Technische Daten: Erst klicken, dann schrauben!
Die Fahrzeugindustrie ist seit kurzem verpflichtet, Wartungs- und Reparaturinformationen für Euro-5/6-Fahrzeuge online zur Verfügung zur Verfügung zu stellen. Ein Überblick zeigt, wo und wie Betriebe an die entsprechenden Daten kommen.
In Werkstätten wird es künftig öfter klicken. Ursache hierfür dürfte jedoch nicht der inflationäre Gebrauch von Drehmomentschlüsseln sein, sondern vielmehr die Tatsache, dass sich die Betriebe benötigte Wartungs- und Reparaturinformationen von den Datenbanken der Hersteller/Importeure mithilfe von Mausklicks holen.
Dazu haben sie dank der neuen Datenzugänglichkeit aufgrund der aktuellen Abgasgesetzgebung auch reichlich Möglichkeiten. Denn Fakt ist: Fahrzeughersteller und Importeure müssen spätestens seit dem 1. März 2010 sämtliche technische Daten und Wartungsinformationen frei zugänglich machen – das gilt für Pkw, die die Euro-5/6-Norm erfüllen. Empfänger dieser Daten, so der Vater des Gedanken, sind in erster Linie freie Kfz-Betriebe.
Die Hersteller/Importeure sind verpflichtet, diese Informationen den „unabhängigen Marktteilnehmern“ uneingeschränkt per Internet zur Verfügung zu stellen. Die Reparatur- und Wartungsinformationen teilen sich dabei in zwei Kategorien auf: In die erste Kategorie fallen sowohl allgemeine als auch sicherheitsrelevante Reparatur- und Wartungsinformationen – das heißt z. B. Daten und Informationen zu ABS-, ESP- und Assistenzsystemen etc. In die zweite Kategorie fallen Reparatur- und Wartungsinformationen zu diebstahlrelevanten Systemen – z. B. zur Wegfahrsperre.
Werkstätten, die Zugang zu den Herstellerdatenbanken haben möchten, müssen sich beim jeweiligen Hersteller/Importeur registrieren – dieser Vorgang ist standardisiert, das heißt bei jeder Marke gleich. Der Betrieb muss dabei Angaben machen zu:
- Name und Adresse des Betriebs
- Name des Mitarbeiters, der legitimiert werden soll
- Daten zur Rechnungsstellung
- Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
Bei der Erstregistrierung erfolgt ein Plausibilitätsabgleich, der bis zu 24 Stunden dauern kann. Danach kann sich der Nutzer mittels Passwort jederzeit einloggen – so die Theorie. Wer sich das Ganze einmal in der Praxis ansehen möchte, sollte zur „Fachtagung für Freie Werkstätten und Servicebetriebe“ ins VCC nach Würzburg kommen (siehe Kasten unten).
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