Mit abgestimmten Belagrezepturen versuchen Hersteller von Bremsbelägen, Reklamationen aufgrund von Bremsgeräuschen zu verhindern. Auch Werkstätten können ihren Teil zum nicht quietschenden Auto beitragen.
In der Textar-Entwicklungsabteilung widmet sich ein Spezialisten-Team ausschließlich NVH-Phänomenen. Sie stellen sicher, dass Textar-Beläge auch im freien Ersatzteilmarkt den steigenden Anforderungen in Sachen NVH genügen.
(Bild: Textar)
Beim Bremsen können aufgrund der Trockenreibung Geräusche von bis zu 100 db entstehen – das ist, mit Verlaub, schweinelaut. Je nach Geräuschphänomen spricht der Bremsenfachmann von Quietschen, Muhen oder Knarzen. Solche störenden Geräusche sind eine der Hauptursachen für Reklamationen in der Werkstatt. Kein Wunder: Denn der Trend zu immer ausgeklügelten Leichtbaukonzepten sowie die wachsende Zahl an Fahrerassistenzsystemen erhöhen das Risiko für ungewünschte Schwingungen oder Vibrationen. Und treten diese auf, kommt der Fahrzeughalter hilfesuchend in die Werkstatt. Die Bremsenexperten von Textar raten deshalb, bei der Bremsenreparatur auf die Auswahl des Belags zu achten. Schließlich ist eine Reibbelag-Rezeptur, die auf den Punkt genau auf das Fahrzeug abgestimmt ist, eine wesentliche Voraussetzung für leises Bremsen und somit auch die Reklamationsvermeidung.
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Die Automobilindustrie betreibt großen Aufwand, um die Reibungsschwingungen, die beim Tritt auf die Bremse zwangsläufig entstehen, bestmöglich zu dämpfen – sowohl bei Neuwagen als auch bei Gebrauchten. Doch die Ansprüche an das Komfortverhalten (Noise, Vibration, Harshness, kurz NVH) der Bremse steigen kontinuierlich: Die Elektrifizierung und das fehlende Motorengeräusch verlangen verstärkt nach leiseren Bremsen. Unabhängig vom Antrieb begünstigen gleichzeitig Leichtbaukonzepte Quietschen und Rubbeln. Die beliebten SUVs haben ebenfalls ihre Tücken: Sie verfügen über längere Querlenker mit höherer Empfindlichkeit gegenüber niederfrequenten Schwingungen wie etwa dem Knarzen. Und auch Automatikgetriebe und Fahrerassistenzsysteme wie Parkassistenten und Berganfahrassistenten können zu NVH-Problemen führen.
Auf die Belagmischung kommt es an
In der Werkstatt ist oft nicht klar, dass die Geräusch- und Reklamationsvermeidung schon mit der Wahl des Bremsbelags anfängt.Während Standardmischungen, die für viele unterschiedliche Fahrzeuge funktionieren sollen, zur Geräuschentwicklung neigen, schaffen Werkstätten mit Belägen von Erstausrüstern wie Textar die nötigen Voraussetzungen für leise Bremsen, verspricht das Unternehmen. Denn dank entsprechender Expertise aus der Serienfertigung und umfangreichen Testkapazitäten lässt sich das Risiko für spätere NVH-Probleme von Anfang an minimieren: durch individuelle Reibmaterialmischungen, die für ein bestimmtes Fahrzeug, sein Bremssystem und seinen Einsatzzweck auf den Punkt genau entwickelt werden. Entscheidend sind die Mischung und die verwendeten Materialien, die ein niedriges Eigenschwingungsverhalten und gute Dämpfungseigenschaften aufweisen sollten. Neben abgestimmten Belagrezepturen helfen umfangreiche sogenannte Sekundärmaßnahmen, die Schwingungsübertragung vom Belag auf andere Komponenten zu dämpfen. Die Textar-Entwickler nutzen zum Beispiel 350 verschiedene Dämpfungsblechmaterialien, Zwischenschichten, Laufrichtungsbindung, Schrägen, Nuten oder Ausgleichsgewichte.
Um NVH-Phänomenen auf den Grund zu gehen, gibt es bei Textar ein eigenes Spezialisten-Team, das sich ausschließlich NVH-Phänomenen widmet und schon bei der Entwicklung der Bremsbeläge involviert ist. „Wir analysieren in ausführlichen Tests jedes kleinste Geräusch. Die Ursachen sind oft hochkomplex. Die Reproduzierbarkeit und Vorhersage von Bremsgeräuschen auf dem Prüfstand oder im Rahmen von Simulationen ist nicht garantiert. Um solche Probleme zu lösen, müssen wir die Komponenten im Einzelnen, ihre Rolle im Gesamtsystem Bremse sowie ihre Eigenschaften verstehen“, erklärt Wolfgang Hoffrichter, Senior NVH Engineer bei TMD Friction. Mit Hilfe von eigenen Analyse- und Simulationstools sowie sieben Geräuschprüfständen, aber auch eigenen Fahrversuchen, will man dafür sorgen, dass die eigenen Beläge auch im freien Ersatzteilmarkt den steigenden Anforderungen in Sachen NVH genügen.
Bremsgeräuschen auf der Spur
„Kommt der Kunde mit einem Bremsgeräusch in die Werkstatt, ist das nicht immer ganz einfach zu lösen“, erklärt Hartmut Kießling, Technical Sales Manager und Trainer für die Marke Textar. Häufig wird vermutet, dass die Bremse schuld ist – fälschlicherweise. Oft höre man aber nicht die Bremse, sondern zum Beispiel verschlissene oder vom Original stark abweichende Fahrwerksteile, die – von der Bremse angeregt – hörbar schwingen, so Kießling. In diesen Fällen braucht es Expertenwissen. Das Leverkusener Unternehmen unterstützt Werkstätten mit einem eigenen technischen Außendienst auch vor Ort.
Stand: 08.12.2025
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Um Einbaufehler, die Geräusche verursachen können, zuverlässig zu vermeiden, bietet es für Werkstätten hilfreiche Checklisten und Poster nach einer Registrierung zum Download an. Zudem finden regelmäßig kostenlose 30-minütige Webinare statt – auch zum Thema Sekundärmaßnahmen. Dabei lernen Werkstätten, was sie beachten müssen, um Komfort und Geräusche bei Bremsbelägen zu verbessern und Kundenreklamationen zu vermeiden.