Thiel-Gruppe schließt Standort Gütersloh

Redakteur: Dipl.-Päd. Gerd Steiler

Keine Zukunft mehr für Betriebsratschef Lothar Ommer und seine 46 Kollegen. Der defizitäte Standort Gütersloh ist für die Auto-Handelsgruppe zu einer nicht mehr tragbaren finanziellen Belastung geworden.

Die Paderborner Thiel-Gruppe (Audi, VW, Skoda) schließt aus wirtschaftlichen Gründen ihre Filiale in Güterloh. Das 1953 gegründete Autohaus an der Rhedaer Straße ist nach einem Online-Bericht des „Westfalen-Blatts“ der erste Standort, den Firmengründer Karl Thiel außerhalb von Paderborn einrichtete. Von der Betriebsschließung betroffen sind insgesamt 47 Mitarbeiter.

Nach Angaben von Thiel-Geschäftsführer Ulrich Hofmann ist das „bereits seit vielen Jahren defizitäre Haus“ für die Paderborner Auto-Handelsgruppe zuletzt zu einer nicht mehr tragbaren finanziellen Belastung geworden. Die Abwrackprämie habe Absatz und Umsatz in den vergangenen Monaten zwar steigen lassen, nicht aber den Ertrag. Die aktuelle Wirtschaftskrise und die „düsteren Absatz-Perspektiven“ fürs Jahr 2010 habe die Geschäftsletung deshalb dazu veranlasst, die Reißleine zu ziehen. „Wir wollen das Autohaus so schnell wie möglich schließen - auf jeden Fall noch in diesem Jahr“, so Hofmann gegenüber der Zeitung.

„Für den Standort Gütersloh mag es ein bitterer Verlust sein. Für die hier beschäftigten Mitarbeiter aber ist es eine Katastrophe“, kommentierte Hans-Werner Heißmann-Gladow von der IG Metall. Die acht Auszubildenden sollen in der Thiel-Filiale in Rheda-Wiedenbrück oder bei Mitbewerbern ihre Lehre abschließen können. Audi, VW und Skoda werden in Gütersloh noch von den Autohäusern Mense und Brinker angeboten. Kooperationsverhandlungen mit ihnen schlugen bislang fehl, heißt es.

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