Die Stuttgarter Freizeitmesse CMT bildet das ganze Spektrum des Caravanings ab. Mit weniger „echten“ Neuheiten zwar, aber in großer Vielfalt und mit günstigen Editionsmodellen. Und mit einem elektrischen Highlight.
Auf der Freizeitmesse CMT in Stuttgart sind jede Menge Reisemobile zu sehen, darunter der Yucon Campervan von Frankia.
(Bild: Yucon)
Krise oder Nicht-Krise – das ist hier die Frage. Die Stuttgarter Freizeitmesse CMT (Camping, Motor, Touristik), die vom 18. bis 26. Januar ihre Pforten öffnet, könnte für die Caravaning-Branche Signal-Charakter haben und Antworten diese Frage liefern. Schließlich trübten zuletzt ungewohnte Negativ-Meldungen die langanhaltende, zu Corona-Zeiten noch geradezu überbordende Hochstimmung.
Nach über einem Jahrzehnt steten, zum Teil kräftigen Zuwachses gab es nach Pandemie-bedingten Lieferschwierigkeiten, Inflation und kräftigen Preisanstiegen plötzlich Insolvenzen, Absatzprobleme, jede Menge Reisemobile auf Halde und demzufolge Kurzarbeit oder gar Produktionsstilllegungen. Nach dem ersten Wochenende ist aber klar: Zumindest der Besucherzuspruch ist hoch.
Das gebremste Geschäft im Jahr 2024 bleibt natürlich nicht folgenlos für die CMT, auf der die Caravaner längst den Schwerpunkt setzen und allein sieben der zehn Hallen belegen. Das Angebot ist mit fast 1.600 Ausstellern schon verwirrend groß und vielseitig wie eh und je. Aber bei genauem Hinsehen fällt auf, dass die Anzahl der „echten“ Neuheiten deutlich geringer ausfällt und hauptsächlich die Debütanten des Düsseldorfer Caravan-Salons als „süddeutsche Premieren“ noch einmal in den Mittelpunkt gerückt werden. Oder kaufwillige Besucher werden mit neuen Sondermodellen angelockt – mit deutlich mehr Ausstattung zu günstigeren Preisen.
Das gilt in besonderem Maße für die kompakten Camper und Kastenwagen. Sie stellen zwar nach wie vor die beliebteste Fahrzeug-Gattung, allerdings scheinen sie mit einem Anteil von fast 60 Prozent ihren Zenit bereits überschritten zu haben. Die Tendenz ist leicht rückläufig. Die einzig echte Neuheit dürfte hier ein Modell der Trigano-Marke Panama auf Transit-Custom-Basis als Plug-in-Hybrid sein, von dem außer der Ankündigung aber noch nichts bekannt ist.
Der Yucon Campervan von Frankia, ein ausgebauter Renault Trafic, hat ein kleines Update erfahren und wird ab 51.500 Euro angeboten. Da Mercedes erneut auf einen eigenen Stand beim Heimspiel in Stuttgart verzichtet, wird der neue Horizon, die abgespeckte Marco-Polo-Version ohne Küche, wahrscheinlich gar nicht zu sehen sein. Im Gegensatz zum noch taufrischen VW California T7, den es ab rund 78.000 Euro auch als Plug-in-Teilzeitstromer gibt. Er steht in Halle 8 bei Hahn-Automobile.
Mercedes Sprinter: Das neue Basisfahrzeug der Wahl
Bei den ausgebauten Kastenwagen tritt mit Freedo eine neue Marke an. Sie ist ein Ableger des polnischen Herstellers Affinity, der für Grundrisse abseits des Mainstreams bekannt ist und das neue Label auf Basis eines Fiat Ducatos unter anderem mit einer großzügigen Rundumsitzgruppe im Heck einführt.
Laika, die italienische Marke aus der Erwin-Hymer-Gruppe (EHG), erweitert ihren Ducato-Campervan um die 5,41 und 6,00 Meter langen Modelle Kosmo 50 und 60, beide mit Querbett hinten, und drückt damit den Einstiegspreis in die Laika-Welt auf knapp über 60.000 Euro. Die traditionsreiche Konzernschwester Bürstner liegt mit zwei gleich dimensionierten Skyline-Sondermodellen aus der Campeo-Baureihe mit mehr Ausstattung preislich etwa 1800 Euro darüber. Vom italienischen Wettbewerber Rimor aus dem Trigano-Konzern gibt es den neuen 5,40-Meter-Campervan Horus 12 dagegen schon fast 10.000 Euro günstiger.
Ein Trend der jüngeren Vergangenheit setzt sich unabhängig von den unterschiedlichen Reisemobil-Klassen der Aus- und Aufbauten auch in Stuttgart fort: Der Mercedes Sprinter wird als Basisfahrzeug immer beliebter, feierte zuletzt schon bei Einsteigermarken wie Weinsberg oder Clever Premieren und wird auch in der Schwabenmetropole bei zwei neuen Marken debütieren.
Hymer Grand Canyon S: Sonderedition mit 5G-Router
So bietet Laika sein Flaggschiff Kreos L5009 als Teilintegrierten alternativ nun auch mit dem Sternen-Transporter an. Die Preise für das einzige Mercedes-Modell im Portfolio der Italiener werden erst auf der CMT bekannt gegeben, dürften aber deutlich über dem Basispreis von rund 152.000 Euro für den vergleichbaren L5009 auf Ducato-Basis liegen.
Mit 107.500 Euro ist der Sprinter-Ausbau des Camper-Vans 60 S zwar deutlich günstiger, dennoch bedeutet das für die noch junge Marke Viica, erst im vergangenen Jahr als Sublabel von Hannes-Camper gegründet, ein Vorstoß in neue Preisregionen. Immerhin handelt es sich bei dem Preis für den gasfreien Kastenwagen – gebrutzelt wird auf zwei Induktionskochfeldern – um eine vollausgestattete „First Edition“.
Mit Abstand die meisten Sprinter-Modelle im Programm – allein sieben Baureihen mit diversen Modifikationen – hat die Premiummarke Hymer, die ja auch schon in die Entwicklung des Stuttgarter Transporters involviert war. Zur CMT bringt die EHG-Kernmarke aus Bad Waldsee eine Sonderedition des 5,93 Meter langen Camper-Vans Grand Canyon S mit. Der Xperience hat erstmals serienmäßig einen 5G-WLAN-Router an Bord, der auch auf außereuropäischen Reisen für einen lückenlosen Empfang sorgen soll. Preise werden erst in Stuttgart verkündet.
Stand: 08.12.2025
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Elektromobilität trifft auf Gewichtslimit
Auf einen Trend hin zur E-Mobilität wartet man auf der Stuttgarter Freizeitmesse allerdings vergeblich. Bei den großen Volumenherstellern liegt das Thema komplett auf Eis. Mit einer Ausnahme: Die experimentierfreudige Marke Challenger aus dem französischen Trigano-Konzern launcht mit den Modellen X150 und X250 Electrix die technisch sicher bemerkenswerteste Neuheit in den Messehallen, handelt es sich dabei doch um eine spezielle Form des Plug-in-Hybrids. Es gibt nämlich nur entweder-oder.
Mit dem serienmäßigen 102 kW/140 PS-Diesel des Ducato-Basisfahrzeugs ist der kompakte Teilintegrierte auf der Langstrecke unterwegs, in Städten und Umweltzonen wird per Knopfdruck auf vollelektrischen Betrieb umgeschaltet. Dabei soll die 37-kWh-Batterie für bis zu 100 Kilometer Reichweite gut sein. Einziger Nachteil: Das Mehrgewicht für den Elektroumbau, der beim britischen Spezialisten Bedeo erfolgt, erfordert in Deutschland das Ducato-Maxi-Chassis und ist damit für die 3,5-Tonnen-Klasse nicht mehr geeignet. Nur mit 4,25 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht sind praxisgerechte Zuladungen gewährleistet. Die Elektrix-Modelle sollen ab Frühjahr zu Preisen ab 100.000 Euro verfügbar sein.
Bei den Wohnwagen warten Bürstner, Dethleffs und Knaus mit ein paar neuen Grundrissen und viel Feinschliff auf. Interessanteste Neuheit ist der E:dero 350 D der Marke LMC aus dem Münsterland, ein kleiner Einsteiger-Caravan für weniger als 15.000 Euro und mit einem Gesamtgewicht von unter 750 Kilogramm auch für elektrische Zugfahrzeuge geeignet.
Ob das freilich das Wohnwagen-Segment wieder ins Plus dreht, erscheint fraglich. Die Caravan-Zulassungen gehen seit Jahren zurück und verbuchten auch im Vorjahr wieder ein Minus, während sich die Reisemobile über einen Zuwachs von über 10 Prozent freuen können. Exakte Zahlen verkündet der Caravaning-Verband CIVD auf der CMT.
Verschiedene Studien sehen aber auch die Nachfrage weiterhin auf hohem Niveau. Die Vermieter-Firmen bestätigen das ungebrochen hohe Interesse ebenfalls. Der erwartet starke Andrang in Stuttgart und das riesige Angebot mit allein 1.200 Ausstellungsfahrzeugen – nach Krisenstimmung sieht das jedenfalls nicht aus.