Tata bessert nach

Redakteur: Dipl.-Päd. Gerd Steiler

Die Tata-Handelsgesellschaft Green Rent Deutschland klärt bislang offene Details des Händlervertrags. Dies betrifft vor allem Fragen der Händler-Finanzierung, Garantieabwicklung sowie Ersatzteilversorgung und Lieferlogistik.

Die Macher der Tata-Handelsgesellschaft Green Rent Deutschland haben aus ihrem wenig überzeugenden Auftritt beim jüngsten Händlertreffen in Ansbach (wir berichteten) offenbar gelernt. Laut Geschäftsführer Guiseppe Cicorella sind inzwischen wesentliche Schwachstellen des bisherigen Händlervertrags beseitigt. Im Gespäch mit »kfz-betrieb«-ONLINE erläuterte Cicorella die wichtigsten Nachbesserungen.

Starker Finanzpartner

Seinen Angaben zufolge habe man mit der Wuppertaler akf-Bank (seit 1968) jetzt einen „ebenso starken wie zuverlässigen Finanzpartner“ mit im Boot. Die Bank soll künftig sämtliche Finanzdienstleistungen (Händler- und Einkaufsfinanzierung, Leasing und Servicelease) für die Tata-Handelsgesellschaft und deren Partner abwickeln.

Deutlich mehr Klarheit gibt es inzwischen auch bei Ersatzteilversorgung und Lieferlogistik. Statt einen gebe es künftig bundesweit vier „Stützpunkt-Händler“, die die aus Norditalien importierten Fahrzeuge ausliefern. Diese Anker-Händler verteilen sich auf die Regionen Süd (1), West (1), Nord (1) und Ost/NBL (2). Vom Tisch sei auch die im bisherigen Händlervertrag festgeschriebene „Vorkasse“ des Händlers. Ab sofort müssten bestellte Fahrzeuge erst mit der Auslieferung ab Stützpunkt-Händler bezahlt werden. Die Transportkosten beliefen sich dabei auf maximal 358 Euro pro Fahrzeug. Für die Ersatzteil-Erstausstattung gebe es spezielle Ersatzteilpakete für Händler (1.500 Euro) und Stützpunkt-Händler (5.000 Euro), die in einem ET-Katalog auf CD-ROM gelistet sind.

Gesicherte Garantieabwicklung

Für Sicherheit bei der Garantieabwicklung sorgt laut Cicorella ein Rahmenvertrag mit dem Ringsheimer Garantie-Versicherer MultiPart. Dieser offeriert das Garantie-Paket „Multi Plus“. Die kostenlose Inklusiv-Garantie gilt für drei Jahre oder eine Laufleistung bis 100.000 Kilometer. Die Garantieleistung bezieht sich auf Motorbauteile, Elektrik und Getriebe. Nicht enthalten im Garantieumfang sind Verschleißteile wie Auspuff, Kupplungs- und Bremsbeläge, Bremsscheiben/-trommeln, Reifen, Glühbirnen, Zündkerzen oder Batterien.

Im Vertrag heißt es: „Im Garantiefall werden garantiebedingte Lohnkosten nach den Arbeitszeitwerten des Herstellers voll übernommen. Garantiebdingte Teilekosten werden nach den unverbindlichen Preisempfehlungen des Herstellers bis zu einer Laufleistung von 100.000 Kilometer zu 100 Prozent übernommen.“

Preise nach wie vor zu hoch

Ein Kernproblem der Marke scheint indes weiterhin ungelöst: Die von vielen Händlern „als deutlich zu hoch“ kritisierten Modell-Preise. Laut aktueller Preisliste vom Februar 2009 wurden die Basispreise des Kleinwagens Indica (7.990 Euro), des Kombis Indigo GLX (12.290 Euro), des Pick-ups Xenon (16.990 Euro) und des Geländwagens Safari (23.490 Euro) gegenüber der Ursprungsplanung zwar um durchschnittlich gut 1.400 Euro gesenkt. Im Kampf gegen den Hauptkonkurrenten Dacia, der seine Sparmodelle Logan, Logan MCV und Sandero dank „Umweltprämie“ derzeit mit Preisen zwischen 5.000 und 6.000 Euro bewirbt, scheinen aber auch die nachgebesserten Preise der Tata-Modellpalette nach wie vor kaum wettbewerbsfähig.

Dennoch gibt sich Green Rent/Tata-Chef Giuseppe Cicorella optimistisch: „Unser Vertriebskonzept ist auf einem guten Weg. Aktuell haben 24 Händler einen Partnervertrag unterschrieben - und ich bin zuversichtlich, dass wir unser Ziel erreichen werden, bis Jahresende bundesweit insgesamt 100 Händler für die Marke Tata zu gewinnen.“

(ID:288994)