Tankstelle der Zukunft: Die grünen Energiemakler

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Servicestation für Roboterautos

Ein weiterer Baustein der von Aral vorgestellten Zukunftsstrategie ist die Funktion der Tankstelle als Servicestation für autonome Fahrzeugflotten. Neben der Versorgung mit Energie, in welcher Form auch immer, wären auch Pflegemaßnahmen wie die Fahrzeugreinigung denkbar. Außerdem soll die Tankstelle eine Art Knotenpunkt werden, an dem viele unterschiedliche Mobilitätsformen aufeinandertreffen. So sieht die Aral-Vision Landeplätze für elektrische Microflieger wie etwa Personendrohen oder eVTOLs vor. Von Lufttaxis können Personen auf dem Gelände der Tankstelle direkt auf autonome Autotaxis oder einen elektrischen Mietroller umsteigen.

Auch als Logistikcenter könnte Tankstellen in Zukunft eine größere Rolle beikommen. Bereits heute finden sich in Deutschland auf etlichen Aral-Tankstellen Paketstationen. Der E-Commerce wird in den kommenden Jahren weiter wachsen. Darüber hinaus erscheinen Postdienstleistungen oder Bankgeschäfte interessante Geschäftsfelder, vor allem angesichts der attraktiven Öffnungszeiten.

Selbstverständlich werden Tankstellen auch in einigen ihrer klassischen Geschäftsfelder weiter aktiv bleiben. Die Rolle als 24-Stunden-Supermarkt wird vermutlich eine tragende Umsatzsäule bleiben. Allerdings sollten Tankstellen, um dem Kunden ein attraktiven Einkaufserlebnis zu bieten, ihr Erscheinungsbild und ihr Angebot verändern. Auch mit dem Ausbau von Gastronomiewelten ließe sich die Attraktivität steigern.

Infotainmentdisplays zeigen Warenangebot im Auto

Tankstellenbetreiber dürften zudem Möglichkeiten der zunehmenden Digitalisierung und Konnektivität stärker nutzen. In China gibt es bereits Servicestationen, deren Warenangebot dem Besucher auf dem Infotainmentdisplay angezeigt wird. Der Kunde kauft per Bildschirmberührung und bekommt die Ware prompt ans Fahrzeug geliefert. Für solche Services würden dann auch neue digitale Bezahlformen wie das In-car-payment interessant werden.

Auch typische Serviceangebote wie etwa Wagenwäsche haben Zukunft. Wenn künftig Tankstellen vornehmlich regenerative Energien bereitstellen, würde der Fahrzeugwäsche ebenfalls ein grünes Antlitz gut zu Gesicht stehen. Ein interessantes Modell hat etwa die PM-Tankstelle Geilenkirchen umgesetzt, die neben der Erzeugung von Solarstrom auch Regenwasser auffängt, sowie Brauchwasser aufbereitet und so für Wagenwäsche kein Trinkwasser mehr verbraucht. Dass Tankstellen grüner werden, ist nicht nur Vision, sondern in Teilen bereits Wirklichkeit.

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