Thomsen schluckt Römer
Die Würfel sind gefallen: Das insolvente Seat-Autohaus Römer im schleswig-holsteinischen Kaltenkirchen geht an die norddeutsche Auto-Handelsgruppe Thomsen.

Das Autohaus C. Thomsen geht auf Einkaufstour und erweitert sein im Jahr 2012 begründetes Engagement für die spanische Marke Seat. Wie die beiden Thomsen-Geschäftsführer Markus T. Hofmann und Herman-Josef Poth am Wochenende am Firmensitz im schleswig-holsteinischen Halstenbek mitteilten, übernimmt die norddeutsche Handelsgruppe zum 1. Oktober das insolvente Seat-Autohaus Römer in Kaltenkirchen.
Römer hatte Mitte April Insolvenz beantragt. Als Grund für die finanziellen Schwierigkeiten nannte Insolvenzverwalter Martin Maletzky damals vor allem die hohen Verluste im Mietwagen- und Buy-back-Geschäft. Das Kaltenkirchner Seat-Autohaus zählte mit einem Jahresumsatz von rund 40 Millionen Euro (2013) bis dahin zu den volumenstärksten Seat-Partnern in Deutschland.
Gute Nachricht für Mitarbeiter
Die meisten der 64 von der Römer-Insolvenz betroffenen Mitarbeiter will Thomsen übernehmen. „Damit werden für die Kunden im Service und Verkauf weiterhin die bekannten Ansprechpartner zur Verfügung stehen", heißt es in der Mitteilung.
Die Thomsen-Gruppe zählt mit ihren insgesamt neun Filial-Standorten in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen zu den führenden deutschen Nissan-Händlern. Neben dem Hauptbetrieb im schleswig-holsteinischen Halstenbek betreibt Thomsen weitere Filialen in Hamburg-Alt-Olsdorf, Hamburg Nedderfeld, Harburg, Henstedt-Ulzburg, Itzehoe, Kaltenkirchen, Meckelfeld, Neumünster und Norderstedt.
Fünfter Seat-Standort
Das im Jahr 1968 als Fiat- und Alfa-Romeo-Werkstatt gegründete Unternehmen vertritt heute die Marken Nissan, Fiat, Alfa Romeo, Ford – und seit 2012 auch Seat. Die spanische VW-Tochtermarke ist derzeit bereits in vier Thomsen-Betrieben präsent (Hamburg-Alt-Olsdorf, Harburg, Itzehoe und Meckelfeld). Mit der Übernahme des Autohauses Römer wird sie künftig auch am Standort Kaltenkirchen vertreten sein – neben dem dort bereits bestehenden Zweimarken-Betrieb (Nissan und Fiat).
Mit der Übernahme des „Seat-Flaggschiffs“ in Kaltenkirchen unterstreiche die Thomsen-Gruppe ihr „Vertrauen und die Investitionsbereitschaft“ in die spanische Automarke, heißt es weiter. „Mit Seat erreichen wir neue Zielgruppen sowie zusätzliche Marktverantwortungsgebiete. Regional wie produktseitig können wir unseren Kunden damit ein noch umfassenderes Angebot zur Verfügung stellen“, so die beiden Thomsen-Geschäftsführer. Für die Hausmarke Nissan erwarten sie durch das erweiterte Seat-Engagement „ebenfalls eher positive Auswirkungen“. Eine „Kannibalisierung“ beider Marken befürchten sie nicht.
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