland aber besonders stark an der Abgas-Affäre zu knabbern.

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Nach dem Forester ist der XV Subarus am zweithäufigsten verkauftes Modell in Deutschland. Im vergangenen Jahr war rund jeder vierte neue XV ein Diesel (420 Diesel, 1.347 Benziner). Im laufenden Jahr ist die Nachfrage nach dem Selbstzünder im XV aber gewaltig eingebrochen: Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) waren per Mai nur noch 131 der insgesamt 991 ausgelieferten Einheiten ein Diesel. Das sind gerade einmal gut 13 Prozent.

Auch insgesamt ist der Dieselanteil der Marke zuletzt klar gefallen. Per Mai waren 1.058 der insgesamt 3.374 in diesem Jahr neu zugelassenen Subaru-Modelle in Deutschland Diesel-Fahrzeuge. Das entspricht einem Anteil von gut 31 Prozent. Per Mai 2016 lag der Dieselanteil noch bei 46 Prozent, per Mai 2015 sogar bei 57 Prozent. Auf saisonale Effekte ist die aktuelle Schwäche der Subaru-Diesel also definitiv nicht zurückzuführen.

Und Amenda hat für die kommenden Monate kaum Hoffnung, dass sich das Blatt wenden könnte. „Beim Bestelleingang verläuft der Trend noch stärker gegen den Selbstzünder“, so der Geschäftsführer von Subaru Deutschland. Ein wesentlicher Grund dafür seien die Diskussionen um Fahrverbote in deutschen Großstädten wie Stuttgart, München oder Düsseldorf, die im Frühjahr Fahrt aufgenommen hatten. Zwar hat der Dieselanteil an den Subaru-Neuzulassungen in den vergangenen Jahren immer wieder geschwankt. So niedrig wie es sich aktuell abzeichnet, war er in der jüngeren Vergangenheit aber nie.

Eine Hintertür für den Diesel bleibt laut Amenda aber offen: Sollte die Diskussion rund um die Abgas-Affäre abflachen, sei es durchaus wahrscheinlich, dass der Hersteller den Diesel wieder stärker fördere.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«