Stellantis Tavares hört auf, Hochgeschurtz muss jetzt schon gehen

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Ausgelöst durch schlechte Zahlen baut der Vielmarkenkonzern die Führungsebene um. In der Folge trennt sich Stellantis von einigen Managern. Dazu zählt auch der frühere Opel-Chef Hochgeschurtz. Mittelfristig wird sich auch Konzernchef Carlos Tavares zurückziehen.

Stellantis-Chef Carlos Tavares hört zum Jahresanfang 2026 auf. Jetzt hat er das Führungsmanagement erst einmal neu aufgestellt.(Bild:  VCG)
Stellantis-Chef Carlos Tavares hört zum Jahresanfang 2026 auf. Jetzt hat er das Führungsmanagement erst einmal neu aufgestellt.
(Bild: VCG)

Der Stellantis-Konzern reagiert mit einem Managementumbau auf die Turbulenzen des Neuwagenmarktes und nicht zuletzt auf die schwache Entwicklung in Europa. In seiner Kernregion hatte der Hersteller über alle Marken hinweg bis Ende August 3,3 Prozent des Absatzes verloren, während der Gesamtmarkt 1,7 Prozent zulegte.

Mehrere zentrale Positionen im Konzern werden neu besetzt, verschiedene Führungskräfte verlassen das Unternehmen. Ziel der Umbesetzungen und Umorganisation sei, „die Vereinfachung voranzutreiben und die Leistung der Organisation zu verbessern“, heißt es in einer Mitteilung von Stellantis Deutschland.

Ein zentraler Positionswechsel trifft direkt das operative Geschäft in der Europa-Region. Der für diesen Markt verantwortliche Vorstand Uwe Hochgeschurtz wird mit sofortiger Wirkung durch Jean-Philippe Imparato ersetzt, der bislang Vorstandschef (CEO) der Transportersparte Stellantis Pro One ist und diese Funktion zunächst auch behalten wird. Er habe 34 Jahre Erfahrung mit Markenführung, übergreifenden Geschäftsbereichen und dem vertrieblichen Netzwerkmanagement und soll nun den Wandel zur Elektromobilität und den Vertrieb voranbringen. Hochgeschurtz war viele Jahre für Renault tätig, zuletzt als Geschäftsführer der DACH-Region, und war 2021 zunächst an die Spitze von Opel gewechselt.

Finanzchefin wird ersetzt

Ebenfalls mit sofortiger Wirkung ersetzt wird die bisherige Finanzchefin des Stellantis-Konzerns, Nathalie Knight. Sie hatte in der Vergangenheit bereits gewarnt, dass der Autobauer wegen der schwierigen Absatzlage und Problemen auch in Nordamerika seine Finanzziele nicht erreichen werde. Im September hatte Stellantis die erwartete Gewinnmarge auf 5,5 bis 7,0 Prozent gesenkt. Zuvor sollte die Rendite zweistellig ausfallen.

Die Funktion von Knight übernimmt Doug Ostermann, der sich laut der Stellantis-Mitteilung durch umfassende Erfahrung im Gewinn- und Verlustmanagement auszeichnet. Zuletzt war er Chief Operating Officer von Stellantis China. Diese Aufgabe übernimmt Gregoire Olivier zusätzlich zu seiner Funktion als Koordinator („Chief Liaison Officer“) der Zusammenarbeit mit Leapmotor.

Folgerichtig bekommt das angeschlagene Nordamerika-Geschäft ebenfalls einen neuen personellen Impuls. Antonio Filosa wird das dortige Geschäft zusätzlich zu seiner Rolle als CEO der Marke Jeep leiten. Er folgt auf Carlos Zarlenga, der aber anscheinend im Konzern bleibt, da dessen neue Position zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden soll. Filosa habe sich mit „hervorragenden Leistungen“ in der Region Südamerika mit Absatz-, Qualitäts- und Marktanteilszuwächsen qualifiziert.

Suche des Tavares-Nachfolgers läuft

„In dieser darwinistischen Zeit für die Automobilindustrie besteht unsere Pflicht und ethische Verantwortung darin, uns anzupassen und uns auf die Zukunft vorzubereiten“, begründete Stellantis-Vorstandschef Carlos Tavares den Management-Umbau, für den er die Rückendeckung des Aufsichtsrats hat.

Gleichzeitig bestätigte der Konzern, dass Tavares in gut einem Jahr den Platz an der Spitze räumen werde. Der heute 66-jährige Manager werde nach Ablauf seines Vertrags Anfang 2026 in den Ruhestand gehen, hieß es in der Mitteilung. Der Findungsprozess für einen Nachfolger unter der Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden und Fiat-Erben John Elkann laufe bereits.

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