Neuzulassungen Der private Konsum stabilisiert den Neuwagenmarkt

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Ohne die Pkw-Käufe der Privatkunden wäre der Neuwagenmarkt im absoluten Krisenmodus. Doch diese Kunden investieren – nicht zuletzt dank der E-Auto-Förderung. In den anderen Vertriebskanälen herrscht Zurückhaltung.

Neuwagen gibt es viele – doch die Abnehmer sind rar. Nur die Privatkunden sind derzeit in Deutschland recht kauffreudig.(Bild:  Stellantis)
Neuwagen gibt es viele – doch die Abnehmer sind rar. Nur die Privatkunden sind derzeit in Deutschland recht kauffreudig.
(Bild: Stellantis)

Die Bilanz des Verkaufsmonats Mai fällt trist aus, die Zahl der Neuzulassungen verharrte im zurückliegenden Monat auf der Stelle. Das Verkaufsergebnis lag rund 28 Prozent unter dem Wert von 2019. Dass nicht ein dickes Minus in der Monatsbilanz steht, hat der Handel den Privatkunden zu verdanken, die ihren Neuwagenkonsum kräftig ausweiteten, wie eine Auswertung der Neuzulassungszahlen durch die Frankfurter Marktforschung Dataforce zeigt.

In dieser Kundengruppe legten die Neuzulassungen laut den Dataforce-Daten um 8,4 Prozent zu – trotz zweier fehlender Arbeitstage im Vergleich zum Vorjahresmonat und der allgemein zurückhaltenden privaten Konsumstimmung. Damit waren die privaten Neuzulassungen den vierten Monat in Folge auf Wachstumskurs.

Beflügelt wird die Privatkunden-Entwicklung aus Sicht von Dataforce durch die E-Auto-Prämie. Sie sei „ein signifikanter Push-Faktor für den Markt“. Der Marktanteil reiner Elektroautos stieg auf 25 Prozent im Mai und hat damit den höchsten Wert dieses Jahres erreicht. Im Privatmarkt wurden knapp 16.000 E-Autos mehr zugelassen als im Mai des Vorjahres. Dem steht jedoch ein Absatzverlust bei den Dieseln und Benzinern um rund 11.000 Einheiten entgegen.

Unternehmen bremsen Neuanschaffungen

Die Wirtschaftsflaute schlägt dagegen in der Entwicklung der gewerblichen Zulassungen deutlich durch. In diesem Vertriebskanal gingen die Auslieferungen um 5,5 Prozent zurück. Obwohl die E-Prämie in diesem Segment keine Wirkung entfalten kann, wurden dennoch 3.400 Elektro-Neuwagen mehr an gewerbliche Kunden ausgeliefert als im Vorjahresmonat. Dass der Gewerbemarkt letztlich um 5,5 Prozent fiel, liegt an einem absoluten Verkaufsrückgang um 3.600 Fahrzeuge in diesem Segment.

„Im Mai sind die E-Zulassungen durch die Kombination hoher Spritpreise und der Kaufförderung noch einmal angestiegen. Insgesamt bleibt die Lage am Automarkt aber immer noch angespannt, da sich vor allem Flotten momentan lieber zurückhalten“, sagte Julian Litzinger, Automotive Analyst bei Dataforce.

Die Hersteller und Importeure verzichteten auf die Maßnahme der Eigenzulassungen, um dem Absatzverfall zu begegnen. Im Gegenteil – mit 21.700 Eigenzulassungen bedienten sie diesen Kanal sogar um 7,7 Prozent weniger Autos als im Vorjahresmonat. Auch die Händler agierten zurückhaltend (35.000 Einheiten/–3,8 %). Der Kanal der Autovermieter hingegen schaffte ein leichtes Plus um 0,9 Prozent.

Erwähnenswert ist im Segment des Fahrzeughandels die Beobachtung von Dataforce, dass vor allem PHEV-Modelle zugelassen wurden. Dies deute darauf hin, dass chinesische Hersteller viele Plug-in-Fahrzeuge auf ihre Händler zulassen. „Vor allem bei BYD hat man so etwas in der jüngsten Vergangenheit öfter gesehen.“

Transportermarkt bleibt schwach

Die insgesamt verhaltene Wirtschaftslage macht sich im Transportermarkt besonders bemerkbar. In dieser Sonderauswertung blickt Dataforce auf die Zulassungen von Pkw-Utilities und leichten Nutzfahrzeugen und kommt für den Mai auf einen Rückgang um 6 Prozent. Auch wenn die Privatzulassungen in dieser Auswertung nur eine geringe Bedeutung haben, zieht der Rückgang um 11 Prozent die Statistik doch nach unten.

Gleichzeitig sind aber eben die Firmenkunden vorsichtig geworden in der Anschaffung. Diese große Kundengruppe orderte 10 Prozent weniger Neufahrzeuge. Und auch die Autovermieter füllen ihre Reihen derzeit nur zögerlich mit Nutzfahrzeugen auf – die Vermieterzulassungen sanken um 11 Prozent. Wie im Gesamtmarkt verzichteten die Hersteller und Importeure im Transportermarkt auf Impulse durch Eigenzulassungen (–1 %). Einzig die Händler sorgten mit über 800 zusätzlichen Fahrzeugen im Eigenvertrieb (+13 %) für eine Stabilisierung der Zulassungszahlen.

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