Technische Daten: Zugang oft schwierig

Redakteur: Steffen Dominsky

Volle Freiheit verspricht die europäische Gesetzgebung – auch in Sachen Zugang zu den Reparatur- und Wartungsinformationen. Dass die Realität oft anders aussieht, zeigt eine Studie der EU-Kommission.

Wer schreibt, der bleibt, und wer Daten hat, der schraubt. Deshalb ist der Zugang zu den Informationsportalen der OEMs speziell für Freie Werkstätten wichtig.
Wer schreibt, der bleibt, und wer Daten hat, der schraubt. Deshalb ist der Zugang zu den Informationsportalen der OEMs speziell für Freie Werkstätten wichtig.
(Foto: © Foton - Fotolia)

Der läuft doch nur auf drei Zylindern!“, lautet ein bekannter Monteursausspruch, wenn Marder, Kolbenfresser oder Steuerriemen-Zahnausfall für ungleichförmigen Motorlauf beim Vierzylinder sorgt. Doch nicht nur in Automobilen läuft im Hinblick auf Werkstatt und Co. zum Teil nicht immer alles rund. Auch beim „nicht diskriminierenden“ Zugang zu technischen Reparatur- und Wartungsinformationen („RMI“ = repair and maintenance information) der Fahrzeughersteller im Zuge der Euro-5/6-Gesetzgebung kommt es regelmäßig zu „Zündaussetzern“. Zu diesem Ergebnis kommen nicht nur einige Kfz-Betriebe, sondern auch andere Marktteilnehmer – allen voran die Teileindustrie, aber auch Diagnoseanbieter und die EU-Kommission selbst.

So fand eine von Europa in Auftrag gegebene Studie jetzt heraus, dass einerseits „die OEMs erheblich investiert haben, um sicherzustellen, dass Freie Marktteilnehmer die erforderlichen Informationen in Übereinstimmung mit dem Gesetz erhalten“. Gleichwohl stellt die Ricardo-AEA-Studie fest, dass es große Unterschiede bei den Benutzeroberflächen und hinsichtlich der Software-Kompatibilität der OEM-Webseiten gibt. Und obwohl OEMs einen Anspruch darauf haben, Daten, die die Fahrzeug- und Diebstahlsicherheit betreffen, zu reglementieren, sind sie dennoch dazu verpflichtet, diese entsprechend den technischen Vorschriften zur Verfügung zu stellen.