Suzuki zieht sich aus China zurück
Chinesen fahren immer größere und schwerere Autos. Für einen Hersteller wie Suzuki, der hauptsächlich auf Kleinwagen setzt, ist das kein gutes Zeichen. Die Japaner ziehen nun einen Schlussstrich unter ihr China-Geschäft und verlassen damit binnen weniger Jahre bereits den zweiten bedeutenden Automarkt.

In Zeiten, in denen der chinesische Automarkt für zahlreiche Hersteller der wichtigste überhaupt ist, mutet dieser Schritt zunächst waghalsig an: Suzuki hat bekannt gegeben, sich aus China zurückzuziehen. Die Japaner verkaufen ihre 50 Prozent am Joint Venture mit Changan komplett an den chinesischen Hersteller. Dieser wird als Lizenzbauer zumindest weiter Autos mit Suzuki-Logo im Reich der Mitte verkaufen. Bereits im Juni hatte der japanische Autobauer sein zweites China-Joint-Venture mit Jiangxi Changhe Automobile beendet.
Auf den zweiten Blick erscheint Suzukis Vorgehen aber durchaus verständlich. Der Trend in China geht zu immer größeren und schwereren Fahrzeugen. Die Japaner setzen dagegen traditionell hauptsächlich auf Kleinwagen. In China lag der Marktanteil jener Autos zuletzt aber nur noch bei 6,7 Prozent, nachdem er im Jahr 2003 noch 35 Prozent betragen hatte. Angebot und Nachfrage passen nach rund 25 Jahren am Markt nicht mehr wirklich zusammen. 2017 war der Absatz von Suzuki-Changan um 27 Prozent eingebrochen, auch die Neueinführungen des Vitara und des S-Cross konnten den Absturz nicht stoppen.
Für Suzuki ist der Rückzug von einem großen Markt aufgrund veränderter Kundennachfrage nichts Neues. Im Jahr 2012 hatten die Japaner ihr Geschäft in den USA nach drei Jahrzehnten aus ähnlichen Gründen aufgegeben. Dass Suzuki im vergangenen Jahr mit weltweit rund 3,3 Millionen verkauften Einheiten dennoch der zehntgrößte Automobilhersteller der Welt war, ist hauptsächlich auf die Stärke der Marke in Indien zurückzuführen. Dort ist Suzuki klarer Marktführer – rund jedes zweite neue Modell dort stammt von den Japanern. Bis 2030 will Suzuki den eigenen Absatz in Indien auf bis zu fünf Millionen Fahrzeuge pro Jahr steigern.
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