Ranking der E-Autobauer Tesla rutscht im globalen Wettbewerb auf Platz drei ab

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

Bei Steckerfahrzeugen aller Art liegen chinesische Hersteller im globalen Wettbewerb ganz vorne. Der E-Auto-Pionier Tesla gerät immer mehr ins Hintertreffen, während sich ein deutscher Autobauer doch recht gut schlägt.

Die Elektromobilität wirbelt die Automobilbranche durcheinander, manche Hersteller wachsen plötzlich sehr schnell.(VDE)
Die Elektromobilität wirbelt die Automobilbranche durcheinander, manche Hersteller wachsen plötzlich sehr schnell.
(VDE)

Der chinesische Autohersteller BYD hat 2025 weltweit erneut die meisten Elektrofahrzeuge verkauft. Nach Berechnungen des koreanischen Marktforschers SNE Research setzte das Unternehmen rund 4,12 Millionen reine Elektroautos und Plug-in-Hybride ab und blieb damit trotz eines leichten Rückgangs von 0,6 Prozent die weltweite Nummer eins der Produzenten von Steckerfahrzeugen.

Besonders bemerkenswert ist der Aufstieg der Geely-Gruppe: Mit einem Absatzplus von 57 Prozent katapultierte sich der chinesische Konzern auf Rang zwei und verkaufte rund 2,23 Millionen Elektrofahrzeuge. Diese rasante Entwicklung basiert nicht zuletzt auf der breiten Aufstellung des chinesischen Unternehmens mit Marken wie Volvo, Polestar, Zeekr und der Hauptmarke Geely selbst. Der Konzern habe es geschafft, den Absatz seiner Marken durch eine „erfolgreiche Multibrand-Strategie“ über verschiedene Preissegmente hinweg zu steigern.

Tesla hingegen rutschte erstmals seit Jahren vom zweiten auf den dritten Platz ab. Mit rund 1,64 Millionen Auslieferungen lag der US-Pionier 8,6 Prozent unter dem Vorjahr. Allerdings ist der Vergleich insofern nicht ganz fair, da Tesla nur reine BEVs in den Verkauf bringt. Doch auch im Ranking der BEV-Verkäufe bleibt Tesla inzwischen klar hinter BYD zurück. Während die Chinesen im Jahr 2025 nach eigenen Angaben knapp 2,3 Millionen reine E-Autos verkauften, kommt Tesla eben nur auf 1,64 Millionen Einheiten.

Dass Tesla nicht mehr mithalten kann, hat aus Sicht von SNE verschiedene Gründe. Zum einen wird der Konkurrenz- und Preisdruck im chinesischen Markt immer größer – die Absatzverluste dort lassen sich derzeit in den USA und Europa nicht kompensieren. Zudem belasten zunehmend die von Marktbeobachtern bereits früher angeführten Modellneuerungen den Tesla-Absatz. Statt neuer Volumenmodelle schrumpft die Modellpalette sogar noch.

Volkswagen kämpft sich nach vorne

Stärkster europäischer Anbieter war Volkswagen mit rund 1,37 Millionen Einheiten und einem Plus von 6,4 Prozent. Der deutsche Konzern profitiere von seinem breiten Elektro-Portfolio über alle Marken hinweg – von der ID-Familie über Audi E-Tron bis zum Porsche Taycan – sowie vom kontinuierlichen Ausbau der ID-Modellpalette in verschiedenen Märkten. Dennoch zeige der Vergleich mit Geely die Herausforderung für europäische Hersteller: Während VW um 6,4 Prozent wuchs, legte Geely um 57 Prozent zu. Die Agilität der chinesischen Konkurrenz habe Volkswagen längst nicht erreicht.

Mit BMW auf Rang neun findet sich ein weiterer deutscher Autobauer unter den zehn weltweit stärksten. Die Münchner kamen auf knapp 600.000 Neuzulassungen mit einem moderaten Plus von 2,8 Prozent. Komplettiert werden die Top Ten von SAIC, Changan, Chery, Hyundai/Kia und Leapmotor. Nicht zuletzt ist mit Changan ein weiterer Hersteller mit großen Ambitionen am Start, der nun auch in Europa startet.

Globaler Markt wächst zweistellig

Die Entwicklungen der einzelnen Hersteller spiegeln den Boom der globalen Elektromobilität wider: Insgesamt wurden 2025 weltweit rund 21,47 Millionen Elektrofahrzeuge ausgeliefert. Das entspricht einem Wachstum von 21,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die zehn größten Unternehmen teilen sich dabei knapp zwei Drittel des Weltmarkts – ein Zeichen für die deutlichen Veränderungen in der Branche, aber auch den intensiven Wettbewerb und das Potenzial für schnelle Marktverschiebungen in der noch jungen E-Auto-Industrie.

Für 2026 erwartet SNE Research weiteres, eher moderates Wachstum mit starken regionalen Unterschieden. Europa und die USA dürften, getrieben durch die wachsende Akzeptanz von Elektrofahrzeugen, stärker wachsen als der bereits sehr entwickelte chinesische Markt. Weiterhin sinkende Batteriekosten würden die E-Autos zudem schrittweise erschwinglicher machen.

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