Diagnose
Täglich grüßt das Murmeltier: Schon wieder Schrott ab Werk
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Wieder einmal hat Burkard Wild mittels Oszilloskopdiagnose neue Bauteile als „defekt aus der Schachtel“ entlarvt. So langsam nerven den Kfz-Profi minderwertige Aftermarket-Komponenten. Andere Werkstätten fordert er auf, solche zwingend zu reklamieren.
Ein ehemaliger Arbeitskollege von Burkard Wild besitzt einen älteren VW Golf TDI mit Pumpe-Düse-Technik. Als das Fahrzeug eines Tages nicht mehr ansprang, las dieser den Fehlerspeicher aus, speicherte aber weder das Ergebnis ab, noch druckte er die Meldung des Diagnosegeräts aus. „Im Nachhinein erfuhr ich, dass sich der Fehler entweder auf den Kurbelwellen- oder den Nockenwellensensor bezog“, blickt der Diagnoseexperte zurück. Da der Nockenwellensensor leichter zugänglich war, entschied sich der Golf-Besitzer, diesen gegen ein Neuteil aus dem Aftermarket zu tauschen. Doch auch mit dem sprang der Wagen sprang weiterhin nicht an – und so kam Meister Wild ins Spiel.
„Ich nahm die Signale von Kurbelwellen- und Nockenwellensensor auf, um sie auszuwerten. Das Ergebnis: Am Kurbelwellensensor war kein Signal zu erkennen, obwohl Spannungsversorgung, Referenzspannung und Masse korrekt anlagen“, erklärt der Motorenprofi. Also schien klar, dass der Fehler im Kurbelwellen- und nicht beim Nockenwellensensor lag. Doch nachdem auch dieser getauscht war, sprang der Motor immer noch nicht an. „Ich legte erneut mein Oszi an. Die Aufnahme in der Grafik 1 zeigte, dass eine markante Flanke des Nockenwellensignals fünf Marken hinter der Bezugsmarke der Kurbelwelle lag. Mein Vergleichsbild aus dem Archiv (Grafik 2, 7 Marken) zeigte jedoch, dass diese Flanke bei einem korrekt funktionierenden Motor sieben Marken hinter der Bezugsmarke liegt“, so Burkhard Wild. Dies war auch die Ursache für den synchronen Fehler zwischen Nocken- und Kurbelwelle, der auch im Fehlerspeicher zu finden war.
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